Dürre in Afrika

UNO beginnt nach Verzögerungen mit Hilfslieferungen

27. Juli 2011, 15:25
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    foto: farah abdi warsameh/ap/dapd

    14 Tonnen Lebensmittel sollen per Flugzeug in die Krisenregion gebracht werden.

Flugzeuge in Nairobi bereit für Abflug nach Mogadischu - EU stockt Hilfsgelder auf

Addis Abeba - Die UNO hat am Mittwochnachmittag ihre Luftbrücke zur Lieferung von Nahrungsmitteln in das dürregeplagte Somalia gestartet. Der Beginn der Luftbrücke war eigentlich für Dienstag vorgesehen gewesen, musste wegen bürokratischer Hürden aber verschoben werden. Zunächst sei ein Flugzeug mit zehn Tonnen Nothilfegütern an Bord auf den Weg in das am schlimmsten von der Hungerskrise am Horn von Afrika bedrohte Land gebracht worden, erklärte das Welternährungsprogramm (WFP). Die Hilfen sind vor allem für hungerleidende Kinder gedacht.

Über die Luftbrücke will die UN-Behörde auch Gebiete in Äthiopien und im kenianischen Grenzgebiet versorgen. Insgesamt sollen so in den kommenden Tagen rund hundert Tonnen Nahrungsmittel in die Region gebracht werden.

Die Hungerkrise am Horn von Afrika bedroht allein in Somalia rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. UN-Vertreter bezifferten den Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro).

UNESCO-Botschafterin mahnt

"Eltern müssen ihren Kindern beim Sterben zusehen. Wir müssen endlich alles tun und schnell handeln, damit diese armen Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten versorgt werden", mahnte UNESCO-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven am Mittwoch. "Die unvorstellbare Situation lässt keinen Raum für Untätigkeit zu, denn schnell eintreffende Hilfsgüter sind jetzt die letzte Hoffnung."

Unterdessen rief UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Golfstaaten zur Hilfe für die Hungernden auf. Ban habe am Dienstag (Ostzeit) mit dem saudi-arabischen König Abdullah, dem kuwaitischen Emir Scheich Sabah el Ahmed el Sabah und dem katarischen Regierungschef Scheich Hamad bin Jassem bin Dschaber el Thani telefoniert, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. In einem weiteren Telefonat habe er auch den Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Abdullah bin Sajed el Nahjan um Hilfsgelder gebeten.

EU stockt Hilfe auf

Die EU-Kommission stockt ihre Hilfsgelder für die Hunger- und Dürreopfer in Kenia und Somalia auf. Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa zeigte sich am Mittwoch in Brüssel über die Zustände in den afrikanischen Ländern erschüttert. "Wir müssen alles tun, um Direkthilfe zu gewährleisten." Konkret wird die EU zusätzlich zu dem für die Region bereitgestellten Betrag von 70 Millionen Euro und folgenden 27,8 Millionen weitere 60 Millionen zur Verfügung stellen, da sich die humanitäre Lage am Horn von Afrika dramatisch verschlechtert habe.

Georgiewa erklärte, die Krise am Horn von Afrika habe ein bisher ungekanntes Ausmaß angenommen. Deshalb werde sich das Gesamtvolumen der Hilfsleistung der EU auf 158 Millionen Euro erhöhen. (APA, red)

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14 Postings
thinkonyourfeet
00
Wenn ich mir vorstelle, dass hier einige Afrikaner

auf Kosten ihrer hungernden Landsleute "bürokratische Hindernisse" erfinden, während Menschen verhungern, dann kommt mir die Galle hoch. Das ist doch eine Gemeinheit - nein: die gehören vor ein internationales Gericht..

Pauli Feuerstein
00
28.7.2011, 20:43
Hilfslieferungen gegen Piratenboote,

simple as it is!

Vienne3
00
27.7.2011, 19:44

ah darf man schon liefern, nachdem die örtlichen Behörden davon überzeugt wurden, dass ihnen kein Schaden entsteht. Gottseidank

jack johnson
 
00
28.7.2011, 00:32
Erschreckend finde ich

dass die politikersöhnchen von UNO & Co,die ein paar Jahre in Afrika sind, bevor sie nach Genf, New York, Wien oder Brüssel oä. kommen, offenbar net' mal fähig sind, die richtigen Leute ausreichend zu schmieren.

