Wohnungsmangel

Politische Herausforderung

Kommentar | Claudia Ruff, 27. Juli 2011, 21:16

Irgendwas muss passieren, um leistbaren Wohnraum zu schaffen

Die Menschen wollen wieder in den Ballungsräumen wohnen. Geringere Heizkosten, das komplette Angebot an Infrastruktur (Kindergärten, Pflegeplätze etc.) und der überschaubare Weg zur Arbeit sind die häufigsten Gründe. Der Wohnungsneubau war infolge der Finanzkrise und knapper Kassen der Kommunen zu gering. Verschärft wird die Situation durch die Zuwanderung, die steigende Zahl an Singlehaushalten (jede zweite Ehe wird geschieden; Patchwork-Paare behalten oft ihre Wohnungen) und durch die steigende Zahl in- und ausländischer Studenten (vor allem auch aus den Fachhochschulen).

Die mittlerweile nicht mehr zweckgebundene Wohnbauförderung wird von den Ländern für andere Bereiche wie etwa Gratiskindergärten, Pflegeeinrichtungen oder Infrastrukturvorhaben verwendet. Viele Länder haben zudem ihre Wohnbaudarlehen verkauft oder wenig lukrativ veranlagt und verfügen daher über keine laufenden Rückflüsse in das Budget.

Irgendwas muss passieren, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Und zwar jetzt, denn sonst gibt es 2015 keine neuen Wohnungen mehr. Es ist in erster Linie eine politische Herausforderung für die Länder: Sie müssen gewidmete Grundstücke der Wohnungswirtschaft zur Verfügung stellen. Aber auch Banken, Pensionskassen, Immobilienfonds könnten vermehrt Modelle entwickeln, um mehr Kapital im heimischen Wohnbau zu veranlagen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.7.2011)

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Queen of Sheba
 
00
28.7.2011, 17:35
Gibst Du mir Wohnung und Job, dann wähle ich Dich.

Fritz Wunderlich
00
30.7.2011, 13:11

tja, das wird immer weniger, die parteiwirtschaft und ihr klientelismus, ein mitgrund für den niedergang

byron sully
04
28.7.2011, 15:17

es ist echt unglaublich, was für unmenschlichkeiten in manchen postings hier vertreten werden (nämlich daß derart exorbitant hohe mietpreise, wie wir sie haben, völlig o.k. wären).

Marilynn E.
00
31.7.2011, 13:49
das problem ist aber, daß einige wohnungen, vor allem im altbau, nur zu derart niedrigen mieten vermietet werden dürfen,

daß der vermieter praktisch immer draufzahlt - weil er laut ogh auch für alle instandsetzungsmaßnahmen verantwortlich ist, nicht mal mehr ausmalen verlangen darf, nicht mal mehr, daß der mieter auf eigne kosten die therme einmal jährlich wartet (keine neue kauft, sondern nur warten läßt).

klar, daß man da nicht vermieten will, wenn noch dazu das österreichische miterecht den vermieter quasi enteignet und er den mieter nie wieder rauskriegt. nicht mal, wenn der nix zahlt. wenn da soziale gründe vorliegen, kann das auch mal schon 1 jahr dauern bis der delogiert wird.

dafür sind andere wohnungen - die neu gebauten ohne staatliche förderung - viel zu teuer und unreguliert. da zahlen dann meist junge menschen drauf.

Fritz Wunderlich
00
28.7.2011, 17:48

altes leiden der kapitalistischen theorie von marxisten

früher wußte die sozialdemokratie eine pragmatische antwort darauf, aber heute, bei diesen figuren

gerade ist ja dem ludwig sein baubudget gekürzt worden, was glaubst du, wie sich alle hausherren gefreut haben

carpediem99
 
00
28.7.2011, 17:31

was wollen sie eigentlich? bei mietrecht-geregelten wohnungen zahlt man einen bettel - neue frei finazierte wohnungen kostren entsprechend mehr. dass mrg-geregelte wohnungen gehortet werden oder verfallen ist verständlich.dort hauptmieter reinzunehmen ist blankes harakiri...

byron sully
00
29.7.2011, 14:43

was für sie bettel ist, ist für andere ein drittel ihres einkommens.

Wicked Vienna
00

1/3 ????
Tendenz eher 50% !

byron sully
00

bei leuten mit niedrigem einkommen geht's eher richtung 50% - stimmt. ich hab mit 1/3 eher den durchschnitt hergenommen.

carpediem99
 
00
29.7.2011, 18:15

erstens ist ein drittel des einkommens fürs wohnen mehr als vetretbar und zweitens haben sie noch nie häuser mit wohnungen errichtet, geschweige denn solche erhalten müssen und haben offensichtlich von den daraus entstehenden kosten keine ahnung...

carpediem99
 
00
28.7.2011, 17:12

das problem sind die mieterschutz-mietrichtwerte. da lässt man die wohnung eher vergammeln, als sie zu diesen preisen zu vermieten- dafür lohnen nicht mal einfache instandsetzungsaerbeiten...

Viel Platz zwischen blau und grün...
40
28.7.2011, 13:21
Wäre kein Problem.

Sobald eine Vermietung nicht einer Enteignung gleichkommt, werden mit Sicherheit jede Menge Wohnungen gebaut werden.
Und das ganz ohne Steuermittel nur aus Privatgeld. Nachdem das Vertrauen in Wertpapiere gegen null geht und der Euro möglicherweise zerbröselt, finden sich mit Sicherheit Investoren jeder Größe.

