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vergrößern 1037x769Apple liefert Mac OS X 10.7 Lion über den Mac App Store als Download aus - im August soll es auch auf USB-Stick angeboten werden.
vergrößern 728x570Der Download kann je nach Verbindung mehrere Stunden dauern, die Installation sollte nicht viel länger als 30 Minuten in Anspruch nehmen.
vergrößern 1440x900Lion führt vor allem neue Funktionen in der Benutzeroberfläche ein. Über Mission Control erhalten User einen Überblick aller geöffneten Fenster, Apps im Vollbildmodus, den Schreibtisch, weitere Spaces sowie das Dashboard.
vergrößern 1440x900Das Launchpad zeigt alle installierten Anwendungen wie unter iOS auf Homescreens an. Apps lassen sich in Ordner zusammenfassen, indem man sie aufeinander zieht.
vergrößern 1440x900Mit dem Update unterstützen nun alle Apple-Apps die Anzeige im Vollbildmodus - eine Funktion, die vor allem für MacBook-Nutzer längst überfällig war.
vergrößern 762x602Neue Multitouch-Gesten sorgen für einen stärkeren Fokus auf Benutzereingaben über das Trackpad.
vergrößern 1361x857Sehr praktisch ist die Kombination der neuen Funktionen Autosave, Versions und Resume. Nutzer müssen sich nicht mehr darum kümmern, das Dokument zwischendurch abzuspeichern, können zu früheren Versionen zurückkehren und bei erneutem Starten wieder an der selben Stelle weiterarbeiten. Diese Funktion wird vorerst jedoch nur von Apple-eigenen Apps unterstützt.
vergrößern 1371x878Der Browser Safari bietet eine neue Leseliste, in der man Artikel zum späteren Lesen ablegen kann.
vergrößern 971x622Die Benutzeroberfläche hat noch in weitere Bereichen eine dezente Überarbeitung erhalten. Im Finder findet sich nun der neue Menüpunkt "Alle meine Daten", außerdem ist die WLAN-Filesharing-Funktion AirDrop integriert.
vergrößern 601x376Mail bietet nun die lange geforderte Konversationenansicht, hat aber aktuell noch Probleme mit POP3-Accounts.
Nach dem dezenten Versionensprung von Mac OS X 10.5 Leopard auf 10.6 Snow Leopard hat Apple sein Betriebssystem wieder einem größeren Update unterzogen. Mac OS X 10.7 Lion bringt neben zahlreichen kleineren Neuerungen vor allem Änderungen des User Interfaces mit, die einen Wandel in der Benutzung des Desktop-Systems einläuten. Mac OS ist stärker an iOS und somit an die Nutzung mittels Touchgesten angelehnt. Wieso das mit der neuen Großkatze jedoch noch nicht konsequent umgesetzt ist und warum es dennoch ein gelungenes Upgrade zu Snow Leopard ist, soll der WebStandard-Test zeigen.
Mac App Store
Den nun von Haus aus mitgelieferten Mac App Store hat Apple bereits im Jänner eingeführt. Wie von iOS bekannt werden damit App-Download und -Updates über einen zentralen, von Apple kontrollierten Store zur Verfügung gestellt. Das für Downloads erforderliche Konto ist jenes, das man auch für iTunes- und App Store-Downloads benötigt. Der App Store bringt eine übersichtliche und einfach zu verwaltende Plattform, die im Gegensatz zu iOS aber nicht zwingend ist. Programme können unter Mac OS X auch von anderen Quellen heruntergeladen werden. Neu sind sogenannte Delta-Updates. Dabei werden bei einer App nur jene Daten aktualisiert, die sich im Vergleich zur Vorversion verändert haben. Auch Push-Benachrichtigungen und In-App-Käufe werden nun unterstützt, sofern Entwickler diese Funktionen in ihre Software integrieren.
Download
Lion selbst wird ebenfalls über den Mac App Store als Download ausgeliefert - ein Umstand, der nicht jeden Nutzer erfreut. Der Download des rund 4 GB großen Files dauerte im Test am ersten Tag der Verfügbarkeit über drei Stunden, auf einem zweiten Rechner zu einem späteren Zeitpunkt nur mehr eine Stunde. Maßgeblich ist hier freilich die eigene Internet-Verbindung und die Auslastung der Apple-Server. Für User mit sehr langsamen Verbindungen stellt das ein Problem dar. Hier bleibt die Möglichkeit, sich Lion ab August auf einem USB-Stick zu kaufen. Dafür verlangt Apple jedoch satte 59 Euro statt der 23,99 Euro, die für den alleinigen Download anfallen. Eine zweite Option ist, Lion bei einem zertifizierten Händler direkt auf den Rechner herunterzuladen - für Besitzer eines Mac Pro oder iMac dürfte das jedoch kaum in Frage kommen.
