Bayreuth braucht mehr Geld

27. Juli 2011, 19:38

Schließung des sanierungsbedürftigen Festspielhauses könnte drohen

Bayreuth  - Die Bayreuther Festspiele brauchen mehr Geld - andernfalls droht nach Darstellung von Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier sogar eine Schließung des Festspielhauses. Wagner-Pasquier mahnte am Mittwoch mehr finanzielle Unterstützung bei der dringend notwendigen Sanierung des Hauses und beim Bau einer neuen Probebühne an. "Der Bund und das Land müssen helfen, die Stadt muss helfen, alle müssen helfen", sagte sie bei der Jahresversammlung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

Die Mäzene finanzieren derzeit eine Bestandsaufnahme des komplexen Gebäudes. Bis November soll eine Kostenberechnung für die erforderlichen Maßnahmen vorliegen. Schätzungen gehen bisher von rund zehn Millionen Euro aus. Mindestens die gleiche Summe dürfte auch eine neue Probebühne kosten. Eva Wagner-Pasquier erinnerte daran, dass das Münchner Gärtnerplatztheater für 65 Millionen Euro saniert werde, das Deutsche Museum sogar für 100 Millionen Euro. "Da kann man auch in Bayreuth schon etwas großzügiger sein vonseiten der öffentlichen Hand", sagte die Urenkelin Richard Wagners.

 "Parsifal"-Proben in  Industriehalle

Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth hat seit 1951 mehr als 60 Millionen Euro in den Betrieb, neue Probebühnen und Technik sowie den Erhalt der Gebäudesubstanz investiert. "Das ist eine unvorstellbare Summe und weltweit einmalig", betonte Wagner-Pasquier. Die nun notwendigen Investitionen übersteigen aber auch die finanziellen Möglichkeiten der mehr als 5.000 Mäzene aus aller Welt. An Mitgliedsbeiträgen und Spenden fließen jährlich drei Millionen Euro in die Kassen der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. "Diese Summe geben wir nahtlos weiter", betonte Vorsitzender Georg von Waldenfels.

Zur Notwendigkeit einer neuen Probebühne sagte die Festspielleiterin: "Wir haben fünf Premieren in fünf Tagen vorzubereiten, auch das gibt es nirgendwo sonst." Angesichts des Platzmangels am "Grünen Hügel" mussten die Proben für die Oper "Parsifal" wie im vergangenen Jahr erneut in eine Industriehalle abseits des Festspielhauses ausgelagert werden.

Festspielchefin Katharina Wagner betonte erneut die Absicht der Festspielleitung, die Kartenkontingente der Gesellschaft der Freunde und der anderen Sponsoren nicht zu beschneiden, wie dies der Bundesrechnungshof fordert. "Wir sind der Ansicht, dass die Leute, die die Festspiele unterstützen, auch ein Anrecht auf Karten haben", betonte die 33-Jährige. Eine Entscheidung treffe aber nicht die Festspielleitung, sondern der Verwaltungsrat, in dem neben dem Bund, dem Land und der Stadt Bayreuth auch die Gesellschaft der Freunde vertreten ist. "Das ist ein Signal, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen und dass wir an einem Strang ziehen", sagte Katharina Wagner den Freunden.  (APA)

Kommentar posten
25 Postings
DSA
10
28.7.2011, 15:12
und

wer denkt an die Unis?

Der Wappler
11
28.7.2011, 14:37
Der wappler liebt die Musik von Richard wagner, aber er haßt hypermoderne Inszenierungen

Ohne Bayreuth würde mir nix fehlen, denn die Inszenierungen sind eh scheiße!

Antagonist1
10
30.7.2011, 17:14
Dieser Hügel

wurde doch längst schon planiert, damit dort auch Unbedeutendes groß wirkt....

Francisco d'Anconia1
22
28.7.2011, 01:46
Kein Geld für das Festspielhaus

Solange da total unfähige Nachfahren des genialen Richard Wagner das Sagen haben und grauenhafte Inszenierungen (z.B. Tannhäuser 2011) zulassen, sollten jegliche Geldmitel gesperrt werden. Also: Eine neue Festspielleitung, die Opern wieder schön inszenieren lassen und es gibt auch wieder Grld!

