Das Uno-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien mit
Sitz
in Den Haag wurde 1993 als Ad-hoc-Gerichtshof gegründet, um die
Verantwortlichen der schweren Menschenrechtsverletzungen in den Kriegen
Ex-Jugoslawiens strafrechtlich zu verfolgen. In den vergangenen Jahren
wurde Anklage gegen 161 mutmaßliche Täter erhoben. Die prominentesten
Fälle:
- Slobodan Milosevic, jugoslawischer Ex-Präsident (Verfahren seit
Februar
2002, eingestellt nach dem natürlichen Tod Milosevics im März 2006);
- Radovan Karadzic, ehemaliger bosnischer Serbenführer (laufendes
Verfahren seit Oktober 2009);
- Ratko Mladic, bosnisch-serbischer
Ex-Militärchef und Karadzics rechte Hand (derzeit in Untersuchungshaft);
- Vojislav Seselj, serbischer Ex-Vizepremier (laufendes Verfahren seit
November 2006);
- Ante Gotovina, ehemaliger kroatischer General (im April
2011 verurteilt zu 24 Jahren Haft, laufendes Berufungsverfahren seit Mai
2011);
- Biljana Plavsic, ehemalige bosnisch-serbische Präsidentin (im
Februar 2003 verurteilt zu elf Jahren Haft, vorzeitig entlassen im
Oktober 2009);
- Milan Babic, früherer kroatischer Serbenführer (im Juni
2004 verurteilt zu 13 Jahren Haft, Selbstmord im März 2006);
- Goran
Jelisic, bosnischer Serbe mit Posten im Gefangenenlager Luka (im
Dezember 1999 verurteilt zur Höchststrafe von 40 Jahren);
- Milomir
Stakic, früherer bosnisch-serbischer Präsident des Krisenstabs in
Prijedor (im Juli 2003 verurteilt zur Höchststrafe von 40 Jahren).
(veh, STANDARD-Printausgabe, 26.7.2011)