Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary zur Berichterstattung über die Anschläge in Norwegen: "Super-GAU der Terrorexperten"
foto: screenshot
ZDF-Terrorexperte Elmar Theveßen: "Die journalistische Arbeit war sauber"
Nahost-Korrespondent fordert die "Abschaffung des Berufsstandes" der Terrorexperten
Die Attentate in Norwegen sind aus zweierlei Gründen aus Mediensicht interessant. Zum einen zeigte sich einmal mehr, wie sehr Journalisten davon profitieren können, wenn sie ihre Recherche auch auf soziale Netzwerke ausdehnen. Andererseits zeigte das Ereignis auf, wie sich selbst traditionelle Medien unter dem Druck live zu berichten mit ihren Spekulationen in die falsche Richtung bewegen.
Die Nachrichtenagentur Reuters informierte via Kurznachrichtendienst Twitter schneller von der Explosion in Oslo als die Meldung den gewohnten Weg über den Nachrichtenticker fand. Augenzeugen stellten rasch Fotos ins Netz. Heather De Lisle, Journalistin bei der "Deutschen Welle", schilderte die Vorzüge des neuen Netzwerks Google+, wie man hier mit dem System der Kreise zu Fakten kommen konnte - ohne selbst vor Ort zu sein (siehe Kommentar Schicksalsschwemmen). Sarah Hill vom Sender KOMU TV wiederum nützte das Video-Chat-Feature "Hangout", um Stimmen aus Norwegen einzuholen (mehr dazu hier).
Vielleicht auch unter dem Druck der Echtzeitnachrichten im Netz, versagten viele traditionelle Medien allerdings in ihrer Funktion, die Ereignisse einzuordnen und zu analysieren. Eilig wurden televisionäre Terrorexperten hervorgekramt, die die Situation einordnen sollten. Für Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary ein "Super-GAU der Terrorexperten". Er forderte die "Abschaffung des Berufsstandes" der "Errorexperten" und den Mut zur Lücke. Damit traf er die Meinung seiner Facebook-Fans, die in einer Umfrage ebendort Terrorexperten als Angstmacher einordneten, die "meistens nur im Kaffeesatz lesen".
El-Gawhary auf seiner Facebook-Seite über Terrorexperten wie Berndt Georg Thamm (N24): "Schafft sie ab"
Auch im heimischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen tippte man auf islamistischen Terror. "Die karge Informationslage von gestern, vor allem aber die perfide Professionalität dieses Anschlages haben viele Kommentatoren, auch mich, zu voreiligen Theorien verleitet. Nach heutigem Stand ist das Gegenteil der Fall", sagte Andreas Pfeifer, Chef der "ZiB"-Außenpolitik, im Studiogespräch vom Samstag (ORF-TVThek).
Elmar Theveßen, Terrorexperte des ZDF, verteidigte wenig überraschend den Berufsstand. Solange Quellen "genannt werden - wie bei uns geschehen - und auch ansonsten vorsichtig formuliert wird, war die journalistische Arbeit sauber", schreibt er im ZDF-Blog am Sonntag. Stefan Niggemeier kam in der FAZ zum Schluss: "Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien". (sb)
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!
Zweite Preise für "1 + 8" und "Low Definition Control" bei Documenta - Drei "Universum"-Produktionen und ORF-Comedy "Schlawiner" bei WorldMediaFestival prämiert
nach einem ereignis wie in norwegen, dann muss ich seine aussagen auch kritisch hinterfragen. und wer erklärt es handele sich wohl um einen islamistischen anschlag, dann muss ich ihn fragen wie er darauf kommt, welche anhaltspunkte er dafür hat, usw.
und wenn sich journalisten so nebenbei als kommentatoren versuchen, dann ist das nicht nur in solchen fällen meistens überflüssig...
:) Herzlichen Dank für das Promoten des FS3-'error-tags (vom FS3 seit dem Jahr 2001 propagiert) und für einen Artikel, der den jahrzehntelangen Unfug der üblichen "Eggspörten" über 'erorismus korrekt…
Während sich also die übliche Experten schenkelklopfend über "Alk-Aida" ausließen, versuchte das FS3 genauere Infos abzuwarten, um dann erst seine Schlußfolgerungen zu ziehen.
Der wichtigste Schritt in den ersten Stunden nach dem Anschlag war es, entsprechende Links und Sites SOFORT zu sichern. So war es auch ein Leichtes zu entdecken, daß ABBs Facebook-Site vorerst ganz anders aussah-und erst kurz nach dem Anschlag "passend" gehackt -pardon, geändert- wurde.
die besten experten sind aber bei dem tsunami in japan aufgetreten,
im besonderen das atominstitut oder wie immer diese angeber heissen mögen, alles nicht so schlimm, erklärten sie am anfang, sie simulieren alles in ihrem instut und sind daher sehr vertraut, runde tische bevölkerten sie, endlich begriff der orf welche nieten sie da hatten und nach wochen vertrauten sie einem deutschen professor, ob diese leute wirklich ihr geld wert sind? und diese experten unterrichten noch junge studenten, unglaublich
Das war zugegebenrmaßen unprofessionell. Aber genauso unprofessionell waren die Experten der Atomenergiegegner, die gleich vom SuperGAU geredet haben. Am Anfang der Katastrophe hätte man einfach zugeben müssen, wie auch jetzt in Norwegen, dass man mit den Information die vorhanden sind nicht mehr sagen kann, als abwarten und Tee trinken.
dass es sich hier nicht um einen supergau handelt? oder verstehe ich etwas nicht, lieber baal es ist ein supergau, für tausende von jahren wird dort nichts mehr essbares angebaut werden können, für mich ist es schon ein supergau, mit all den konsequenzen,
dieser supergau wird auch seinen niederschlag finden,
ausser in der slo, aber die leben in einem anderen jhdt.
Das es ein Supergau ist wusste man aber nicht von Anfang an. Die die das von der ersten Stunde an behauptet haben, haben einfach richtig getippt. Der Tipp mit Islamisten in Norwegen hätte ja auch aufgehen können.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.
Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ihre aktuelle und korrekte E-Mail-Adresse ist Voraussetzung für alle Benachrichtigungen, die Sie von derStandard.at erhalten (z.B. Antworten auf Ihre Postings, Hilfe bei vergessenem Passwort). Zusätzlich werden Sie Ihre E-Mail-Adresse künftig für das Login benötigen.
Daher bitten wir Sie um eine kurze Überprüfung und Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse wird dadurch nicht für Dritte sichtbar!
Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse ist bereits mit einem anderen Account verknüpft. Bitte geben Sie eine andere E-Mail-Adresse an.
Diese E-Mail-Adresse ist leider ungültig. Bitte verwenden Sie eine dauerhafte E-Mail-Adresse!
Eine E-Mail-Adresse kann nicht für mehrere Accounts verwendet werden!
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Danke für die Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Es wurde ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse gesendet.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Die E-Mail konnte nicht gesendet werden. Bitte versuchen Sie es noch einmal.