Antagonist1
30
28.7.2011, 12:29
ZUSTIMMUNG

Wer sich durch die Ablehnung des Publikums bestätigt sieht, bekommt früher oder später die Rechnung für diesen Hochmut - gut so! Die derzeit in Bayreuth zu hörenden Stimmen gibt es in jedem Stadttheater zum halben Preis....

IchbinIch5
12
28.7.2011, 13:40

Ablehnung des Publikums kann keine Bestätigung sein - sie ist aber auch nicht automatisch schlecht. Sonst wären wohl viele jener Werke, die man heute als Meisterwerke feiert, schnell wieder verschwunden. Von unzähligen Meisterwerken berichtet man, sie seien bei der jeweiligen Uraufführung durchgefallen, das Publikum hätte sie abgelehnt. War das damalige Publikum so viel dümmer als heute und hat Meisterwerke schlicht nicht erkannt? Oder kann es nicht sein, dass Kunst - die immer in Neuland vorgestoßen ist - eben häufig mehr Ablehnung provoziert, als Kunsthandwerk, das Bekanntes weiterspinnt...? Aber diese Fragen werden sie sich sicher nicht stellen wollen, da müsste man sich selbst in Frage stellen ...

Schicke Schickse
01
28.7.2011, 14:04
moment, da ist aber eine verwechslung im spiel!

nämlich zwischen werk einerseits und interpretation andererseits.
es gab und gibt meisterwerke, die zunächst abgelehnt und später gefeiert wurden (sowie natürlich umgekehrt). aber dabei handelt es sich um die werke original schaffender künstler.
in bayreuth werden die werke gezeigt und geschätzt. es sind bloß deren interpretationen, die - aus welchen gründen immer - mitunter abgelehnt werden.
die rezeption eines werkes darf nicht mit der rezeption der jeweiligen, zeitgebundenen interpretation verwechselt werden.
die ablehnung der tannhäuser-inszenierung gilt somit der interpretation, nicht dem werk.

IchbinIch5
12
29.7.2011, 07:49

Ja und? Sie denken doch nicht, dass all jene, die heute jegliche Inszenierung ablehnen, die über ein Werk nachdenkt, dieses Werk zur Zeit der Entstehung nicht ebenso erbittert bekämpft hätten. Jetzt sind alle Wagnerianer und Wagner-Fans, aber das sind doch die selben Leute, die ihm zu Lebzeiten den Tod an den Hals gewünscht hätten.

Antagonist1
00
30.7.2011, 14:13
DIESELBEN

sind eben nicht die gleichen.....

Schicke Schickse
01
30.7.2011, 06:31
das ist pure spekulation.

und deshalb nicht diskutabel.

IchbinIch5
12

Spekulieren ist also nicht diskutabel - bin bei Ihnen. Aber spekulieren Sie nicht auch dauernd herum, und Poster wie Kontrahent und Antagonist? Wie jener Autor und jener Komponist sein Werk ganz sicher gemeint hat und wie böse Unrecht ihn nun der böse Regisseur wieder tut? Und haben die Opernfans nicht immer die Wahrheit über ein Werk gepachtet und spekulieren doch nur? Denn: Auch wenn es Aufzeichnungen der Künstler gibt - wie diese ihr Werk im Jahr 2011 auf einer Bühne sehen wollen würden, bleibt immer Spekulation. Schön also, dass Sie mir Recht geben - es geht nur um anregende oder nicht anregende Aufführungen, die Spekulationen nach den möglichen Wünschen sind nicht diskutabel!

Antagonist1
10
Sie möchten hier wohl

Gouverneur sein, sind aber schon durch Ihre penetrant präsentierten Belehrungen nur Gouvernante - und das ist keine Spekulation! Bleiben S' doch einfach dort, wo Sie sich wohl fühlen: im Regie-Winkerl.....

IchbinIch5
01

Hmmm, eine Beleidigung, aber keine inhaltliche Antwort - das spricht für sich, vielen Dank! (Wahrscheinlich weil sie selbst wissen, dass alles Spekulation ist ...)

Antagonist1
10
Zuweisung

in Ihre regielich geschützte Werkstätte sehen Sie als Beleidigung? Sie kommen wohl nicht mit Ihrer Realität zurecht - angesichts Ihrer tristen Freuden im Theater nicht unerwartet! Spekulieren S' also ruhig weiter als Großer Bruder, wir Kleinen Poster machen einstweilen Nägel mit Köpfen....

