Der Apparat, der den Roten heilig ist

27. Juli 2011, 18:13
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    foto: der standard/corn

    Die Männer der MA 48 ignorieren das Graffito hinter ihnen und kehren einfach weiter. Die Stadt dankt es ihnen - so wie allen 65.000 Gemeindebediensteten - mit einem sicheren Arbeitsplatz.

Bei der üppigen Wiener Verwaltung sieht Rot-Grün kein Einsparungspotenzial - Wie effizient sie arbeitet, weiß nur die Rathaus-SP

Wien - 200 Millionen Euro will die Stadt Wien angesichts des enormen Schuldenstandes jährlich einsparen - so jedenfalls der ursprüngliche Plan. Im laufenden Budget hat Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) 117 Millionen an Einsparungspotenzial ausgemacht. Die 200 Millionen seien ein Richtwert für die nächsten Jahre, sagt Brauner. Weniger Geld zur Verfügung hat heuer vor allem der Wohnbaustadtrat.

Bei der Verwaltung sieht Rot-Grün vorerst kein Einsparungspotenzial - trotz der beachtlichen Zahl von Gemeindebediensteten: Rund 65.000 Menschen stehen derzeit im Sold der Stadt. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern sei Wien auch Kommune und deshalb für Dinge wie Müll, Feuerwehr und Gratiskindergarten zuständig, so das Argument.

Wien ist aber auch nicht gerade knausrig, wenn es um jene Beamten geht, die sich bereits in den Ruhestand verabschiedet haben: Während alle anderen Bundesländer (außer Kärnten) die unter Schwarz-Blau beschlossene Reform zur Anpassung der Beamtenpensionen an die der ASVG-Rentenbezieher bereits umgesetzt hat, hält Wien an einer Übergangsfrist bis 2042 fest. Laut Rechnungshof würde die Reform Wien 130 Millionen einbringen.

Ähnlich unbeliebt wie gekürzte Pensionen ist bei den Wiener Roten die Geldbeschaffung mittels Privatisierung stadteigener Betriebe. Dabei kann weder der grüne Regierungspartner noch die Opposition nachvollziehen, wie effizient diese Unternehmen (von der Kläranlage bis zur Filmproduktionsfirma) tatsächlich arbeiten.

Denn die SP lässt sich beim Privatwirtschaften fürs Gemeinwohl nicht in die Karten schauen. "Das ist ein recht undurchsichtiges System" , sagt Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk "bei dem auch die parteipolitische Komponente traditionellerweise eine Rolle spielt."

An die Spitze von ausgelagerten Betrieben schaffen es naturgemäß Personen, die im roten Rathaus verankert sind. So war Stadtwerke-Direktorin Gabriele Payr zuvor Chefin der städtischen Hausverwaltung Wiener Wohnen, Wienholding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak Fachreferentin im Finanzressort.

Auch bei der Rechnungskontrolle stelle sich die Frage, wie unabhängig diese wirklich sei, sagt Funk: "Im Bund wird der Präsident des Rechnungshofs meist von der dritten Partei besetzt." Chef des Wiener Kontrollamts kann hingegen nur werden, wer vom Bürgermeister vorgeschlagen wird. Apropos Bürgermeister: Als Retourkutsche zur roten Forderung, die nicht-amtsführenden Stadträte abzuschaffen, fordert die VP-Klubchefin nun, dem Stadtoberhaupt ein Ressort aufzubrummen: "So könnte man einen amtsführenden Stadtrat einsparen" , sagt Christine Marek. (Martina Stemmer, DER STANDARD; Printausgabe, 28.7.2011)

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Pauli Feuerstein
00
Bei der instabilen SPÖ

musst ja schon Beamter werden ... sonst bist bald weg! ;-)

Zimmerpflanze
01
30.7.2011, 10:47
Einfach nicht mehr Rot wählen!

aber das müsste man eher in die "Krone" oder "Heute" posten...

curieux
00
29.7.2011, 08:14
Die Europäische Kommission beschäftigt rund 38 000 Personen.

Quelle:
http://europa.eu/about-eu/... dex_de.htm

Dazu kommen noch:
Im Europäischen Parlament sind 7652 Personen im Generalsekretariat und in den politischen Gruppen tätig. Hinzu kommen die Mitglieder des Europäischen Parlaments und deren Mitarbeiter. Im Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union sind etwa 3500 Menschen beschäftigt.

Das ganze im vielgescholtenen Brüssel und Umgebung. etwa 2/3 der Wiener Gemeindebediensteten. Unfassbar.

Dass die Roten das machen, wissen wir schon lange. Dass Frau Vassilakou gleich eine neue MA erfindet (Energieplanung!?) setzt noch eins drauf.

arno1
00
31.7.2011, 12:42
bitte nachdenken

es herrscht sehr viel Reformbedarf in Wien, die Anzahl der Beamten in Wien mit den in "Brüssel" zu vergleichen greift dennoch zu kurz.
Müssen EU-Beamte: Kranke und Alte pflegen, 1000ende km Straßen sauber halten, den Müll entsorgen, für sauberes Trinkwasser soregn und den Schutzwald dafür erhalten etc.
Ja vielleicht kann man den einen oder anderen Beamten /Beamtin besser einsetzen, aber grundsätzlich sind Arbeit und Arbeitsplätze auch was wichtiges.

curieux
00
31.7.2011, 14:46
ja, schon.

Aber Brüssel wird immer als der geldverschlingende Moloch hingestellt. Brüssel verwaltet etwa 500 Millionen Menschen. Und warum Straßenkehrer und Krankenschwestern Beamte sein müssen, hat mir auch noch niemand erklärt. (Warum verdient übrigens ein Arzt in einem Gemeindespital wesentlich mehr als in einem Spital der GKK - zumindestens war es noch vor 10 Jahren so?)

