Nach Nokia verliert auch Blackberry gegen Android und iPhone

26. Juli 2011, 10:03

RIM kann mit den Innovationen Markt nicht mehr mithalten - elf Prozent der Belegschaft müssen gehen

Research in Motion ist nach Nokia der zweite große Handy-Hersteller, der mit der rasanten Entwicklung am Mobilfunkmarkt nicht mithalten kann. Am Montag gab der Blackberry-Entwickler bekannt 2.000 Stellen zu streichen, rund 11 Prozent der gesamten Belegschaft. Für beide Konzerne wird es in Zukunft eng, sich neben Android-Geräten und iPhones behaupten zu können.

RIM verpasst Konsumentenmarkt

Der Markt wird mittlerweile von Apple mit dem iPhone und Google mit Android vorangetrieben. Weder Nokia noch RIM konnten dem seit der Markteinführung des iPhones im Jahr 2007 etwas entgegensetzen. RIM hat es bislang verabsäumt neben Unternehmenskunden den gewichtigen Konsumentenmarkt anzusprechen. Das Unternehmen hält laut Comscore aktuell Platz drei der Smartphone-Plattformen hinter Android und iOS und Platz fünf bei Smartphone-Herstellern hinter Apple.

Nokia versucht Neustart mit WP7

Nokia hat sich in Fehlentscheidungen verlaufen und hofft nun mithilfe von Windows Phone 7 wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Im Februar gab das Unternehmen bekannt, dass Symbian in Zukunft nicht mehr das primäre Betriebssystem für Nokias Smartphones sein soll. Die im Jahr zuvor gemeinsam mit Intel groß angekündigte Entwicklung von MeeGo brachte nur ein Smartphone, das N9 hervor, das später im Jahr auf den Markt kommen soll.

Verhaltener Start für Playbook

Blackberrys Fall hat auch mit einer neuen Tendenz zu tun, dass eigentlich für Konsumenten entwickelte Produkte wie das iPhone in Unternehmen Einzug halten. Laut John C. Abell von Wired gibt es in Unternehmen den Trend, dass Mitarbeitern die Wahl ihres Firmengeräts selbst überlassen wird. Und diese würden sich immer seltener für Blackberrys entscheiden. Auch RIMs Versuche am Tablet-Markt Fuß zu fassen, waren mit dem Playbook bislang nicht von Erfolg gekrönt. Nutzer interessieren sich kaum für das Blackberry-Tablet. Die erste Wahl in Bezug auf Tablets sei auch in Unternehmen das iPad von Apple. Alleine 46 Prozent der iPad-Aktivierungen gingen laut Wired auf den Finanzsektor, auf dem RIM mit seinen Smartphones eigentlich stark vertreten ist.

(Zu) Späte Lösung

Hinzu kommt das Problem, dass viele App-Entwickler ihre Programme eher für die starken Plattformen iOS und Android anbieten. RIM will wie bereits für das Playbook OS auch bei seinen Smartphones in Zukunft auf das Unix-Betriebssystem QNX setzen. In den nächsten Monaten sollen sieben neuen Blackberrys damit veröffentlicht werden, gab RIM Mitte Juli bekannt. Wie auch bei Nokia wird der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle spielen, ob eine Kehrtwende gelingt. Denn während RIM erst den Anschluss schaffen muss, wird von Apple im Herbst das iPhone 5 erwartet und am Android-Sektor legen zahlreiche Hersteller mit Samsung und HTC an der Spitze ihre neuen Geräte nach. (red)

Kommentar posten
21 Postings
freshmint
00
28.7.2011, 12:09

Nun hätte Nokia ja theoretisch auch die Option auf den fahrenden Android Zug aufzuspringen und seine Handys mit Android auszustatten.
Oder wie HTC sowohl Windows Mobile als auch Android Geräte anzubieten.

Die Frage ist warum tut Nokia das nicht einfach?!