Aber solange man eine einmal vermietete Wohnung nie wieder zurückfordern kann, selbst wenn keine Miete bezahlt wird, ist man halt für den Wohnbau auf Steuermittel angewiesen. Mal schauen, wer dafür weggespart wird.

byron sully
03
28.7.2011, 15:19

das ist doch völlig absurd. sie wollen allen ernstes, daß die mieterInnen WENIGER rechte haben sollten als jetzt???

flotter denker
20
28.7.2011, 16:12
Ja, viel weniger

- Mietvertraege sollen, wie andere Vertraege auch, mit angemessener Frist kuendbar sein. Ohne Begruendung.
- Und wer nicht auszieht, wird delogiert. Sofort. Ohne Federlesens.
- Miethoehe - voellig frei vereinbar.
- Schrittweise Anhebung der bis jetzt preisgeregelten Wohnungen an ein Marktniveau.

Wicked Vienna
00

Wohl zu flott geschrieben, denn gedenkt haben Sie sich dabei nix !

byron sully
01
28.7.2011, 16:17

das, was sie fordern, nennt sich ausbeutung von mieterInnen...

Saint Simon
00
28.7.2011, 18:52
Na, mal halblang

Das, was Sie wollen, ist schlicht und ergreifend die Quasi-Enteignung der Eigentümer zugunsten von Mietern, die meinen, die Wohnung sei ein Allg. Bürgerrecht, das keine pers. Opfer bedeuten darf.
Schon mal erlebt, was es für einen Vermieter bedeutet, wenn der Mieter einfach monatelang nicht zahlt? Anwälte, Klagen, Gerichte. Dann zahlt der EINE Miete, um den guten Willen zu beweisen und die Delogierung ist bis auf Weiteres wieder zu vergessen.
Der Vermieter hat aber auf die Whg. vielleicht Kredite laufen, deren Raten mtl. abgebucht werden. Und Sie reden von mangelnden Mieterrechten? Wo leben Sie?
Wolke 17?

Wicked Vienna
00

geh geh geh.

14 Tage nach Frist die Mahnung
14 Tage nach Mahnung die Klage

Den Puffer müßens einrechnen.

Andererseits: Vielleicht geglaubt ein arbeitsfreies Einkommen zu erlangen, und geirrt ? Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

byron sully
00
29.7.2011, 14:41

wo ich lebe? unter leuten, die so gut wie allesamt in mietwohnungen leben. ich seh's halt von diesem standpunkt aus. sie vermieten vermutlich selber, sehen es also aus ihrem subjektiven standpunkt.

flotter denker
00
28.7.2011, 18:19
Das, was ich fordere, nennt sich freier Wohnungsmarkt

Das hat mit Ausbeutung aber schon ueberhaupt nichts zu tun.

byron sully
00
29.7.2011, 14:38

wenn es um grundbedürfnisse geht, sollte aber der markt nicht völlig schrankenlos sein. das nennt sich SOZIALE marktwirtschaft.

Marilynn E.
00
31.7.2011, 13:52

bin voll bei dir und bin auch der meinung, daß der staat dafür zu sorgen hat, daß jeder das grundbedürfnis wohnen stillen kann und das zu vertretbaren preisen. ich finde auch schutzvorschriften und regulierungen für mieter vollkommen in ordnung, und sogar sehr wichtig.

nur - derzeit werden bei vermietern von altbauwohnungen und allen solchen die dem mrg unterliegen, diese aufgaben zu 100% dem vermieter überwälzt, der soziale preise aus eigener tasche finanzieren muß und damit oft gerade mal seine kosten reinbekommt, wenn überhaupt.

und wenn ich das als staatsaufgabe sehe, dann muß ich das mit sozialleistungen und beihilfen abfangen und nicht einem privaten vermieter zu 100% überwälzen. das hat die folge, daß wohnungen leer stehen.

byron sully
00
31.7.2011, 21:13

das betrifft aber sicher nur eine minderheit der vermieterInnen bzw. zu vermietenden wohnungen.

Marilynn E.
00
31.7.2011, 21:31

nein, das betrifft alle, die eine wohnung haben, die dem mrg unterliegt (= alle altbauwohnungen und noch ein paar andere) UND die das nicht professionell, also beruflich machen und dadurch eine menge wohnungen zum vermieten haben, sondern die privat eine einzelne wohnung vermieten.

nicht nur daß nach ausgaben und steuern kaum was übrig bleibt, wenn man die instandhaltungen hinzurechnet - der kaufpreis kommt auch nach frühestens 60- 80 jahren rein. und noch dazu kann man ständig fürchten, daß man den mieter nicht los wird, keine miete bekommt und die kreditraten trotzdem blechen muß.

das ist bei fast allen bekannten, die solche wohnungen vermieten, der fall. wir haben auch so eine ;-). und das sind gar nicht so wenige.

byron sully
00

gut, wir verkehren unter verschiedenen gruppen von menschen (zwar ähnliche bildungsschicht, denk ich, aber dafür sehr unterschiedliche einkommensschichten). mir würd in meinem bekantenkreis jetzt auf die schnelle niemand einfallen, der/die wohnungen vermietet. möchte aber klarstellen: meine abneigung betrifft nicht jene leute, die privat ihre zweitwohnung vermieten. ich meine die wirklich ausbeutenden professionellen vermieterInnen. gegen die gehört endlich mal was unternommen.

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