Attentat in Norwegen

Psychiater Haller zieht Vergleich zu Franz Fuchs

27. Juli 2011, 11:22

"Immer verblüffendere Ähnlichkeiten mit den früheren großen Einzelmassakristen"

Wien - Für den Vorarlberger Kriminalpsychiater Reinhard Haller ergeben sich im Persönlichkeitsprofil des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik "immer verblüffendere Ähnlichkeiten mit den früheren großen Einzelmassakristen". Der Experte zieht Vergleiche zum österreichischen "Bombenhirn" Franz Fuchs und zu "Unabomber" Ted Kaczynski.

"Für einen Ideenfanatiker ist es typisch, dass er seine private Wirklichkeit über die gesellschaftlichen Normen stellt und seine Wertungen als die allein maßgebenden betrachtet", sagte Haller. "Entscheidend ist für ihn sein persönliches Rechtsempfinden, nicht jenes der Gesellschaft oder des Staates. Dementsprechend fühlt er sich nicht schuldig, auch wenn er erkennt, dass er gegen geltende Gesetze verstoßen hat." Die Parallelität zu Unabomber Kaczynski und Franz Fuchs sei unübersehbar: "Beide haben sich damit verantwortet, dass das 'Naturrecht' wichtiger und über das Strafrecht zu stellen sei, dass man in 'Notwehr' gegen Überfremdung (Franz Fuchs) oder Industrialisierung (Ted Kaczynski) kämpfen müsse." Diese Haltung werde durch das Sendungsbewusstsein der Fanatiker, die die Welt von ihrer "Wahrheit" überzeugen wollen, verstärkt.

Fiktive Armeen und nicht korrigierbare wahnhafte Ideen

Die Fahndung nach etwaigen Mittätern des Norwegers sei absolut notwendig. Aber auch die Einzeltäter Kaczynski und Fuchs hätten sich immer auf eine große Organisation berufen: Beim Unabomber war es der Freedom-Club "FC", bei Fuchs die Bajuwarische Befreiungsarmee "BBA". "Durch fiktive Armeen wollten sie in der Öffentlichkeit die Angst schüren, dass hinter ihrer Idee nicht nur eine Einzelperson, sondern eine ganze Bewegung und ein gefährlicher Kampftrupp stehe."

Zur Zukunftsprognose des Attentäters ist der Kriminalpsychologe pessimistisch: "Aus allen bisherigen Untersuchungen weiß man, dass fanatische bzw. wahnhafte Ideen nicht korrigierbar sind und sich bis zum Lebensende als therapieresistent erweisen. Eine Idee ist nicht behandelbar, eine wahnhafte Überzeugung nicht therapeutisch korrigierbar."

Man müsse davon ausgehen, dass Breivik auch nach 21 Jahren (Maximallänge einer regulären Haftstrafe in Norwegen, Anm.) - ob in Haft oder einer psychiatrischen Institution - von der Richtigkeit seiner Idee und der Notwendigkeit seines Attentats überzeugt sein wird "und deshalb aller Voraussicht nach weiterhin eine Gefahr darstellen würde". Haller wies darauf hin, dass "bei einem der klassischen Massakristen, dem Hauptlehrer Ernst Wagner (Amokläufer, der 1913 in Deutschland 17 Menschen tötete, Anm.), seine wahnhafte Überzeugung bis zu seinem Tod fast 30 Jahre nach dem Anschlag unverändert vorhanden war, ebenso bei Franz Fuchs bis zu seinem Suizid im Jahr 2000 und bei Ted Kaczynski, der trotz Therapie auch heute noch - 69-jährig - in dieser unkorrigierbaren Wahnwelt lebt".

Fanatismus oder Wahnerkrankung

Für die Frage der Schuldfähigkeit sei entscheidend, ob der Attentäter "nur" an einer fanatischen Persönlichkeitsstörung oder "schon" an einer Wahnerkrankung leide. "Wenn er bereits wahnkrank wäre, müsste er als nicht zurechnungs- bzw. nicht schuldfähig gelten und in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden", betonte Haller. Die Grenze zwischen fanatischer und wahnhafter Idee sei äußerst gering, der Übergang oft fließend. Daher bedürfe es "einer sorgfältigen und langfristigen psychiatrischen Untersuchung", um zu klären, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt die Grenze zum Wahn überschritten worden sei. (APA)

Spirogyra
00
Stermann & Grissemann ziehen Vergleich zu Haller

Das Verbrechen von Cordoba:
http://www.youtube.com/watch?v=Ymvx794uYns
:)

momo10001
11
28.7.2011, 10:30
Haller war und ist ein ferndiagnostizierender Quacksalber.

(oder das psychiatrische Pendant dazu). War er schon in der Maria Ebene (oder ist er da noch?). Dass man dem dauernd eine plattform bietet verstehe ich nicht.

Aus mir hätte was werden können
12
28.7.2011, 09:22
Vergleiche hinken

Das Haller'sche Weltbild nervt:

1) Wenn er schon nicht auf hinkende Vergleiche verzichten will, dann soll er Breivik mit Timothy James McVeigh vergleichen. McVeigh verübte im Jahr 1995 den Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City.

2) Schuldfähigkeit: Haller sollte dazu bei Sabiene Nowara lernen, die sich zu Breivik klar geäußert hat: Grausamkeit und Abscheulichkeit einer Tat seien danach noch keine zwingenden Gründe für eine psychische Störung. Und hat nich einige Argumente angeführt, die für eine Schuldfähigkeit von Breivik sprechen.

3) Fuchs: den rechtsextremen Hintergrund kleinreden, aber die SPÖ-wählenden Eltern hervorheben! Was für ein verschrobenes Weltbild muss man haben, um so einen Unsinn von sich geben zu

Fuzzface
00
31.7.2011, 18:34

Bitte um Belege für die Behauptung, Haller hätte "den rechtsextremen Hintergrund kleingeredet" und "die SPÖ-wählenden Eltern hervorgehoben".

erich1963
01
28.7.2011, 20:33
Hauptsach in Vorarlberg..

..fallen alle vor ihm auf die Knie. ;-)

dmos
01
28.7.2011, 02:26

Breivik unterscheidet sich von anderen Verschwörungstheoretikern erst dadurch, dass er die Ressourcen zur Verfügung hatte sein Konstrukt zu realisieren. > verschwörer.at > Blog > Mjöllnir & Gungnir

Heinz Anderle
 
00
28.7.2011, 00:11
No na...

... net.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

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