Boot-Disk anfertigen
Nutzer können sich auch selbst einen Boot-fähigen Datenträger anlegen. Damit kann das System beispielsweise schneller auf Zweitrechnern installiert werden - über den Mac App Store kann Lion zwar kostenlos auf weitere Rechner heruntergeladen werden, allerdings ist ein erneuter Download erforderlich. Ars Technica gibt eine Anleitung, wie man eine Installations-Disk anfertigt. Darüber sollte man sich allerdings vor dem Update informieren, denn die notwendige Datei wird nach der Installation automatisch gelöscht.
Kompatibilität
Die Installation selbst dauert etwa 30 Minuten - davor sollte man sicherstellen, dass sich Snow Leopard auf dem aktuellsten Stand befindet. Nicht alle Macs und nicht alle älteren Apps sind mit Lion kompatibel. Zu den Hardware-Voraussetzungen gehören ein System mit einem 64-bit-fähigen Prozessor wie Intel Core 2 Duo, Core i3, Core i5, Core i7 oder Xeon sowie mindestens 2 GB Arbeitsspeicher und 7 GB freier Festplattenspeicher. Unter RoaringApps.com findet man eine Datenbank zur Kompatibilität verschiedener Anwendungen. Gängige und aktuelle Programme wie Microsoft Office, Photoshop, Chrome, Firefox oder Evernote laufen auch nach dem Update jedenfalls einwandfrei. Für PowerPC-Anwendungen, die zuvor noch mit Rosetta genutzt werden konnten, ist unter Lion jedoch das Ende der Fahnenstange erreicht.
Modernisiertes User Interface
Nach dem ersten Hochfahren mit Lion dauert das Starten von Anwendungen etwas länger, auch die Spotlight-Indizierung kann je nach vorhandenem Datenumfang einige Zeit in Anspruch nehmen. Mit dem ersten Booten springen sofort die Neuerungen der Großkatze ins Auge. So hat der Lock-Screen ein neues Design erhalten und zeigt eine aktive WLAN-Verbindung und bei einem Notebook den Akkustatus an. Die Startzeit hat sich im subjektiven Eindruck nicht wesentlich verändert, wenngleich einige Nutzer meinen, dass ihr System unter Lion schneller hochfährt. Das User Interface wurde generell einer dezenten Frischzellenkur unterzogen, was sich unter anderem bei den Scrollbalken oder Fensterelementen bemerkbar macht.
Finder
Das Menü im Finder wurde gestrafft. Statt der Unterteilung in Geräte, Freigaben, Orte und Suche finden sich hier nun Favoriten, Freigaben und Geräte. Unter Favoriten erhält man Zugriff auf den neuen Ordner "Alle meine Dateien", die neue Filesharing-Funktion AirDrop, den eigenen Account, Schreibtisch, Programme und Dokumente. Dateien können nun in horizontalen Spalten etwa nach Art, Programm oder Dateigröße durchscrollt werden, was aber bei einer großen Dateienanzahl schnell unübersichtlich wird. In den Finder-Einstellungen kann man definieren, welche Punkte in der Seitenleiste angezeigt werden sollen.
Mission Control
Ein Highlight der neuen Benutzeroberfläche ist Mission Control. Hier hat Apple vor allem die Funktionen Exposè und Spaces zusammengeführt. User erhalten über diese neue Kommandozentrale einen Überblick aller geöffneten Fenster, Apps im Vollbildmodus, den Schreibtisch, weitere Spaces sowie das Dashboard (dessen Hintergrund nun nicht mehr transparent ist). Spaces können zugeordnet werden, indem Apps direkt unter Mission Control per Drag-and-Drop in die rechte ober Bildschirmecke gezogen werden. Mission Control wird im Dock über ein eigenes Icon gestartet oder, indem man mit drei Fingern am Trackpad von unten nach oben wischt. Wirklich sinnvoll und effektiv zu nutzen ist die Schaltzentrale vor allem mit den neuen Multitouch-Gesten und Apps im Vollbildmodus.
