Med-Uni Graz

Aufnahmetest: In Graz österreichische Frauen erfolgreicher als Männer

27. Juli 2011, 12:16
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    foto: lilli strauss/dapd

    In der Gruppe der Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis waren erstmals Frauen erfolgreicher als Männer.

Insgesamt erhalten Frauen 173 der 360 Studienplätze, Männer 187 - Ergebnisse von Wien und Innsbruck im August

Graz - Beim jüngsten Auswahlverfahren für einen Studienplatz an der Medizinischen Universität Graz haben in diesem Jahr Frauen mit österreichischem Maturazeugnis erstmals besser abgeschnitten als ihre inländischen männlichen Kollegen. In der "österreichischen Gruppe" - für sie sind 75 Prozent der Plätze reserviert - gehen 136 der Studienplätze (rund 51 Prozent) an Frauen und 132 an Männer, hieß es am Mittwoch vonseiten der Med-Uni. Im Vorjahr betrug dieser Anteil nur 43 Prozent.

1.702 Maturanten aus Österreich, der EU und Drittländern haben am diesjährigen Auswahlverfahren teilgenommen: 968 Frauen und 734 Männer stellten sich dem über viereinhalbstündigen Verfahren mit Tests zu medizinrelevanten Grundlagenfächern, Textverständnis sowie Situational Judgement, um einen der insgesamt 360 Studienplätze in Human- und Zahnmedizin zu ergattern. Insgesamt erhalten Frauen 173 der 360 Studienplätze, Männer 187.

Zweifel an der Gendergerechtigkeit

75 Prozent der Plätze sind für Österreicher, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Maturanten aus Drittländern reserviert. Das beste Ergebnis der Bewerber wurde von einem männlichen Maturanten aus Österreich erzielt. Sonst aber waren diesmal Frauen mit österreichischem Maturazeugnis erfolgreicher: 51 Prozent bzw. 136 der insgesamt 268 für inländische Maturanten reservierten Plätze gehen diesmal an Frauen (2010: 43 Prozent). Die österreichweit schlechteren Ergebnisse von Frauen bei den Zulassungstests an den Med-Unis haben Zweifel an der Gendergerechtigkeit der Tests und der Bildungssozialisation der Mädchen durch die Erziehung der Eltern und die Schule aufkommen lassen.

"Was uns besonders freut, ist der Umstand, dass der Gap zwischen den angetretenen und erfolgreichen Frauen kleiner geworden ist", so Gilbert Reibnegger, Vizerektor für Studium und Lehre. Demnach waren in diesem Jahr 58 Prozent der österreichischen Bewerber Frauen, sie erhalten mit 51 Prozent nun auch mehr als die Hälfte der für österreichische Maturanten reservierten Studienplätze. Im Vorjahr waren 56 Prozent der österreichischen Bewerber Frauen, erhielten jedoch nur 43 Prozent der Studienplätze.

Probetest im Internet

Seitens der Med-Uni hat man sich zuletzt bemüht, die Information der Bewerberinnen und Bewerber zu verbessern. Ihnen stand erstmals ein Probetest im Internet zur Verfügung, um das eigene Wissen zu überprüfen und sich auf den Umgang mit Multiple Choice-Fragen einzustellen: "Das scheint den Frauen entgegengekommen zu sein", so der Vizerektor. Der Test sei rund 1.700 mal abgerufen worden. Zudem habe man die Kooperation mit den Schulen verstärkt, was sicher auch zum Aufholprozess beigetragen habe.

Das endgültige Ergebnis des Aufnahmeverfahrens der Med-Uni Graz steht nach einer Einspruchsfrist am 12. August fest. Die Ergebnisse der Aufnahmetests an den Medizin-Unis Wien und Innsbruck werden für Anfang August erwartet. (APA/red)

Link zum provisorischen Ergebnis des Aufnahmeverfahrens der Med-Uni

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 66
1 2
Captain Smoker
00
"Gendergerechtigkeit der Tests"

Sorry, aber das ein Qualitätsmedium überhaupt so einen Ausdruck verwendet. Das ist doch peinlich. Entweder ich bin klug genug oder nicht um mich zu qualifizieren.