EchoAlpha5
00
28.7.2011, 12:36

Microsoft zahlt Nokia eine Summe im Milliarden Bereich dafür das diese ihre Geräte ausschliesslich mit Windows Mobile austatten.

http://www.zdnet.de/news/4154... ringen.htm

Mathias
 
00
27.7.2011, 08:33
Sowas passiert,

wenn jeder Hersteller glaubt, man braucht nur noch Konsumentengeräte!

LATEXTREM
02
27.7.2011, 02:34
Wenn die auch noch untergehen...

Dann höre ich auf mit TelePhonen!.

Ich will kein trendiges Spaßgerät!.

Ich will ein ordentliches Telefon :-)

Deserteur
01
26.7.2011, 20:30
Die neue junge Manager-Generation will nicht nur ein langweiliges Business-Gerät zum Arbeiten und Mails abrufen, sondern ein cooles trendiges iPhone für Spaß und Spiel...

x-und
00
27.7.2011, 20:53
wer ist eigentlich die aktuelle manager generation

eigentlich heißt eh schon alles, was einen arbeitsvertrag unterschreiben kann heut manager..

Daliah
 
00
27.7.2011, 01:22
naja

die aktuelle manager generation dumped gerade ihre iphones bei uns im verlag und will/steigt um auf galaxy IIs...

Ali Baba und die 20 Brüder
20
26.7.2011, 18:57
nokia

es war eine komplett falsche entscheidung wp7 in zukunft zu verwenden.
wp7 ist viel zu unattraktiv für die breite menge.

mit android würde nokiAS zukunft sicher leichter werden.

-maulwurf-
02
26.7.2011, 17:21
hieß es nicht immer Apple macht nur Spielzeug, nix für Businesskunden...

und jetzt sowas...

"RIM hat es bislang verabsäumt neben Unternehmenskunden den gewichtigen Konsumentenmarkt anzusprechen"

Wohl aufs falsche Pferd gesetzt!

x-und
00
27.7.2011, 20:54

man muss nur "nix" durch "auch" ersetzen

das letzte Moorhuhn
04
26.7.2011, 12:10

Und wer baut in Zukunft jetzt qualitativ hochwertige Handys?

HTC? Apple (nur, wenns wieder weg vom Glas gehen)?

rapidfans.at
10
26.7.2011, 13:21
samsung?

.::mactech::.
00
26.7.2011, 18:27
also

da würde htc od. apple iphone vorziehen

OliM
12
26.7.2011, 11:35

schade, denn BBs fand ich immer sehr feine Geräte, wenn die Prioritäten beim Schreiben und Telefonieren lagen. nur, ein wenig Fun-Factor darf's auch sein, u die Gratwanderung hat RIM leider nicht geschafft (ein Blick in die BB App World genügt...). hoffe sie schaffen die Kehrtwende

jaeh74
00
26.7.2011, 12:16

richtig erkannt, inzwischen würde ich aber zumindest den Torch wieder wettbewerbsfähig sehen. Klar ist ein Galaxy schneller, hat mehr apps usw. Hängt ja auch davon ab wie man sein Smartphon einsetzt. Mir z.b ist wichtiger schnell zu tippen, guter formfaktor (hab ihn so in der hosentasche platz bzw. im halfter) Ich brauch nicht 1000 Apps und die wichtigsten hat rim auch. Was aber echt ätzend ist, ist das z.b Skype nur im half duplex mode läuft und das bei schlechter sprachqualität. Dafür habe ich nen unschlagbaren tarif. 5 Euro unlimitiert im monat, samt bes express. Aber ich war halt auch BES admin und habs deshalb gewählt. Heute würde ich mir wahrscheinlich auch eher nen galaxy II holen..

derunbestechliche
00
26.7.2011, 10:49

Nokia hat enorme Schwierigkeiten, den Anschluss nicht zu verpassen. RIM hat Schwierigkeiten, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Da wundert mich es noch mehr, dass gerade die Plattform Windows Phone von Microsoft lt. diversen Analysen (MIC, IDC) den Marktanteil von 2012 bis 2015 verdreifacht bis vervierfacht (20,9 Prozent) haben soll. Von Tablets will ich gar nicht reden. Die Prognosen zu Windows Phone sind zu optimistisch, obwohl die Marktmacht von Microsoft (sehr) groß ist. Wogegen ich nach wie vor glaube, ist, dass die Prognosen für ein weiteres OS für mobile Endgeräte (wie z.B. Bada oder Meego), insbes. bei möglichen Lizenzzahlungen für Android-Geräte, zu pessimistisch sind und Chancen (Billig-/Billigstsegm.) durchaus gegeben sind.