Vollbildmodus
Mit Lion unterstützen nun alle integrierten Apps sowie iLife und iWork die Anzeige im Vollbildmodus. In diesen Modus kann man über ein Doppelpfeil-Icon rechts oben im Menü der jeweiligen Anwendung wechseln - die Menüleiste und das Dock werden automatisch ausgeblendet. Fährt man mit dem Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand, erscheint die Menüleiste wieder. Zwischen mehreren geöffneten Vollbildanwendungen kann man einfach über Mission Control oder mittels Drei-Finger-Wisch nach links oder rechts wechseln.
In Mission Control werden allerdings nur unterstützte Anwendungen als Vollbild-App angezeigt. Wer etwa Firefox über die ganze Displaygröße nutzt, sieht den Browser in Mission Control weiterhin wie ein normales Fenster im Exposè-Bereich. Über ein API können Entwickler ihre Apps für den Lion-Vollbildmodus anpassen. Die Ausnutzung der vollen Display-Größe für Apple-Anwendung ist längst überfällig und erweist sich vor allem für MacBooks mit kleineren Bildschirmdiagonalen als notwendige Option. Zusätzlich lässt sich die Fenstergröße nun durch Ziehen an allen Seiten oder Ecken verändern.
Mehr Touch
Mit Lion führt Apple auch weitere Multitouch-Gesten ein. Generell lehnt Apple die Bedienung der Macs stärker an die des iPads und iPhones an. So ist die Scrollrichtung von Haus aus umgedreht. Wer mit der Maus nach unten (Richtung Hand) scrollt verschiebt auch den Bildschirminhalt wie auf Touchscreens nach unten. Um sich mit der neuen Scrollrichtung anzufreunden, bedarf es einiger Anpassungszeit. Im Test fühlte sich das Scrollen innerhalb einiger Stunden deutlicher natürlicher an. Schwierig wird es jedoch, wenn man mit mehreren Systemen arbeitet, also etwa auch auf einem Windows-Rechner, wo nach bisherigem Muster gescrollt wird. Wer mit der Lion-Scrollart nicht klar kommt, kann sie in den Systemeinstellungen wieder umkehren. Dann wird allerdings auch die Scrollrichtung bei der Touch-Navigation geändert. Hier wäre es wünschenswert, wenn die Scrollrichtung für das Mausrad unabhängig eingestellt werden könnte.
Neue Gesten
Alle neuen Gesten werden in den Systemeinstellungen unter "Trackpad" in kurzen Animationen erklärt und können dort aktiviert und deaktiviert werden. Die Gesten sind zwar intuitiv gewählt, für den Anfang lohnt es sich dennoch einen Blick auf die Optionen zu werfen, bevor man beim Herumwischen am Trackpad verzweifelt. Denn nicht jede Funktion offenbart sich auf den ersten Wisch. So kann man nun beispielsweise ein Wort durch Tippen mit drei Fingern nachschlagen, wenn sich der Cursor auf dem Wort befindet - das funktioniert allerdings nur in Safari.
Im Großen und Ganzen ist die Touch-Navigation unter Lion ebenso flüssig wie auf einem iPad oder iPhone. Teilweise kam es jedoch im Test vor, dass Gesten nicht angenommen wurden - vor allem das Markieren und Nachschlagen eines Wortes hat nicht immer funktioniert. Um die Touch-Gesten verwenden zu können, werden bei iMac, Mac Pro und Mac Mini das Magic Trackpad oder die Magic Mouse benötigt.
Launchpad
Zieht man am Trackpad Daumen und drei Finger zusammen, erscheint das neue Launchpad (das mit der Maus ebenfalls über ein Icon im Dock erreichbar ist). Hier werden alle installierten Apps angezeigt. Das Launchpad entspricht den Homescreens von iOS - die Anwendungen sind zunächst wahllos über mehreren Screens verteilt, zwischen denen man mit zwei Fingern nach links und rechts wechseln kann. Durch längeres Halten mit dem Cursor wechseln die Icons in den Bearbeitungsmodus (erkennbar durch Wackeln) - nun kann man die Position verändern, Apps zu Ordnern zusammengefügen oder sie vom Rechner löschen. Die Ordner funktionieren extakt wie unter iOS - Apps werden einfach aufeinander gezogen womit ein Ordner mit automatischem Namensvorschlag eingerichtet wird. Den Namen kann man beliebig ändern.