potz
01
31.7.2011, 00:13
Journalisten vs. korrekte Statistik: 1:0

Lieber Standard kann man die Grundrechenarten bei den Redakteuren abchecken, bevor sie solche Artikel fabrizieren duerfen? Damit wäre der Demokratie und unseren schmerzenden Gehirnen geholfen:

verhaeltnis angetreten M/F: 1:1.3
verhaeltnis bestanden M/F: 1:1.03

so, das bedeutet, dass die chance die pruefung als frau zu bestehen, wesentlich geringer ist, als sie als mann zu bestehen.

ist traurig, ist aber so. mit den verschwurbelten statistiken und headlines der redakteure wird jedem politiker der von strukturproblemen ablenken will, ein roter teppich gelegt.

danke

Constantini raus - Irgendwer rein
10
29.7.2011, 14:36
Der ganze Test ist ein Witz

Ich hab den heuer gemacht und frage mich was zb im Unterpunkt "Planen und Organisieren" es mit Medizin zu tun haben soll wenn ich am Züricher Bahnhof ein Szenario habe wo 10 Züge auf 3 Gleise Passagiere ein und aussteigen lassen müssen, und das alles in einem gewissen Zeitfenster.

Da sitzen viele 1000te junge Menschen die alle Medizin studieren wollen und müssen sich mit so einem Unsinn rumschlagen.
Gleichzeitig wenn man mal n ein Krankenhaus geht sieht man wie überlastet die dort sind.
Hier wird an der richtigen Stelle gespart, ganz großes Kino.

sl1der
00
29.7.2011, 13:02
Dafür schauts in Wien ganz anders aus!

Da erhalten 43,1% der Frauen und 56,9% der Männer einen Studienplatz.
Quelle:http://www.ots.at/presseaus... rfolgreich

PaulchenP
30
29.7.2011, 08:57
Glatte Falschmeldung!

Wenn der Anteil der Frauen unter den BewerberInnen 58% war und unter den Aufgenommenen nur 51% sind, werden Frauen durch den Test immer noch benachteiligt. Wäre der Test neutral, müssten auch unter den Aufgenommenen 58% Frauen sein, so ist ihr Anteil gesunken und folgerichtig der Anteil der Männer von 42 auf 49 gestiegen. Das Problem ist weniger stark ausgeprägt als noch vor einem Jahr, jedoch immer noch vorhanden!

potz
01
31.7.2011, 00:16

da der test in der schweiz auch eingesetzt wird, und dort ausgeglichene ergebnisse liefert kann es wohl schwer am test liegen.

alternative (unangenehm, weil nicht durch eine consulting firma vom habschi am wörtersee zu beheben):
- ausbildung in der schule benachteiligt maedchen
- maenner sind halt durchschnittlich 1 jahr älter beim antritt ... pflichtbundesheer fuer frauen würde das problem wahrscheinlich loesen.

NoName100
01
29.7.2011, 17:24

welches problem?

manche menschen schneiden bei dem test besser ab als andere...das hat absolut nichts mit dem geschlecht zu tun...

Jacksonson6
00
29.7.2011, 11:11

Haben zwar im Prinzip recht sofern ihre Annahmen stimmen. Wie aber wissen sie das die Quote der OESTERREICHISCHEN Testteilnehmerinnen 58% war?

Beim Barte des Proleten!
00
29.7.2011, 08:27
58% der Bewerber Frauen 51% der Aufgenommenen Frauen

Also Ich würde das so interpretieren das Männer erfolgreicher sind, weil sie obwohl deutlich in der Unterzahl, fast 50% ergattert haben.
Der GAP ist halt kleiner, ja aber mehr auch nciht.

feuerball100
04
28.7.2011, 14:23
Doppelmoral!?!

Ich kann mich noch sehr lebhaft erinnern, was letztes Jahr für eine Aufregung war, wo der Männeranteil knapp höher war! ...von Ungerechten, skandalösen, frauenverachtenden Tests haben sie hier berichtet, der jungen Frauen die Zunkunft verbaut... jetzt wo es umgekehrt ist, ist nicht mal der Gedanke legitim draran zu denken, dass der Test ungerecht sein könnte, derStandard kennt anscheinend Gleichberechtigung nur, wenn es Frauen und/oder Ausländer betrifft!!

