Schutzfaktor Schlaf

Übermüdung erhöht Aggressionspotential

26. Juli 2011, 11:13

Unregelmässiger Schlaf verschärft Einfluss von Elternkonflikten auf Jugendliche

Schlafen schützt - zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Basel. Sie konnten in einer Studie nachweisen, dass Jugendliche von häufig streitenden Eltern zu weniger Aggression gegenüber Gleichaltrigen neigen, wenn sie regelmäßig und genug schlafen, als solche, die ein unregelmäßiges Schlafmuster aufweisen. Die Forschungsergebnisse sind in der online Ausgabe des Fachmagazins «Journal of Adolescence» publiziert.

Konflikte zwischen den Eltern wirken sich negativ auf das Verhalten von Jugendlichen aus. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn die Jugendlichen die Konflikte als häufig und intensiv wahrnehmen. Dennoch reagieren nicht alle Jugendlichen gleich auf Elternkonflikte. Während einige Jugendliche besser mit einer schwierigen Situation zuhause zurechtkommen, sind andere anfälliger, was sich zum Beispiel in einem aggressiven Verhalten gegenüber Gleichaltrigen zeigen kann.

In der Studie «Familienbelastung im Übergang zum Jugendalter» untersuchten Forschende der Fakultät für Psychologie der Universität Basel, wieso Jugendliche auf Elternkonflikte mit erhöhter Aggression reagieren. Dazu wurden 176 Jugendliche im Alter von 10 bis 13 Jahren und ihre Mütter befragt. Die Mütter gaben Auskunft über Ehekonflikte. Die Jugendlichen berichteten, wie häufig sie sich gegenüber Gleichaltrigen aggressiv verhalten. Zudem gaben sie an, wie lange sie während der Woche und an den Wochenenden schlafen.

Schutzfaktor Schlaf

Die Ergebnisse der vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Studie zeigen, dass vor allem Jugendliche mit unregelmäßigem Schlafmuster (zu kurzer Schlaf vor Schultagen gepaart mit langem Nachschlafen am Wochenende) auf Elternkonflikte mit Aggression gegenüber Gleichaltrigen reagieren. Langes Nachschlafen am Wochenende kann als Zeichen für Übermüdung während der Schulwoche betrachtet werden, welche die Anfälligkeit für psychosozialen Stress durch elterliche Konflikte erhöht. Auf der anderen Seite erscheint genügender und regelmässiger Schlaf im Jugendalter als Schutzfaktor im Umgang mit solchen Situationen. Die Resultate unterstreichen die wichtige Bedeutung von genügendem und regelmässigem Schlaf im Jugendalter. (red)

Sallel
 
00
20.9.2011, 15:45
Umfangreiche Infos und Tipps

Auf diesem Blog http://www.ursachen-schlafstoerungen.de/gutschlafen/ findet man zum Thema Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Schlafprobleme usw. jede Menge sehr nützliche Tipps, Informationen und Anregungen.

chrilly donninger1
03
26.7.2011, 20:56
Die unausgeschlafene Gesellschaft

von Stanley Coren ist im Englischen Original 1996 erschienen.
Coren schildert in diesem sehr lesenswerten Buch u.A. die steigende Aggressivität auf Grund von chronischem Schlafmangel.
Die Erkenntnis dürfte daher nicht sehr neu sein.

http://www.amazon.de/Die-unaus... r-mr-title

florus flagrantius
12
26.7.2011, 19:22
sehen sie sich in notschlafstellen um - wo sehr unruhig , schlecht , unterbrochen geschlafen wird

die sind schon früh morgens sehr aggressiv, die kleinste unstimmigkeit und sie reagieren konfliktreich.
was naheliegend ist - aber wozu eine studie ?

Befreier von Butter und Eier
02
26.7.2011, 13:12

Immer wieder lustig welche Kapazunder nötig sind um in Studien das zu erfahren, was für jeden anderen von Geburt an Sonnenklar ist.

suche prov.freie(!) 3ZiWhg in/um Wien
05
26.7.2011, 12:07
"Genügender und regelmässiger Schlaf" ist auch im Erwachsenenalter ein Schutzfaktor gegen Konflikte.

Mich würde wirklich interessieren, wie viele Eskalationen, Scheidungen, vielleicht sogar auch Kriege es *nicht* geben würde (gegeben hätte), wenn die Leute ihrem Grundbedürfnis nach genügend Schlaf entsprechend nachkommen könnten.

chrilly donninger1
02
26.7.2011, 20:59
Mensch und Aff brauchen 10h Schlaf

Die hatte der Mensch vor Erfindung der Glühbirne zwangsweise auch. Heute kommen wohl nur die wenigsten auf 10h.
Quelle: Stanley Coren: Die unausgeschlafene Gesellschaft.

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