Erfolgreiche Späher im Bundeskriminalamt

23. Mai 2003, 21:58
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Profispäher zahlen sich aus. Zumindest zeigte sich der Chef des österreichischen Bundeskriminalamtes

Wien - Profispäher zahlen sich aus. Zumindest zeigte sich der Chef des österreichischen Bundeskriminalamtes (BK), Herwig Haidinger, hoch zufrieden mit den Leistungen der Dienststelle "zentrale Observation". Die Abteilung ist die erste, deren Arbeit evaluiert worden ist.

Seit Anfang Mai ist der Aufbau des BK abgeschlossen, berichtete Haidinger anlässlich eines Arbeitsbesuches seines Schweizer Pendants Kurt Blöchlinger. Die rund 150 Mitarbeiter der "zentralen Observation" haben im vergangenen Jahr über 1400 "Fahrten", sprich Einsätze, für andere Ermittlungsbehörden unternommen.

Übernahme von Auslandsobservationen

Mit gutem Erfolg, wie Haidinger meint. "Unsere Philosophie lautet, im BK sind die Spezialisten, die die Ermittlungsführer der anderen Behörden anfordern können. Die speziell geschulten Mitarbeiter stehen auf die Minute bereit und liefern ihre Ergebnisse dann bei den zuständigen Ermittlern ab." Auch die Übernahme von Auslandsobservationen an den Staatsgrenzen habe reibungslos funktioniert.

Schweizer Bundeskriminalpolizei neidvoll

Der Leiter der Schweizer Bundeskriminalpolizei, die Mitte nächsten Jahres den Vollbetrieb aufnehmen soll, blickt etwas neidvoll auf seine österreichischen Kollegen. Die stark föderalistischen Strukturen in unserem Nachbarland bereiten den Ermittlern einige Kopfschmerzen. "Wir haben bei uns beispielsweise 27 Strafprozessordnungen, jeder Kanton plus das Militär haben eigene", schildert Blöchlinger. Derzeit gibt es aber Pläne, ein einheitliches Recht auszuarbeiten.

Eine weitere Schwierigkeit ist die Sprachenvielfalt, Bewerber für die Bundespolizei müssen mindestens drei Sprachen können. Diese Probleme haben aber auch eine positive Seite, zeigte sich Blöchlinger optimistisch: Man könne der europäischen Polizeibehörde Europol, die mit ähnlichen Hindernissen zu kämpfen hat, wertvolle Tipps für die bestmögliche Struktur geben, gab sich der Schweizer Beamte überzeugt. (moe, DER STANDARD Printausgabe 24/25.5.2003)

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