Toxo Logic
 
11
28.7.2011, 12:48

Bei den Durchfallsquoten gehört einmal berücksichtigt, dass viel mehr Frauen als Männer gleich nach der Matura den Test versuchen. Ein großer Teil der Männer versucht den Test erst ein Jahr nach der Matura, nach Bundesheer oder Zivildienst und mit den angebotenen Vorbereitungskursen.

We're all mad here.
00
28.7.2011, 13:31

Das ist meiner Meinung nach auch der einzige "Nachteil" den man als Frau (oder Mann ohne Zivi/Heer) hat. Der Test selbst ist zwar schwachsinnig und hat was von Lottospielen, aber die Chancen sind für alle gleich.
Ich hab den Test eine Woche nach der Matura gemacht, von vernünftiger Vorbereitung konnte da keine Rede sein.

Már
07
28.7.2011, 11:29

das ist mittlerweile ja nur mehr lächerlich. wenn männer besser sind sind ist natürlich der test ungerecht, sind die frauen besser sind sie natürlich die intelligenteren.

guggi102
10
29.7.2011, 07:21

Wo steht das?

Neuer Nick neues Glück
06
28.7.2011, 10:23

Wenn eine Gruppe 58% der Bewerber stellt und 51% der Plätze bekommt, hat diese Gruppe dann besser abgeschnitten?

maxauthority
00
28.7.2011, 16:19

Besser als im jahr davor, steht eh so im text.

Neuer Nick neues Glück
01
28.7.2011, 16:56

Dann schauen wir uns gemeinsam mal die Überschrift an (das sind die ganz arg dicken Buchstaben):

Aufnahmetest: In Graz österreichische Frauen erfolgreicher als Männer

guggi102
00
29.7.2011, 07:22

Das ist blöd formuliert, stimmt.

Asperitias
07
28.7.2011, 10:12
"Die österreichweit schlechteren Ergebnisse von Frauen bei den Zulassungstests an den Med-Unis haben Zweifel an der Gendergerechtigkeit der Tests (...) aufkommen lassen"

Und natürlich werden diese Zweifel auch dann wieder allseits aufkommen, wenn Männer eventuell einmal bei rund 40% landen, nicht wahr?
Nein? Oh, welch Überraschung.
Es wird langweilig. Wirklich.

DerAndere34
02
28.7.2011, 09:36
na endlich

der beweis ist erbracht!

frauen sind die besseren, klügernen und ... überhaupt ... menschen und Innen.

...

dieser artikel ist erbärmlich.

silverfinger
00
28.7.2011, 09:03

und wie hoch war der Antritts-Anteil der Frauen und Männer??? wenn mehr Frauen antreten ist die wahrscheinlichkeit auch größer dass sich intelligentere darunter befinden ... wenn man so wie normalerweise davon ausgeht dass frauen wie männer gleich intelligent sind ...

Gallo Way
09
28.7.2011, 08:48

Das ist doch schön. Wie toll wird es erst wenn endlich 100%, nein Tschuldigung, 90% Frauen und 10% davon Quotenmänner die Tests bestehen. Erst dann ist wahre Gerechtigkeit und Gleichstellung erreicht!

Neuer Nick neues Glück
12
28.7.2011, 07:49

Sofort gendern, den Test! Weil nicht sein kann was nicht sein darf.

F.B.
 
14
28.7.2011, 00:58
interessant

dass erfolg definiert wird wenn mehr frauen als männer dabei sind ansonsten ist es ein natürlich ein misserfolg und wohl falsch, denn wer will schon dass männer in der gesellschaft erfolgreich sind

und abgesehen davon ist die überschrift ja wohl etwas gewagt

wenn 58 prozent der bewerber frauen sind dann wäre es ein erfolg für frauen wenn auch 58 prozent der plätze an frauen gehen würden

man kann das nämlich auch so sehen: es ist wahrscheinlicher als mann einen platz zu bekommen als frau und das wäre dann sogar statistisch eine korrekte aussage, denn:

jemand der 100 werfen darf und 2 mal trifft ist nicht besser als jemand der 5 mal wirft und 1 mal trifft

es geht mir am nerv, dass unangebrachtes als entjochungskampf der frau gesehen wird

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