Ihr Argument mit den Arbeitsplätzen vergessen Sie, bitte gleich.
Wir brauchen keine Arbeitsplätze, die die Allgemeinheit bezahlt, wir brauchen wertschöpfende Arbeit, die ordentlich bezahlt wird!

General Cornwell
22
28.7.2011, 22:27
Zusammenfassung des Artikels

Die Stadt Wien ist ein steuerverschlingender Moloch

carpediem99
 
00
28.7.2011, 18:31

es muss doch einen ordentlichen bilanzausweis der gemeinde geben? ein budget, eine planung,- das sollte doch einfach nachzulesen sein...wer verursacht welche kosten?

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
31.7.2011, 23:50

Is eh alles öffentlich. Wird ja vom Gemeinderat beschlossen.

lukav jez
04
28.7.2011, 17:55

Bitte nur ja nicht privatisieren - bei der Bahn sieht man/frau ja, wohin das führt: nichts als Verschlechterungen für die KundInnen. Ich kenne keine europäische Großstadt, wo die Müllentsorgung, Straßenreinigung, Wasserversorgung etc. so reibungslos funktioniert wie in Wien. Meine Sorge sind eher"versteckte" Privatisierungen, die bereits passiert sind: über Verkauf und Rückmietungen - wonmit die "rote" Stadt Wien SpekulantInnen dabei unterstützt, (in den USA zB) keine Steuern zu zahlen!

nussknacker8
31
28.7.2011, 21:19

warum soll eine "private" müllfirma schlechter sein, als eine staatsfirma, sind nur mitarbeiter im geschützten bereich die guten und alle die in der privatwirtschaft arbeiten schlecht und böse?

Papa Radzy
21
28.7.2011, 17:19

Bei der üppigen Wiener Verwaltung sieht Rot-Grün kein Einsparungspotenzial

Ja wenn man am Futtertrog sitzt möchte man nicht gerne zurückstecken, schon klar.
Aber den Anderen dann alles teurer machen, damit man selber gut darsteht ist ja blanker hohn.

luis trew
24
28.7.2011, 17:12

Sind wir doch froh, dass Wien so ist wie es ist.

Dieses andauernde Privatisierungsgeschwafel ist doch der Schmäh von Vorgestrigen (weil heutzutage jeder weiß, dass es dann nicht besser wird).

Captain Smoker
13
28.7.2011, 15:33

Vielen Bundesländern würde ein zumindest vorübergehender Machtwechsel um die Strukturen aufzubrechen sehr gut tun.

Lünz
00
28.7.2011, 17:40
An den verkrusteten Strukturen würde sich nichts ändern.

Es profitieren nur andere Personen davon.

Stefanxy
01
28.7.2011, 14:46
Föderalismus und Wettbwerb...

...zwischen den Bundesländern ist die einzige Lösung, um die roten und schwarzen Landesfürsten zu Effizienz zu zwingen.

OttotheBusdriver
00
28.7.2011, 15:30
Wettbewerb?

So in der Art:
wer sackelt die Bürger am meisten aus, wer ist der korrupteste Politiker?

In Gegenteil!
Es gehören Verwaltungsebenen gestrichen, Verwaltungseinheiten gehören zusammengelegt!

OttotheBusdriver
00
28.7.2011, 15:29
Wettbewerb?

user 13
12
28.7.2011, 14:35
2042!?!!

Änderungen bei den Pensionen fallen ja oft mit der Begründung des Eingriffs in die Lebensplanung recht moderat aus.

Aber gibt es wirklich Menschen, die heute schon für 2042 planen?

Die Phantasie (man könnte auch sagen Verarschung) im Wiener Rathaus kennt keine Grenzen.

FatFaceRicky
00
28.7.2011, 13:53
Übergangsregelung bis 2042

Es wäre ja fast zum Lachen, wenns nicht so ungerecht wäre. Im Jahr 2042 bin ich 65 - mal sehen was für mich da noch übrig bleibt..

$ standard>/dev/null
04
28.7.2011, 13:51

So ist es. jeder ist sich selbst der nächste. da sind die roten nicht bessereschlechtere pfründebewahrer als die schwarzen oder blauen. alles ein bund hadern.

madman
04
28.7.2011, 13:58
korrekt

bei thema 'entschlackung der administration' herrscht der parteiübergreifende konsens einfach nichts zu tun.

Ruskij
00
28.7.2011, 14:15

Das würde ich so nicht sagen, sondern eher: es herrscht parteiübergreifender Konsens, dass die anderen sparen sollen.

Rauscher, der Hundefreund
109
28.7.2011, 13:45
Ich möchte wissen, was all die Suderanten posten

..., wenn Wiien von blau/schwarz regiert würde. Mit dem Duo Infernale Strache/Marek. Da ist mir der rote Apparat allemal lieber, auch wenn da gehöriges Verbesserungspotential schlummert. Immer wieder verwunderlich, wieviele Leute Sozihasser sind und in einer Parallelwelt leben.

Erzsébet Lucas
11
28.7.2011, 20:45

Ja, klar, da du offenbar ein Profiteur der derzeitigen Strukturen bist (ich tippe auf SPÖ-Sektionsfunktionär, sowie Sippe beim Magistrat versorgt und Kleingartenhausbesitzer), kommst mit so einem Sinnlos-Argument.

theWatcher14
04
28.7.2011, 15:28
Das mag....

...oberflächlich ja korrekt sein. Aber gegen Not mit Elend zu argumentieren ist ein wenig kindisch, oder nicht.

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