IchbinIch5
00

Wunderbar - wieder keine inhaltliche Antwort. Schön, dass sie sich selbst so gerne und mit viel Freude enttarnen ...

Antagonist1
00
Worauf

sollte ich antworten - Ihre Postings sind doch Dogmen, die für uns Kleine Poster nicht zu kommentieren, sondern nur als huldvolle Geste des Großen Bruders dankbar entgegen zu nehmen sind.
Ich könnte zu den "Inhalten" auch schlicht "Schmarrn" sagen, das aber gehört sich doch nicht angesichts all des von Ihnen darin ausgebreiteten Fachwissens.
Somit noch einmal: bleiben S' in Ihrem Regiekammerl, während ich mich den schönen Seiten der Oper zuwende!

IchbinIch5
01

Genau - weil wenn Oper nur "schön" zu sein hat, kann man sie eigentlich gleich zusperren. Insofern suchen sie keine Kunst, sondern nur eine schöne Musiktapete für das, was sie sich eben unter einem stück vorstellen. Auch in Ordnung, aber ob es die Unmengen an Subventionen rechtfertigt, mit denen wirklich wichtige Theaterhäuser lange auskommen würden?

Antagonist1
10
Immer noch oben,

am Regie-Stockerl, das nur dem Großen Bruder vorbehalten ist? Sie begreifen wohl nicht, dass Ihre anstrengende Definition zu Oper und Theater nicht der einzige Zugang zu den Werken ist, die dort präsentiert werden. Sollte die Oper - oder genauer: ein Opernhaus - gesperrt werden, hoffe ich doch, dass man auf Sie DRINNEN vergessen hat. Abgehen werden Sie uns nicht - in den anderen Häusern, wo weiterhin zu erleben ist, was den Reiz von Oper ausmacht. Was Sie sich in Ihrer Ausschließlichkeit unter einem Stück vorstellen, interessiert mich eher nicht - Sie können sich Ihre zelotischen Vorwürfe also ersparen....

Antagonist1
11
28.7.2011, 16:13
Vielen Dank

Durch Ihren Kommentar erspare ich mir weitere Details: natürlich ist das Fernbleiben des Publikums Reaktion auf hanebüchene "Interpretationen" sog. Regisseure und nicht auf Wagners Werke.
DAS festzustellen, ist uns "kleinen Standard-Postern" g'rad' noch erlaubt, aber ansonsten haben wir halt hinzunehmen, dass unser "Großer Bruder" festlegt, wo und wie es auf der Opernbühne weiter zu gehen hat!

Schicke Schickse
01
30.7.2011, 06:32
nicht

mehr lange!

IchbinIch5
11
29.7.2011, 07:51

Es gibt ja gar keinen Zweifel: Leute ihres Schlages - die Wagners Werk jetzt als Meisterwerk preisen - hätten ihn zu Lebzeiten ebenso abgelehnt und verfolgt, wie sie es mit heute lebenden Künstlern tun. Es geht um die Verstörung neuer Wege - von welcher Seite sie nun kommen mag.

Antagonist1
00
31.7.2011, 00:46
Ex cathedra

sprach also der Große Bruder!

IchbinIch5
21
28.7.2011, 09:45

Schön, dass wir wieder so weit sind: Die Künstler haben das zu machen, was der kleine Standard-Poster will, sonst gibts kein Geld! Der "geniale Richard Wagner" hat übrigens ganz anderes gemacht, als "schöne" Opern geschrieben. Das waren schon zu seiner Zeit Aufreger, die schockiert und durchgeschüttelt haben. Wie hat er geschrieben: "Macht Neues, Neues, immerzu Neues"? Traurig zuzusehen, wie unsre Gesellschaft immer mehr verblödet. Da waren ja die höfischen Mäzene weiter ...

Florian Brandner1
11
29.7.2011, 19:04
Und Richard Wagner hat auch die Inszenierungen

mitverantwortet und die sind auch durchgefallen...

rasenmähermann
02
27.7.2011, 23:58

Verrrückt. Ein hoch subventioniertes Unterfangen von dem nur 40% der Tickets überhaupt in den regulären Verkauf gelangen und dann wird noch nach mehr Subventionen geschrien.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.