Begräbnis-Kollektion

Designer-Kleidung für Verstorbene

31. Oktober 2011, 17:01
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    Die von Interlandi entwickelte Kleidung löst sich auf.

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    Auf ihrer Homepage sind die einzelen Projektschritte ausführlich erklärt.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelt die Australierin Pia Interlandi Kleidung, die sich nach kurzer Zeit auflöst

Melbourne - Die australische Designerin Pia Interlandi entwirft Kleidung für Verstorbene, die relativ rasch verrottet. Auf die Idee kam sie als ihr Großvater starb. Damals begann sie zu grübeln, dass er wohl keine Schuhe mehr brauchen würde und auch die Knöpfe und Reißverschlüsse an der Kleidung völlig sinnlos seien.

Nachdem sie bereits während eines Aufenthaltes in Japan Versuche mit verschiedenen Geweben gemacht hatte, die sich beispielsweise bei Kontakt mit Schweiß auflösen, begann sie für die Grabkleidung in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für Forensik weiter zu forschen. Sie testete Stoffe zunächst an 21 Schweinekadavern. In 50-Tages-Intervallen wurden jeweils drei Schweine und ein Kontrollkleidungsstück ausgegraben und die Gewebereste im Labor analysiert.

Die Schweinekörper wurden wieder eingegraben. Innerhalb eines Jahres waren die Hemden völlig verrottet, übrig blieben Stickereien, Knochen und Wurzeln. "Ich fand es ein bisschen widersprüchlich, dass man in einem Kleidungsstück aus Polyester begraben wird, das die Verwesung des Körpers überdauert. Dann endet man als Skelett in einem komischen Polyester-Hemd oder so", meint sie.

Keine Extravaganz

Ihre Totengewänder seien keine Extravaganz, sie wolle die Toten nicht "sexy" präsentieren, erklärte sie in einem Zeitungsinterview. Ihr gehe es um Kleider, die für das Begräbnis entworfen werden und aus natürlichen Materialien wie Hanf oder Seide gefertigt werden. Nach dem Begräbnis würden die Fasern bald zerfallen.

Wenn die Begräbnisse weniger streng kirchlichen Zeremonien folgen, dann könnten die Bestatter auch von dem Brauch abrücken, den Verstorbenen in einem Anzug zu beerdigen, meint die Designerin. Sie denkt an Stickereien mit dem Lieblingsgedicht des Toten, einem Liedtext oder mit seinem Familienstammbaum.

Interlandi lehrt auch an der School of Architecture and Design am Royal Melbourne Institute of Technology und betreibt das Modelabel "Hhhh...", ihre Begräbnis-Kollektion soll Ende 2012 auf den Markt kommen. (red, derStandard.at, 31.10.2011)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 40
1 2
nekromancer
90
1.11.2011, 09:17

Unter aller Sau :)

Carlos Clementin
23
1.11.2011, 08:22
Dummer Gräberkult !!!

Mehr Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens.
Heute Pilgern wieder Millionen zu den Entsorgungsstätten. Zur alten gräßliche knausrigen Tante, zum Terror-Eheman den die Frau endlich beerben konnte, etc etc etc ...
Wer eine Kultstätte braucht um sich an Verstorbene zu erinnern, der hat nicht alle ...

Thank God I'm A Country Boy
04
1.11.2011, 12:26

Manche Leute gehen aber auch zu den Gräbern von Toten, die sie wirklich geliebt haben, zu tollen, großartigen Menschen, die im Leben sehr vermisst werden.

Carlos Clementin
00
1.11.2011, 12:56

Na wenn man dazu so eine Kultstätte benötigt ... vielleicht gehen wirklich 0,101% aus dem Grund dahin. Andere alle aus Gruppenzwang!

artemis70
01
1.11.2011, 17:02

Sie haben einfach keine ahnung.

Thank God I'm A Country Boy
02
1.11.2011, 13:09

ich finds schön, dafür nen bestimmten Ort zu haben, zu dem man auch hingehen muss- sicher, an die Person denken kann man überall, aber sich die Zeit dafür zu nehmen, extra hinzugehen, den Alltag zu unterbrechen.. dafür ist es nett, einen ganz bestimmten Ort zu haben. Das muss nicht zwangsweise ein Grab sein. Aber es spricht auch nichts dagegen.
Ich mag die Ruhe auf Friedhöfen. Hab ich früher auch zum lernen und lesen genutzt. Aber an Tagen wie heute meide ich Friedhöfe, zuviel Rummel.

Und die 0,1% enstpringen deinen Zynismus.. Geh mal an nem normalen Tag auf einen größeren Friedhof- da siehst du viele Leute alleine herumgehen oder herumsitzen. Die machen das sicher nicht aus Gruppenzwang.

Alle meine Postings
00
1.11.2011, 09:59

Stimme ebenfalls zu.

Mehr Aufmerksamkeit zu Lebzeiten verschenken ist besser, als Geld in teuren Grabmonumenten zu versenken.