Viele Wege führen zur App
Das Launchpad zeigt neben den neuen Multitouch-Gesten am stärksten die Nähe des neuen Mac OS zu iOS. Allerdings setzt Apple die Änderungen nicht konsequent um, sodass das Launchpad nur eine Zusatzoption bleibt. Zu den Anwendungen gelangt man weiterhin im Dock über den Programme-Ordner oder über den Finder. Der Programme-Ordner wird neben dem Launchpad überflüssig. Dass er von Haus aus noch im Dock angesiedelt ist zeigt, dass Lion eben doch erst ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer vollkommen neuen Benutzerführung ist.
Autosave und Versions
Aber auch neben den Neuerungen der Benutzeroberfläche hat sich unter Lion einiges getan. Hilfreich für das Arbeiten mit dem Systm sind die neuen Funktionen automatisches Speichern von Dokumenten (Autosave) und die Möglichkeit zu einer früheren Version zurückzukehren. Änderungen in einem einmal abgespeicherten Dokument werden fortan automatisch gesichert. So muss man sich keine Gedanken mehr machen, rechtzeitig abzuspeichern. Über das Menü kann man leicht zu früheren Versionen zurückkehren. Die Darstellung der früheren Versionen erinnert an Apples Backup-Tool Time Machine - das aktuelle Dokument wird neben einer Art Stapel früherer Versionen angezeigt. Ist ein Dokument abgeschlossen, kann diese Version gesperrt werden.
Resume
Als ebenfalls sehr praktisch erweist sich die Resume-Funktion. Damit kann man in einer Anwendung nach erneutem Starten wieder dort weitermachen, wo man sie zuletzt verlassen hat. Berücksichtigt werden unter anderem geöffnete Programme, Dokumente, die Position des Cursors in einem Text und Markierungen sowie Fenster und Tabs in Safari, Tabs im Private Browsing Modus ausgenommen.
Bei Herunterfahren des Systems wird gefragt, ob die offenen Fenster nach dem Hochfahren wieder zur Verfügung stehen sollen. Vorerst unterstützen noch nicht viele Anwendungen Autosave und Versions - kompatibel sind die iWork-Programme, TextEdit und Preview. Auch hier bietet Apple Entwicklern jedoch ein API an, mit dem die Funktion in Drittanbieter-Programme integriert werden kann.
Autosave, Versions und Resume sind wohl die für produktives Arbeiten wichtigsten Neuerungen in Mac OS X Lion. Vor allem mit einem MacBook Air, das aufgrund des Flash-Speichers schneller hochfährt, dürfte das eine echte Zeitersparnis für mobiles Arbeiten bedeuten. Apple lehnt Mac OS auch hier an iOS an, bei dem Apps ebenfalls dort wiederaufgenommen werden können, wo man sie zuletzt geschlossen hat.
AirDrop
Der Austausch von Dateien zwischen mehreren Rechnern war zwar auch bisher kein Problem, Apple hat mit AirDrop aber einen noch einfacheren Weg gefunden. Über die direkt im Finder integrierte Funktion sieht man andere Mac-Nutzer mit AirDrop im Umfeld von ca. zehn Metern. Dateien lassen sich via Drag-and-Drop mit den anderen Usern tauschen. Eine Konfiguration ist nicht notwendig. Voraussetzung ist aktiviertes WLAN auf den Geräten, eine Netzwerk-Verbindung muss dabei nicht bestehen. Schickt man eine Datei an eine andere Person, kann diese die Datei speichern und sofort öffnen, nur speichern oder ablehnen.
Sichtbarkeit
Allerdings ist es nicht möglich, die eigene AirDrop-Sichtbarkeit zu beinflussen und etwa nur für bestimmte Nutzer zu aktivieren. Die Verbindung ist zwar verschlüsselt und wird immer nur zwischen zwei Usern aufgebaut, dennoch ist jeder aktive AirDrop-User im näheren Umfeld für alle anderen sichtbar. Der eigenen Benutzer wird zumindest nur dann angezeigt, wenn man das AirDrop-Fenster öffnet. Der Rechner scannt dann die Umgebung dann nach kompatiblen Geräten.
