Nicht wegschießen lassen

27. Juli 2011, 18:46
  • Artikelbild
    foto: apa/franz neumayr

    David Afkham dirigierte das Mozarteum Orchester.

Politische Reden zur Eröffnung der Salzburger Festspiele - David Afkham dirigierte - Jean Zieglers Leider-Nein-Eröffnungsrede gab es in Bookletform

Salzburg - Vor dem Festspielhaus gab es Jean Zieglers Leider-Nein-Eröffnungsrede in Bookletform, während drinnen die Zeremonie zur Eröffnung der Salzburger Festspiele mit der Bundeshymne beschallt wurde. David Afkham dirigierte, 27 Jahre jung, neuer Stern am Salzburger Dirigentenhimmel.

Im Vorjahr hatte sich der charismatische Musiker gegen 81 Konkurrenten als Sieger im Young Conductors Award durchgesetzt. Ob die Prominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft auch die Töchter neben den Söhnen besang, ließ sich selbst bei genauem Hinhören nicht ausmachen. Doch hochpolitisch ging es bei den Eröffnungsreden allemal zu.

Das Dach - das neue des Festspielhauses und das des Hauses Europas - thematisierten Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Nun könne man Wind und Wetter trotzen, so Burgstaller: "Schönwetter ist eine feine Sache. Aber man muss auch ein Gewitter aushalten können, dass sei mit der einen oder anderen Wolke über Salzburg auch einmal gesagt."

Auf die unverzichtbare Bedeutung von Kunst für die emotionale Reife demokratischer Gesellschaften wies Kulturministerin Claudia Schmied hin. Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte daran, dass große Künstlerpersönlichkeiten wie Max Reinhardt und Hugo von Hoffmannsthal politisch, europäisch und wertorientiert gedacht hätten: "Die ungeheuren Verbrechen eines wahngeleiteten Fanatikers in Norwegen müssen auf ein europaweites, unzerstörbares Bündnis von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität stoßen. All das dürfen wir uns mit Bomben nicht wegschießen lassen", sagte Fischer.

Vor einer Beschneidung bürgerlicher Rechte nach dem jüngsten Terror in Oslo warnte Joachim Gauck, Symbolfigur der deutschen Wende. Der frühere DDR-Geistliche, Bürgerrechtler und ehemalige deutsche Bundespräsidentschaftskandidat war als Eröffnungsredner eingesprungen. Zentrales Thema seiner Rede war die Freiheit und deren Abwesenheit in den ehemaligen Ostblock-Staaten.

"Meine pure Präsenz in Salzburg zeigt, dass es nicht selbstverständlich ist, dass freie Menschen in einer freien Gesellschaft, begleitet von freien Künstlern, zusammenkommen." (asch / DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2011)

frauen sache
14
28.7.2011, 08:37
die ausladung jean zieglers war dennoch ein skandal

und hat uns wieder einmal gezeigt, wer in Ö.den ton angibt: das geld samt dazugehörenden menschen.

thomas bernhard2
 
01
28.7.2011, 09:49
..die sich ins

fausterl lachen, ob der dummheit, feigheit, dem axlzucken, der willfährigkeit, dem dabeisein wollen, abernichtdürfen der dunstkreisbevölkerung

chrilly donninger1
20
27.7.2011, 23:17
Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut

dass ich nicht dabeigewesen bin.
Voriges Jahr bin ich durch eine eher unglückliche Fügung des Schicksals in die Eröffnung des Bruckner-Festivals geraten. Ähnliche Besetzung mit Fischer und Schmidt. Statt Burgstaller halt der Pühringer.
Das war unglaublich öd und es wird auch diesmal so gewesen sein.

wizenstain
01
27.7.2011, 20:18
Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte daran, dass große Künstlerpersönlichkeiten wie Max Reinhardt und Hugo von Hoffmannsthal politisch, europäisch und wertorientiert gedacht hätten

und es gibt immer noch leute, die behaupten/glauben politisches theater beginnt mit piscator

thomas bernhard2
 
01
27.7.2011, 21:46
der, der

war gut , sehr gut !!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.