"Twitterati" empört über US-Schuldenstreit

27. Juli 2011, 15:12
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Netzaktivist Jarvis rief zur Revolte gegen Regierung und Kongress auf

Der amerikanische Journalist und Netzaktivist Jeff Jarvis hat auf Twitter eine Online-Revolte gegen das politische Washington losgetreten. Empört über die Unfähigkeit von Regierung und Kongress, eine Lösung für die sich zuspitzende Schuldenkrise zu finden, ließ er sich zu folgendem Kommentar hinreißen: "Hey ihr Arschlöcher in Washington. Das ist unser Land, unsere Wirtschaft, unser Geld." Die Entrüstung fand ein zehntausendfaches Echo, schnell war dafür der Hashtag #fuckyouwashington gefunden.

Unter diesem Stichwort kritisieren die Twitter-Anwender nun vor allem die Republikaner, die im Streit um das Schuldenlimit jede Form von Steuererhöhungen - auch für Superreiche - prinzipiell ablehnen. Aber auch der demokratischen Partei und US-Präsident Barack Obama werden in vielen Tweets Versagen vorgeworfen. Und auch zum kreativen Widerstand wird dort aufgerufen: "Schickt eurem Kongressabgeordneten ein Fax. Nichts hassen sie dort mehr als Faxe", schreibt ein User etwa.

"Das ist explodiert, wie ich es nie hätte vorhersagen können", bemerkte Jarvis in seinem Blog buzzmachine.com. Gegen konservative Kritik an der drastischen Sprache verteidigte sich Jarvis über Twitter: "Das 'fuck' in #fuckyouwashington ist politische Sprache, höchst angemessene politische Sprache." Vulgär sei es nicht, diesen Begriff zu verwenden, sondern die Wirtschaft um politischer Interessen willen zu ruinieren.

Rückenwind für Obama in dem schon Wochen anhaltenden Polit-Streit brachte eine am Dienstagabend veröffentlichte Umfrage, wonach 56 Prozent der Amerikaner für einen Mix aus Einsparungen und Steuererhöhungen im Schuldenstreit sind. Die Republikaner lehnen Steuererhöhungen bisher strikt ab. Der Umfrage zufolge geben 31 Prozent den Republikanern die Schuld an der Blockade, 21 Prozent sehen Obama als Schuldigen und neun Prozent die Demokraten im Kongress. Demnach äußerten sich 83 Prozent der Befragten besorgt über den Schuldenstreit. (red/APA)

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    screenshot: derstandard.at
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