Kompatibilität
Die Funktion ist auf Macs neueren Baudatums beschränkt. Unterstützt werden konkret MacBook Pro ab Ende 2008, MacBook Air ab Ende 2010, MacBook ab Ende 2008, iMac ab Anfang 2009, Mac Mini ab Mitte 2010 und Mac Pro ab Anfang 2009. Grund dafür ist, dass die integrierten WLAN-Karten neben der normalen Internetverbindung für AirDrop ein zweites kabelloses Netzwerk verwenden müssen, was bei älteren Modellen nicht gegeben ist. Wird AirDrop nicht unterstützt, scheint es unter Lion erst gar nicht im Finder auf.
Safari
Ein kleines Update hat Apple seinem Browser spendiert. Safari 5.1 bietet neben dem Vollbildmodus, einem neuem Download-Fenster und der Unterstützung für neue Multitouch-Gesten nun eine Leseliste, in der sich Artikel und Seiten im Web für späteres Lesen ablegen lassen. Allerdings werden die Lesezeichen vorerst nur lokal gespeichert - erst mit iCloud und iOS 5 steht die Liste auch auf iPad oder iPhone zur Verfügung. User müssen sich hier bis zum Herbst gedulden.
Daneben wurde der Browser auch um die Unterstützung für Hardware-Beschleunigung für das HTML5-Element Canvas sowie einen einen Sandboxing-Modus erweitert. In der neuen Version sind zwei getrennte Prozesse für Webinhalte und Browser-Interaktionen verantwortlich. Reagiert eine Seite nicht mehr, wird somit nicht der gesamte Browser unbenutzbar. Dabei handelt es sich jedoch um Lion-spezifische Änderungen, die mit dem Update für ältere Mac-Versionen sowie für Windows nicht verfügbar sind. Erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch, dass Java nun nicht mehr automatisch mit dem Betriebssystem mitgeliefert wird. Nach dem Update auf Lion ist eine manuelle Installation notwendig.
Mail, iCal und Adressbuch
Die weiteren in Mac OS X integrierten Anwendungen Mail, iCal und das Adressbuch wurden dem Look-and-Feel von iOS angepasst. Eine lange erwartete Neuerung der Mail-Anwendung ist die Konversationen-Ansicht, die iOS-Nutzer schon länger bekannt ist. Dabei werden Antworten auf eine E-Mail zusammengefasst. Im rechten Darstellungs-Bereich wird die Konversation in einer sehr übersichtlichen, chronologischen Ansicht aufgeblättert. Über die neue Favoriten-Bar erhalten Nutzer schnelleren Zugriff auf häufig verwendet Ordner. Im Test gab es nach dem Update jedoch Probleme mit der Authentifizierung eines POP3-Mail-Accounts, der sich nicht aktivieren ließ - von dem Fehler berichten auch andere Nutzer. Mit anderen Mail-Accounts kam es nicht zu dem Fehler. Mail, iCal und das Adressbuch unterstützen ab sofort auch Exchange 2010.
Performance
An der Performance hat sich nach subjektivem Testeindruck nichts geändert. Der Test wurde auf einem MacBook Pro von April 2010 mit einem 2,4 GHz starken Dual-Core-Prozessor und 4 GB RAM durchgeführt. Boot-Zeit, das Starten von Anwendungen, rechenintensive Programme wie Photoshop CS5 sowie Browser wiesen keine Performance-Veränderungen im Vergleich zu Snow Leopard auf. Allerdings sprang der Lüfter des MacBook Pros öfter als sonst an. Das dürfte vor allem in Zusammenhang mit Flash-Inhalten stehen, die das System scheinbar stärker auslasten als unter Snow Leopard. Beim Ansehen von YouTube-Videos lief die CPU beim Testgerät unter hoher Auslastung. So kam es im Test beim Abspielen von YouTube-Videos auch zweimal vor, dass die Tastatur des Geräts nicht mehr reagierte - ob hier tatsächlich ein unmittelbarer Zusammenhang steht, kann jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Flash-Player-Entwickler Adobe hat eine Liste mit bekannten Fehlern seiner Software unter Mac OS X 10.7 veröffentlicht.
Über diesen Mac
Im Zusammenhang mit der Hardware gibt es eine weitere, kleine Neuerung: der Systemprofiler wurde neu gestaltet. So findet man hier nun die Punkte Übersicht, Monitore, Festplatten und Speicher. Der Punkt Festplatten gibt eine übersichtliche und detaillierte Auskunft wieviel Speicherplatz welche Dateien (z.B. Fotos, Apps, Filme usw.) belegen. Zudem gelangt man über "Support" zu Ressourcen wie dem Hilfe-Zentrum, über "Service" lassen sich Garantiestatus und Reparatur-Optionen einsehen. Die exakten Systeminformationen sind weiterhin unter "Systembericht" gelistet.
