Causa Stradivari

Geigengeschäfte im Blindflug

27. Juli 2011, 18:04

Banken belehnten Geigen, ohne sie je gesehen zu haben

Wien - In der Causa Stradivari, in der gegen Geigenhändler Dietmar M. wegen Betrugsverdachts ermittelt wird, kann einer wenig zur Aufklärung beitragen: Dietmar M. Er sitzt in Auslieferungshaft und hinterlässt laut Bericht des Masseverwalters Jörg Beirer "den Eindruck, dass er auf Grund des finanziellen Drucks die Übersicht verloren hat. Eine Kenntnis seiner Vermögenssituation ist kaum zu erheben", hält Beirer fest. Seine Schilderungen bieten Einblick in eine lockere Geschäftspraxis. Bloß eine Passage aus dem jüngsten Bericht: "Da werden Instrumente verkauft und gekauft zum Wert aus Gutachten, die einige Zeit zurück liegen ... und aus denen sich nicht ergibt, dass das gekaufte mit dem begutachteten Instrument übereinstimmt. Eigene Gutachten der Käufer sind bisher nicht bekannt."

Auch die Banken, die Millionen und Abermillionen borgten, spielten dabei mit: Sie "nahmen die Streichinstrumente als Sicherheit für Kredite, ohne sie gesehen und bewertet zu haben", konstatiert der Jurist.

Allerdings ist auch das Insolvenzverfahren nicht frei von Skurrilitäten. So trug M.'s Anwalt jüngst die Bitte an den Masseverwalter (und somit an die Gläubiger) heran, eine Honorarnote von M.s Arzt zu begleichen. Der vergleichsweise "lächerlich geringe Betrag" könne "von M.s Versicherung rückgefordert werden". (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2011)

Das Kapital ist die wahre Macht
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27.7.2011, 22:11
Die Geigen-Blase ist geplatzt?

Und was wird mit Bässen, Gitarren und Schlagzeug?

Sind bereits alle Musikinstrumente in einer Blase?

nach Tulpen, Südseeinvestments, Dot Com und und und
Jedes Jahrhundert entwickelt einen eigenen Blasen-Cocktail.

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