Trotz "Best of"-Liste: Allgemeine Pestizidbelastung von Obst und Gemüse erreicht nach wie vor dramatische Ausmaße

30. Oktober 2003, 19:11
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Wien - Auch wenn DER STANDARD regelmäßig am Wochenende eine "Best of"-Liste von pestizidfreiem Gemüse und Obst veröffentlicht: Die allgemeine Pestizidbelastung von Obst und Gemüse erreicht nach wie vor dramatische Ausmaße. Einer bisher noch nicht veröffentlichen Untersuchungsreihe der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) zufolge war 2002 beinah jede zweite in heimischen Supermärkten gezogene Obst- und Gemüseprobe mit Pestiziden belastet.

In Summe wurden österreichweit mehr als 1200 Obst- und Gemüseproben analysiert. Am stärksten betroffen waren Paprika, Tomaten, Pfirsiche, Weintrauben, Erdbeeren, Salat und Petersilie.

Sozialminister Haupt: Hälfte des Obstes belastet

Ans Licht gekommen sind diese Daten, die erst 2004 offiziell veröffentlicht werden, durch die jüngste Anfrage der SPÖ-Nationalratsabgeordneten Ulli Sima an FPÖ-Sozialminister Herbert Haupt. Sima: "Es ist eine Frotzelei, wenn ich erst Jahre später erfahre, dass die Paprika, die ich 2002 gegessen habe, voll mit Pestiziden waren."

Test

Für den STANDARD waren diese Woche wieder die Testteams der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Wien und von Global 2000 in den heimischen Supermärkten unterwegs. Obenstehend die wöchentliche Liste jener Obst- und Gemüseproben, die keinerlei Pestizidbelastung aufwiesen - garantiert giftfreie Bioprodukte werden nicht getestet. Diesmal im Test: Proben von gesunden Äpfeln, Jungzwiebeln und Kohlrabi. (Walter Müller, DER STANDARD Printausgabe 24/25.5.2003)

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