Abelaard
00
27.7.2011, 15:53

bürokratische hindernisse!, ja wenn es nur das ist da müssten doch die experten vor ort wissen wie man diese raschest beseitigen kann, ein ordentliches schmiergeld für die damit befassten beamten und noch mehr für die dortigen politiker und der laden läuft, finanziert aus spendengeldern sonst gibt es ja kein geld, das eigene dieser staaten wird für nachhaltigere dinge wie kampfflugzeuge und dergleichen gebraucht was ich aber in dieser welt gegend auch irgendwie verstehen kann

Balduin
00
27.7.2011, 15:04
Na es hätte mich auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre.

Und es ist auch keine Bürokratie, die die Lieferungen verzögert. Bürokratie setzt eine funktionierende Verwaltung voraus. Hier wurde einfach kein oder zu wenig Schmiergeld bezahlt.

Andreas Exner2
20
27.7.2011, 14:58
Hunger in Afrika, Klimawandel und Land Grab. Über imperiales Denken und sozial-ökologische Fakten

Ich finde die Debatte zur Hungerkrise insgesamt ziemlich falsch gepolt. Auch im Standard. Es ist erschreckend, wie sehr man an den wirklichen Ursachen des Hungers vorbeidenkt.
Ausführlicher hier:
http://www.social-innovation.org/?p=2715

Markus1975
01
27.7.2011, 15:37
der Artikel

ist zwar eine schöne Zusammenfassung von allem das zu diesem Thema gesagt wurde, nur leider kann ich auch da nicht wirklich herauslesen, was bzw. wer nun wirklich schuld an allem ist ... Kritisiert wird hier ein Meterologe für seine Aussagen zum Klimawandel ... was sind denn nun bitte Ihrer Meinung nach die Ursachen ?

ivoryhunters
02
27.7.2011, 14:40
genau diese situation habe ich vor einer woche gepostet

nun ist sie eingetreten:
wir müssen diese leute schmieren, dafür dass wir sie füttern dürfen.

ist doch wirklich ein wahnsinn, wie die ihre eigenen leute behandeln.

man stelle sich vor, in österreich droht eine hungersnot und die politiker und beamten blockieren hilfslieferungen nur um ein paar Bestechungsgelder zu lukrieren.

wir würden unsere politiker mit recht zum teufel jagen.

was passiert in afrika nichts.....
die leute schauen alle mit grossen augen zu und vermuten wahrscheinlich ein westliches komplott gegen das arme afrika.

Kleinhirn
00
27.7.2011, 16:35

"wir würden unsere politiker mit recht zum teufel jagen. "

Wenn unsere Politiker aber so wie da unten ihre eigenen schwer bewaffneten SS Truppen hätten, dann würden sie auch nicht so schnell sein mit dem vertreiben.

Unsere Politiker klauen uns auch genug Geld für die eigenen Taschen und keiner verjagt sie oder bringt sie ins Gefängnis.
Wir haben halt das Glück, dass wir nicht hungern müssen.

Vielleicht sollten wir mal überprüfen was mit den ganzen Hochwasserhilfen in Ö passiert ist, bin sicher da ist auch genug abgezweigt worden. Bisserl unauffälliger halt.

Macht korrumpiert, im Süden genauso wie bei uns im hohen Westen.
Das ist keine afrikanische Erfindung.

system1
07
27.7.2011, 14:23
Es habe zuvor einige bürokratische Hürden mit dem kenianischen Zoll gegeben....

die haben wohl vergessen, einen koffer bargeld zum schmieren mitzunehmen... mal im ernst: was bitte will der kenianische (!) zoll überhaupt? kein schwein schmuggelt dort irgendwas hin und wenn schon, es ist sowieso eine komplett rechtsfreie zone....

jack johnson
 
01
27.7.2011, 14:36
auf den Punkt

die Wurzel der afrikanischen Tragödie

Johannes Benn
00
27.7.2011, 13:32
.

es ist eine dreistigkeit wenn sich zollbeamte aufspielen gegenueber auslaendischen helfern

Dragomir
10
27.7.2011, 12:59

Wie kann man die armen Leute und ihre Kamele mit Wasser versorgen?????

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