Sun-Chef hatte sich offen für Java-Nutzung bei Android ausgesprochen

26. Juli 2011, 14:38
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Groklaw gräbt mittlerweile von Oracle gelöschten Blog-Eintrag aus, in dem Jonathan Schwartz Google gratuliert

Mit scharfen Geschützen fährt Oracle nun schon seit einigen Monaten gegen den Softwarehersteller Google auf. Dieser habe sich vollkommen unautorisiert beim von Sun übernommenen Java bedient und so gegen die Patentansprüche des eigenen Unternehmens versprochen. Die Konsequenz aus dieser Anschuldigung ist, dass sich die beiden Firmen derzeit vor allem vor Gericht treffen, eine Einigung ist - zumindest öffentlich - noch nicht in Sicht.

Nachtragend

In einem solchen Prozess geht es natürlich nicht nur um den reinen Vergleich von Code-Zeilen und die Interpretation von Patenttexten, auch Symbolik und öffentliche Aussagen der Beteiligten spielen ein nicht zu unterschätzende Rolle. Und in dieser Hinsicht hat Google wohl gerade einen Treffer gelandet: Hat man bei Groklaw doch einen Blog-Eintrag aus dem Jahr 2007 ausgegraben, in dem der damalige SUN-Chef Jonathan Schwartz Android alles andere als negativ gegenübersteht.

Lob

So spricht Schwartz darin wörtlich Google seine "herzlichen Glückwünsche" für die Vorstellung von Android aus, und zeigt sich davon überzeugt, dass Android die Java-Community weiter voranbringen wird. Zudem kündigt er gleich an, dass Sun das erste Unternehmen sei, das mit Netbeans for Mobile Devices eine vollständige Entwicklungsumgebung für Android anbieten werde.

Symbolik

Die Aussagen von Schwartz haben zwar keine direkte rechtliche Auswirkung, sie tragen aber wohl nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit von Oracles Argument bei, dass sich Google "unautorisiert" bedient habe. Auch der Umstand, dass Oracle das Posting - wohl seiner Symbolik bewusst - gezielt löschen hat lassen, wird beim Gericht kaum positiv vermerkt werden.

Widersprüchlich

Zudem könnte Google jetzt argumentieren, dass es von Seiten Sun/Oracles eine öffentliche Unterstützung für Android gegeben hätte. Groklaw verweist dabei auf eine Regelung es US-Gesetzes, die es nicht erlaubt jemanden wegen einem Rechteverstoß zu klagen, zu dem man ihn vorher animiert hat. Allerdings schränken die Rechtsexperten des Blogs ein, dass dieser Punkt nicht so einfach vor Gericht durchzubringen ist. (red, derStandard.at,26.07.11)

  • Die Rache des Archivs.
    screenshot: groklaw

    Die Rache des Archivs.

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