Vor allem Kinder aus der Türkei nutzen Kursangebot
Wien - Gute Deutschkenntnisse seien eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Schul- und Bildungskarriere, befand Wiens Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SP), die am Montag den Startschuss für Sprachkurse in den Sommerferien gab. Gerichtet ist die von der MA 17 der Stadt Wien geförderte Initiative unter dem Motto "Sowieso Mehr!" an Kinder, mit und ohne Migrationshintergrund, von sieben bis 14 Jahren.
Den Anfang des Kurssommers setzte die Kooperative Mittelschule Sechshauser Straße im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Gemeinsam mit der Gemeinderatsabgeordneten Nurten Yilmaz (SP) und dem grünen Mandatar Senol Akkilic verteilte Frauenberger dort Turnbeutel mit Jause und Schreibunterlagen an die Schüler.
Sozialer Aspekt wichtig
In insgesamt 66 Kursen in drei Turnussen, die bis 2. September abgehalten werden, können jene, die noch nicht beurteilt sind oder eine schlechte Deutschnote haben, ihre Fähigkeiten aufbessern. Wichtig ist dabei nicht nur das Erlernen und Verbessern der Sprache, sondern auch ein sozialer Aspekt. "Wenn man ohne Sprachkenntnisse in ein fremdes Land kommt, fühlt man sich wie in einer Schwebe ohne Bodenhaftung", sagte Akkilic, der selbst aus der Türkei stammt. Neben dem dreißig Euro teuren Kursangebot, das sich über zwei Wochen erstreckt, bekommt man um weitere dreißig Euro wahlweise ein Sport- oder Freizeitprogramm am Nachmittag dazu.
"Im vergangenen Jahr haben die Kurse 92 Prozent der Kinder 'ausgezeichnet' oder 'sehr gut' gefallen", sagt Margit Wolf, Geschäftsführerin von "Interface Wien", das die Kurse organisiert. Den größten Anklang findet das Angebot dabei bei Kindern mit türkischer und arabischer Muttersprache - sie stellen jeweils rund 20 Prozent der Teilnehmenden. Von 1000 Plätzen in diesem Jahr sind bisher bereits 870 vergeben. (APA, red, DER STANDARD-Printausgabe, 26.7.2011)