Sicherheit
Unter der Haube hat Apple auch an der Sicherheit von Lion geschraubt. So wird für Apps über den Mac App Store nun Application Sandboxing unterstützt. Dabei werden die Aktionen eingeschränkt, die eine Anwendung auf einem System ausführen kann um etwa vor schädlichem Code zu schützen. Die überarbeitete Address Space Layout Randomization (ASLR), die nun auch für 32-bit-Programme verfügbar ist, soll es zusätzlich erschweren Sicherheitslücken auszunutzen. Für mehr Schutz der eigenen Daten sorgt FileVault2, mit dem man nun auch externe Festplatten verschlüsseln kann. Neben einem Passwort können Nutzer mit einem automatisch generierten Wiederherstellungsschlüssel auf ihre Daten zugreifen. Vergisst man jedoch beides "sind Ihre Daten verloren", warnt Apple hier sehr eindrücklich in den Einstellungen.
Backup
Die Mac OS-interne Backup-Lösung Time Machine legt nun lokale Backups an, wenn kein externes Laufwerk verfügbar ist. In dem Fall kann im Finder der Punkt "Mobile Backup" auftauchen, was einige Nutzer irritiert hat. Auch lässt sich das Backup-Medien mittels FileVault verschlüsseln. Allerdings funktioniert das nur bei USB- oder Firewire-Anschluss. Ein Backup auf Apples Time Capsule via WLAN kann nicht verschlüsselt werden.
Rettungsanker ohne Disk
Ganz ohne Rettungsanker wie die bisherige DVD zur Wiederherstellung lässt Apple die Nutzer von Lion zudem nicht zurück. Das neue OS legt auf dem Rechner eine im Normalfall "unsichtbare", 1 GB große Partition für den Notfallbetrieb an. Über die Funktion Recovery HD lässt sich das System von einem Time Machine-Backup wiederherstellen oder über die Apple Server neu herunterladen und installieren. Auch können die Apple-Online-Hilfe und das Festplatten-Dienstprogramm zum Reparieren oder Löschen der HD aufgerufen werden. Recovery HD kann beim Hochfahren des Macs durch Drücken der Alt-Taste aufgerufen werden.
Probleme
Generell fielen im Test bis auf die genannten Bugs keine gravierenden Fehler auf. Andere Tester berichten unter anderem von Problemen bei NAS-Geräten, Gäste-Accounts und Windows-Partitionen. Die Probleme mit den NAS-Laufwerken dürfte damit zusammenhängen, dass Apple unter Lion "DHCAST128" nicht mehr unterstützt, wie etwa Blogger Alexander Wilde erklärt. Er beschreibt einen Workaround dafür. Ein weiteres Problem scheint es in Einzelfällen mit WLAN-Verbindungen zu geben. Mehrere Nutzer berichten, dass ihr Rechner nach dem Hochfahren keine Netzwerkverbindung findet. OSXdaily hat hierfür Tipps zur Problemlösung zusammengestellt.
Generell dürfte Apple wohl bald ein Update nachliefern, das bekannte Bugs beseitigen sollte. Laut AppleInsider soll das Unternehmen bereits das Update auf Mac OS X 10.7.2 vorbereiten. Damit dürfte vor allem der iCloud-Support nachgereicht werden. iCloud soll zusammen mit iOS 5 wie bereits erwähnt im Herbst starten. Zuvor dürfte noch ein Update auf 10.7.1 erfolgen, das kleinere Probleme aus dem Weg räumt.
Fazit
Mit 23,99 Euro ist Lion ein Update, bei dem man nicht lange Vor- und Nachteile abwägen muss, ob man es durchführt. Wer die Kinderkrankheiten auslassen will, kann auf das erste Update warten, das es wohl in Kürze geben dürfte. Die Neuerungen sind durchwegs gelungen. Autosave, Versions und Resume vereinfachen das Arbeiten mit Mac OS, müssen aber noch in Drittanbieter-Apps umgesetzt werden. Mission Control, Launchpad und Vollbildapps vereinfachen die Bedienung vor allem auf MacBooks mit integriertem Touchpad.
