RIM kann mit den Innovationen Markt nicht mehr mithalten - elf Prozent der Belegschaft müssen gehen
Research in Motion ist nach Nokia der zweite große Handy-Hersteller, der mit der rasanten Entwicklung am Mobilfunkmarkt nicht mithalten kann. Am Montag gab der Blackberry-Entwickler bekannt 2.000 Stellen zu streichen, rund 11 Prozent der gesamten Belegschaft. Für beide Konzerne wird es in Zukunft eng, sich neben Android-Geräten und iPhones behaupten zu können.
RIM verpasst Konsumentenmarkt
Der Markt wird mittlerweile von Apple mit dem iPhone und Google mit Android vorangetrieben. Weder Nokia noch RIM konnten dem seit der Markteinführung des iPhones im Jahr 2007 etwas entgegensetzen. RIM hat es bislang verabsäumt neben Unternehmenskunden den gewichtigen Konsumentenmarkt anzusprechen. Das Unternehmen hält laut Comscore aktuell Platz drei der Smartphone-Plattformen hinter Android und iOS und Platz fünf bei Smartphone-Herstellern hinter Apple.
Nokia versucht Neustart mit WP7
Nokia hat sich in Fehlentscheidungen verlaufen und hofft nun mithilfe von Windows Phone 7 wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Im Februar gab das Unternehmen bekannt, dass Symbian in Zukunft nicht mehr das primäre Betriebssystem für Nokias Smartphones sein soll. Die im Jahr zuvor gemeinsam mit Intel groß angekündigte Entwicklung von MeeGo brachte nur ein Smartphone, das N9 hervor, das später im Jahr auf den Markt kommen soll.
Verhaltener Start für Playbook
Blackberrys Fall hat auch mit einer neuen Tendenz zu tun, dass eigentlich für Konsumenten entwickelte Produkte wie das iPhone in Unternehmen Einzug halten. Laut John C. Abell von Wired gibt es in Unternehmen den Trend, dass Mitarbeitern die Wahl ihres Firmengeräts selbst überlassen wird. Und diese würden sich immer seltener für Blackberrys entscheiden. Auch RIMs Versuche am Tablet-Markt Fuß zu fassen, waren mit dem Playbook bislang nicht von Erfolg gekrönt. Nutzer interessieren sich kaum für das Blackberry-Tablet. Die erste Wahl in Bezug auf Tablets sei auch in Unternehmen das iPad von Apple. Alleine 46 Prozent der iPad-Aktivierungen gingen laut Wired auf den Finanzsektor, auf dem RIM mit seinen Smartphones eigentlich stark vertreten ist.
(Zu) Späte Lösung
Hinzu kommt das Problem, dass viele App-Entwickler ihre Programme eher für die starken Plattformen iOS und Android anbieten. RIM will wie bereits für das Playbook OS auch bei seinen Smartphones in Zukunft auf das Unix-Betriebssystem QNX setzen. In den nächsten Monaten sollen sieben neuen Blackberrys damit veröffentlicht werden, gab RIM Mitte Juli bekannt. Wie auch bei Nokia wird der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle spielen, ob eine Kehrtwende gelingt. Denn während RIM erst den Anschluss schaffen muss, wird von Apple im Herbst das iPhone 5 erwartet und am Android-Sektor legen zahlreiche Hersteller mit Samsung und HTC an der Spitze ihre neuen Geräte nach. (red)