Decius
00
27.7.2011, 08:30
Sehe ich nicht als zu optimistisch

WP7 ist vor allem mit dem Mango-Update ein echt gutes und durchdachtes System. Ich ziehe zwar die Offenheit von Android vor, aber für Firmen ist WP7 sicher genau der richtige Mix aus Business- und "Spass"features mit exzellenter Einbindung in die Office- und Exchangeinfrastruktur. Noch dazu sind die Geräte sehr günstig (Dualcore-Geräte um 250 €). Eine Dreiteilung des Marktes zwischen Apple, Android und WP7 halte ich durchaus für sehr wahrscheinlich.

Deserteur
12
26.7.2011, 21:13
Das iPhone hat (einstweilen noch?) den Coolness- und Qualitäts-Bonus für sich...

...schwimmt auf einer Art Modewelle...
...aber letztendlich wird NIEMAND mehr gegen Android ankommen!
...natürlich inklusive dazugehöriges Google- Gesamtpaket!
- Suchmaschine, Apps, Maps... usw.
...und dieses steht erst am Anfang und wird andauernd weiterentwickelt mit "Ende nie"...
...immer neue Dienste und Applikationen...
Da kann gar niemand mehr mithalten... Wie auch?

Auch kein WP, WebOS, kein BB oder gar Bada, Meego oder sonstwas...
Googles Marktmacht, Dominanz und enorme Finanzkraft wird alles abhängig- oder plattmachen oder ins hoffnungslose totale Randdasein verdrängen...
Eine neue Art von altem MS-Monopol.

Und dann gibt es da Leute, die Nokias Widerstand nicht verstehen und schon gar nicht entsprechend würdigen!

jaeh74
00
26.7.2011, 12:21
Aus meiner sicht wird im Freizeitphone Markt

klar Android marktbeherrschend. Nicht nur weil es gegenüber dem Iphone einfach freier ist, sondern weil es eine breite Palette von HW gibt. Vom einfachen billig andoiden, bis zum doppelproz ding mit super display. Windows wird aber nicht zu verachten sein. Wenn MS es nicht vergeigt wie beim windows mobile, nokia gute hw liefert, würde es mich nicht überraschen wenn die ganz vorne mitspielen.

Cynicism
00
29.7.2011, 20:08
Sehe ich genauso;

Nokia kann(!) wirklich erstklassige Hardware bauen und auch WP7 hat das Zeug, ganz vorne mitzumischen.

Wenn sie es nun schaffen, ein exzellentes Gesamtpaket zu schnüren, haben sie durchaus die Chance, den Markt von hinten aufzumischen.

derunbestechliche
00
26.7.2011, 14:38

Android ist schon marktbeherrschend. Das iPhone mit dem iOS wird trotz seines gewaltigen Absatzes und nun Marktanteils ein Nischenprodukt bleiben. Natürlich wird Microsoft mit seinem Windows Phone kommen und vllt. wird es Elop seinen Kopf retten, was ich bezweifle, schließlich müssen sie das Feld von hinten aufzäumen und gegen zwei übermächtige Gegner ankämpfen. Früher oder später wird Windows Phone das iPhone bzw. iOS einholen. Mögliche Lizenzzahlungen u.ä. für Android werden aber alternative Systeme wie z.B. Bada oder MeeGo und deren Weiterentwicklung begünstigen. Bei Billig- und Billigstsmartphones zählt jeder Cent.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.