Der Schritt zu einem an Toucheingaben orientiertem System wurde allerdings noch etwas halbherzig vollzogen. Wer mit der neuen Scrollrichtung und dem Launchpad nichts anfangen kann, dem steht die Nutzung des Systems auf herkömmliche weise frei. Zwischen Bedienung mit Maus und Touchpad klafft damit jedoch eine große Lücke. Zu einem radikaleren Schritt war Apple offenbar noch nicht bereit. So bringt Lion keine revolutionären Neuerungen mit sich, sondern stimmt hauptsächlich auf die Marschrichtung ein, die Apple in den nächsten Jahren angehen dürfte. (Birgit Riegler/derStandard.at, 31. Juli 2011)
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Ich will mehr Follower als Peter W1 haben um auch mal in einen Bericht des Standards zu kommen.
Außerdem würde es mich freuen wenn er sich ärgert, und mit mir wieder zu streiten beginnt, mit "Fakten" die es nicht gibt und die er nicht belegen kann. Und das nur weil ich mehr Follower hab als er :-)
Je länger ich damit arbeite, umso schöner wird es. Hatte anfangs ein paar kleinere Schwierigkeiten, aber wenn man sich eingewöhnt hat, super. Selbst Launchpad gefällt mir jetzt. Wenn man oft mit iOS unterwegs ist, fällt der "Umstieg" auf den Desktop jetzt leichter.
Scrollen Sie auch schon "natürlich"? Ich tu's. Einige Bugs hat mein late 2008 mit Lion noch. Bluetooth Mouse wird nach dem Ruhezustand nicht mehr aktiv. Wenn sich der Bildschirm aus Energiespargründen abdunkelt muss dieser per Tastendruck, und nicht über Streichen am Trackpad, wieder aktiviert werden. Sonst bin ich sehr zufrieden, das Arbeiten mit Spaces und Vollbildmodus ist sehr praktisch, und: schnell läuft das System.
kann ich mich sicher auch damit anfreunden. Der Witz ist, dass die Anzahl, die überblickt werden können, durch gute Icons größer wird.
Die größten Probleme hatte ich bisher (beim Lion) mit Spotlight, bis ich auch hier nach verzweifelter Suche die neue Mächtigkeit sah.
Jetzt fährt der Rechner (mit XP) ohne Meldung einfach runter, sehr klasse äpple ... so ist bootcamp nur mehr was für mutige .... binjetztsowasvonang'fressen
( ... aber kann natürlich auch Gottes Rache sein, werde in mich mich gehen )
wie genau der zusammenhang zwischen lion und ihrer boot-camp partition herzustellen ist, ist mir unklar. windows ist es völlig wurscht welche - und ob überhaupt !! (schließlich können sie ja auch nur ausschließlich windows installieren, wenn sie möchten; ganz ohne mac os) - mac os version installiert ist. ich denke eher ihre windows installation ist etwas verbogen. bzw. wär's das erste notebook das ich kenn das brauchbar mit xp funktioniert. da kann man aber weder die eine noch die andere raubkatze zur verantwortung ziehen. aber ohne technisches verständnis kann man sich ja alles herreimen wie's einem grad passt. hach, unwissenheit ist auch 2011 noch ein segen.
;-)
davor mit SL eben ganz gut mit winXP funktioniert. Jetzt eben nicht mehr ... aber es stimmt, eigentlich muss ich glücklich sein, dass XP überhaupt noch drauf lauft, nachdem lion bei den partitionen nicht ganz zimperlich ist. Und es liegt vielleicht wirklich nur an den nicht mehr aktuellen XP Bootcamp Treibern, aber für was gibt es sonst Backups ... Snowleopard ist wenigstens ausgereift. Mit Lion kann ich/man mit dem Macbook + Windows nicht glücklich werden ...
lustig ist anders, aber war notwendig, bzw. lion war nicht unbedingt notwendig, war nur der Rechner, der am wenigsten weh tut, nur die Grundfunktion "warnen, bevor er sich verabschiedet, wäre halt schon nett gewesen", aber egal auch mit sich wundern kann man lernen ...
Wie bei jeder neuen Betriebssystem-Version (egal ob win oder mac) tauchen unmittelbar nach der veröffentlichung diverse Probleme und Fehler auf.
Da mein Snow Leopard im Moment wunderbar läuft und ich es beruflich nutze, werde ich noch einige Zeit verstreichen lassen, und auf die ersten Patches warten, bis ich das Upgrade vornehme.
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