Irgendwas muss passieren, um leistbaren Wohnraum zu schaffen
Die Menschen wollen wieder in den Ballungsräumen wohnen. Geringere Heizkosten, das komplette Angebot an Infrastruktur (Kindergärten, Pflegeplätze etc.) und der überschaubare Weg zur Arbeit sind die häufigsten Gründe. Der Wohnungsneubau war infolge der Finanzkrise und knapper Kassen der Kommunen zu gering. Verschärft wird die Situation durch die Zuwanderung, die steigende Zahl an Singlehaushalten (jede zweite Ehe wird geschieden; Patchwork-Paare behalten oft ihre Wohnungen) und durch die steigende Zahl in- und ausländischer Studenten (vor allem auch aus den Fachhochschulen).
Die mittlerweile nicht mehr zweckgebundene Wohnbauförderung wird von den Ländern für andere Bereiche wie etwa Gratiskindergärten, Pflegeeinrichtungen oder Infrastrukturvorhaben verwendet. Viele Länder haben zudem ihre Wohnbaudarlehen verkauft oder wenig lukrativ veranlagt und verfügen daher über keine laufenden Rückflüsse in das Budget.
Irgendwas muss passieren, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Und zwar jetzt, denn sonst gibt es 2015 keine neuen Wohnungen mehr. Es ist in erster Linie eine politische Herausforderung für die Länder: Sie müssen gewidmete Grundstücke der Wohnungswirtschaft zur Verfügung stellen. Aber auch Banken, Pensionskassen, Immobilienfonds könnten vermehrt Modelle entwickeln, um mehr Kapital im heimischen Wohnbau zu veranlagen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.7.2011)