Ende der Telekom-Krise naht

23. Mai 2003, 13:06
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A.T. Kearney: Festnetzbereich noch vor "harten Einschnitten" - Positive Aussichten für den Mobilfunksektor - Weitere Entschuldung notwendig

Berlin - Die Telekommunikationsbranche bleibt hoch dynamisch, so das Ergebnis der fünften Europäischen Telekom-Konferenz des Beratungsunternehmen A.T. Kearney am Donnerstag in Berlin. "Es gibt deutliche Signale dafür, dass sich die Krise der Telekommunikation ihrem Ende nähert", erklärte A.T. Kearney-Analyst Karl Deutsch dazu in einer Presseaussendung von heute, Freitag.

"Harte Einschnitte" seien noch bei den Festnetzanbietern zu erwarten, Grund dafür sei die Konkurrenz der Mobilfunbetreiber. "Während heute noch 80 Prozent aller Telefonminuten über einen Festnetzanschluss laufen und nur 20 Prozent über ein Handy, wird sich dieses Verhältnis in absehbarer Zeit auf 70 Prozent Mobilminuten und nur noch 30 Prozent Festnetzminuten umkehren", so A.T. Kearney-Vizeprädident Martin Sonnenschein. Um den zu erwartenden Umsatzrückgängen zu begegnen, müssten die Festnetzanbieter ihre Effizienz weiter steigern. Derzeit würden die Festnetzbetreiber weltweit durchschnittlich 387 Anschlüsse pro Mitarbeiter betreiben, diese Zahl müsse aber schon bald auf bis zu 1.000 erhöht werden.

Investoren-Vertreter beklagten im Zuge der Konferenz die "geringe Bereitschaft der Festnetz- und Mobilfunkbetreiber, sich zur weiteren Entschuldung von Teilen des Anlagevermögens zu trennen und so neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen". Positiv wurden hingegen die Perspektiven der Mobilfunkanbieter - insbesondere im Datenbereich - beurteilt. Dabei müsse sich die Branche auf immer kürzere Innovationszyklen einrichten. "Heute dauert es gerade mal sechs Monate, bis ein Mobilfunk-Produkt vom Wettbewerb kopiert wird", erklärte Sonnenschein.(APA)

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    foto: photodisc
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