Das Buch "Esskulturen. Gutes Essen in Zeiten mobiler Zutaten" begleitet die Ausstellung "Essen unterwegs" im Schlossmuseum Linz
"Gutes Essen - was versteht man darunter?", fragt das Buch "Esskulturen. Gutes Essen in Zeiten mobiler Zutaten" von Andrea Heistinger und Daniela Ingruber, das zur Ausstellung Essen unterwegs 2011 im Schlossmuseum Linz erschienen ist. Gutes Essen, ökologisch nachhaltig und sozial fair produziert, ist ein Luxusgut, über das sich Menschen definieren.
Wider die heimatverkorkste Richtig-Tuerei beim Essen
Vom Ende der Tafelrunde, der großen Mutter Konsum, Formgebung und Gestaltung von Esswaren, handeln die einzelnen Kapitel. Wider die heimatverkorkste Richtig-Tuerei beim Essen, über die Leistbarkeit gesunder Ernährung, über Essen in Armut, mobiles Essen, grenzenloses Kochen oder Essen und Tradition schreiben insgesamt 17 Ernährungs-, Agrar- und Politkwissenschafter, Kultur- und Sozialanthropologen, Soziologen, Künstler, Abfallexperten, Kulturhistoriker, Architekten, Volkswissenschafter, Biobauern, Aktivisten.
Etwas Besonderes oder reine Nahrungszufuhr?
Auf spielerische Weise setzt sich das Buch mit der komplexen Frage auseinander, ob die sozialen Hintergründe entscheidend sind, wann Essen etwas Besonderes, wann lediglich Nahrungszufuhr ist. So wird in Epochen des Überflusses die Verbindung zwischen Kultur und Essen häufig zum "Event". Andererseits ist es für viele Menschen schwierig, sich zu einem leistbaren Preis mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen.
Im alltäglichen Sprachgebrauch ist Esskultur ein positiv besetzter Begriff und zeugt davon, wie wir mit dem Gegessenen umgehen - vom Wunsch gut zu essen und doch schlanker zu werden bis hin zum Abfall und zur Verdauung.
Im Vordergrund steht immer die Dualität von Ernährung als Luxus und Ernährung als tägliche Überlebensstrategie wie bei der Versorgung von Hungernden in Afrika oder der Wiener Tafel, die überschüssige Lebensmittel Bedürftigen zukommen lässt. Eines steht fest: Es wäre genug für alle da. (tin, derStandard.at, 25.07.2011)