Flugzeuge in Nairobi bereit für Abflug nach Mogadischu - EU stockt Hilfsgelder auf
Addis Abeba - Die UNO hat am Mittwochnachmittag ihre
Luftbrücke zur Lieferung von Nahrungsmitteln in das dürregeplagte
Somalia gestartet. Der Beginn der Luftbrücke war eigentlich für
Dienstag vorgesehen gewesen, musste wegen bürokratischer Hürden aber
verschoben werden. Zunächst sei ein Flugzeug mit zehn Tonnen
Nothilfegütern an Bord auf den Weg in das am schlimmsten von der
Hungerskrise am Horn von Afrika bedrohte Land gebracht worden,
erklärte das Welternährungsprogramm (WFP). Die Hilfen sind vor allem
für hungerleidende Kinder gedacht.
Über die Luftbrücke will die UN-Behörde auch Gebiete in
Äthiopien
und im kenianischen Grenzgebiet versorgen. Insgesamt sollen so in den
kommenden Tagen rund hundert Tonnen Nahrungsmittel in die Region
gebracht werden.
Die Hungerkrise am Horn von Afrika bedroht allein in Somalia
rund
3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des
Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien,
Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der
schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. UN-Vertreter bezifferten den
Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar (1,4
Milliarden Euro).
UNESCO-Botschafterin mahnt
"Eltern müssen ihren Kindern beim Sterben zusehen. Wir müssen endlich alles tun und schnell handeln, damit diese armen Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten versorgt werden", mahnte UNESCO-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven am Mittwoch. "Die unvorstellbare Situation lässt keinen Raum für Untätigkeit zu, denn schnell eintreffende Hilfsgüter sind jetzt die letzte Hoffnung."
Unterdessen rief UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Golfstaaten zur Hilfe für die Hungernden auf. Ban habe am Dienstag (Ostzeit) mit dem
saudi-arabischen König Abdullah, dem kuwaitischen Emir Scheich Sabah el Ahmed el
Sabah und dem katarischen Regierungschef Scheich Hamad bin Jassem bin Dschaber
el Thani telefoniert, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. In einem
weiteren Telefonat habe er auch den Außenminister der Vereinigten Arabischen
Emirate Scheich Abdullah bin Sajed el Nahjan um Hilfsgelder gebeten.
EU stockt Hilfe auf
Die EU-Kommission stockt ihre Hilfsgelder für die Hunger- und Dürreopfer in Kenia und Somalia auf. Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa zeigte sich am Mittwoch in Brüssel über die Zustände in den afrikanischen Ländern erschüttert. "Wir müssen alles tun, um Direkthilfe zu gewährleisten." Konkret wird die EU zusätzlich zu dem für die Region bereitgestellten Betrag von 70 Millionen Euro und folgenden 27,8 Millionen weitere 60 Millionen zur Verfügung stellen, da sich die humanitäre Lage am Horn von Afrika dramatisch verschlechtert habe.
Georgiewa erklärte, die Krise am Horn von Afrika habe ein bisher ungekanntes Ausmaß angenommen. Deshalb werde sich das Gesamtvolumen der Hilfsleistung der EU auf 158 Millionen Euro erhöhen. (APA, red)