Prominente können davon aber gerne ausgenommen werden.

blatt spin.at
00
1.11.2011, 08:53

wer während dem leben blumen braucht um aufmerksamkeit zu vermitteln, der hat sie nicht alle.

Carlos Clementin
00
1.11.2011, 12:59

Diese "Blumen" sind nicht immer das, was es beim Floristen zu kaufen gibt. Oder haben Sie schon mal einen Strauss "Fleurs du mal" für ihre ungeliebte Ex. dort gekauft?

chmod777
00
1.11.2011, 06:31

das gehört zu jenen Dingen, auf die die Menschheit gewartet hat! Ganz zu schweigen davon, dass sich damit Generationen künftiger Archeologen ein neues Betätigungsfeld suchen müssen ...

pox vobiscum
02
1.11.2011, 10:08

Zur Unterhaltung zukünftiger Archäologen sollte man zumindest ein paar besonders schön gekleidete Exemplare unserer Art als Gletschermumien beisetzen.

Lilly Rush
 
00
31.10.2011, 21:56

Erinnert an das Experiment mit den Lawinenschweinen in Tirol.

Cle Guevara
 
00
31.10.2011, 21:36
Darauf hab` ich gewartet! Jetzt kann ich endlich gehen... :p

Friederich
00
31.10.2011, 21:22

überflüssig!

monototal
 
02
31.10.2011, 19:42
finally!

Netz Werk
48
31.10.2011, 19:35

Als Fachmann melde ich mich zu Wort:

Polysterhemden für Verstorbene gibt es nicht, zumindest nicht in Deutschland.

Ruhehemden müssen für Erd- wie für Feuerbestattungen gleichermaßen geeigent sein und Kunstfasern dürfen in keinen Kremierungsofen.

Schuhe darf man ebenfalls nicht anziehen.

Viel wichtiger fände ich es, wenn Verstorbene mit Krebs und anderlei tödlichen Krankheiten per Gesetz verbrannt werden sollten. Das Feuer vernichtet alles.

Es ist unsinnig, Sondermüll* in der Erde zu vergraben und diese somit wieder in den Kreislauf zu integrieren.

* Mit Sondermüll sind Tote gemeint. Dies ist nicht verachtend gedacht, sondern sie fallen unter diese Verordnung, wenn vollgepumpt mit Medikamenten oder Chemo.

Londo Mollari
 
12
1.11.2011, 12:17

keine schuhe? mon Dieu! bedeutet das, ich muss blossfüssig oder mit pantoffeln (nehme an flipflops geht wg material nicht) meinem schöpfer gegenüber treten? nun, da mir die begründing für Gottes sandalen klar wird, bin ich ganz ergriffen ob solcher rücksichtnahme.

Netz Werk
01
1.11.2011, 12:58

Wozu Schuhe? Im Himmel gibt es keinen Fußboden.

nachtigaller
 
02
1.11.2011, 14:45
aaaber

wenns ein bisserl schief geht? sowohl purgatorium als auch hölle sind (angeblich) ein verdammt heisses pflaster!

Yar Ali
10
1.11.2011, 11:29
ich glaube sie sind kein mensch, menschen begraben nämlich ihre toten, und ehren diese nach ihrem absterben ....

Alle meine Postings
00
1.11.2011, 09:56

Stimme zu. Nur an Ihren Bewertungen erkennt man die Ewiggestrigen.

Emiliano Zapata
 
12
31.10.2011, 21:00
warum soll ein krebskranker verpflichtend eingeäschert werden?

krebs ist ja nicht ansteckend. und auch bei ansteckenden krankheiten geh ich davon aus, dass die erreger bis zum begräbnis nicht mehr wirklich gefährlich sind. aber ich bin kein pathologe...
was die kleider betrifft: einerseits für historiker/ archäologen schön, wenn sie bekleidete tote in den gräbern finden, damit lernen sie was über die jeweilige zeit. andererseits bin ich persönlich ja sowieso der meinung, dass ich gar keine kleidung mehr brauche, wenn ich hinüber bin. man kann mich ruhig nackt in den sarg legen...

Thank God I'm A Country Boy
02
1.11.2011, 12:28

ich glaub, dem Vorposter ging es nicht um den Krebs selber, sondern um die Chemikalien, die durch Therapie und Co in den Körper gepumpt wurden und nicht einfach vergraben werden sollen.

Frau Techne
00
1.11.2011, 13:12
Die Luftemissionen aus der Feuerbestattung sind aber auch nicht ohne.

Nur wird es leider als pietätlos empfunden, darüber zu sprechen, dass bei der Einäscherung des/der lieben Verstorbenen z.B. Schwermetalle und Dioxine mit dem Rauchgas in die Umgebung entweichen.

Postingname 2.0
00
2.11.2011, 08:23

Krematorien haben eben aus diesem Grund hochwirksame Rauchfilter eingebaut.
Guckstu hier:
<http://preview.tinyurl.com/3pwnycv>
Das hätte Ihnen eine kurze Google-Suche aber auch verraten...

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