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Manchmal holt die Realität die Interessenten schneller ein, als ihnen lieb ist und der Traum vom Traumjob ist oft schnell ausgeträumt.
Wien - Bei Andrea Ebner-Pfeifer läutet das Telefon derzeit häufiger als sonst. Ihre Gesprächspartner melden sich unter anderem aus Slowenien, Ungarn oder der Slowakei. An die Arbeitsrechtsexpertin der AK Wien werden Fälle herangetragen, die sie kaum zu glauben vermag, wie sie im Gespräch mit derStandard.at berichtet. Da rufen zum Beispiel verzweifelte Mitarbeiter einer slowenischen Baufirma an, die für ihren zweimonatigen Baustelleneinsatz in Österreich mit je 200 Euro pro Monat abgespeist werden. Bestens erinnerlich ist Ebner-Pfeifer auch der Fall einer jungen Slowakin, die gleich nach der Arbeitsmarktöffnung am 1. Mai ihr Glück am rot-weiß-roten Arbeitsmarkt versuchen wollte. Von einer Reinigungsfirma mit Sitz in Bratislava wurde sie zum Putzen in Wiener Hotels beordert. 900 Euro sollte das monatliche Salär betragen, am Ende wollte man ihr den unappetitlichen Stunden-Lohn von 2,42 Euro je Stunde ausbezahlen. Für die Kosten für ein Zimmer in Wien hatte die Dame selbst aufzukommen.
Billig aus dem Ausland Dienstleistungen anbieten, ohne die mitgebrachten Beschäftigten nach dem österreichischen Kollektivvertrag zu entlohnen: Dieses Geschäftsmodell ist für die üblichen Verdächtigen offenbar zu verlockend. Immer wieder werden Firmen aus der Reinigungs- und Baubranche, aus dem Gastgewerbe und dem Bereich Arbeitskräfteüberlassung auffällig. Wobei gerade bei letzteren die Zuordnung problematisch ist, wie Ebner-Pfeifer feststellt: "Da werden Leute grenzüberschreitend nach Österreich überlassen, wobei die Abgrenzung, ob es sich um einen Subauftrag oder eine reine Arbeitskräfteüberlassung handelt, auch rechtlich schwierig ist."
Drakonische Strafen
Manche Unternehmer probieren offensichtlich aus, wie gut gerüstet Österreichs Behörden sind, um die Einhaltung des Lohn- und Sozialdumping-Gesetzes auch zu überprüfen. An sich sei man mit dem gesetzlichen Rahmenwerk für die Öffnung ausreichend vorbereitet, sagt Ebner-Pfeifer: "Ich glaube schon, dass das Lohn- und Sozialdumpinggesetz auch eine abschreckende Wirkung zeigt. Die Strafen, die darin vorgesehen sind, sind drakonisch." Bislang schreckte allerdings die Tatsache, dass bei einem Verstoß eine Strafe von bis zu 50.000 Euro droht, nicht jeden Anbieter ab. Im Wiederholungsfall kann einem Betrieb auch die Gewerbeberechtigung entzogen oder einer ausländischen Firma die Tätigkeit in Österreich untersagt werden.
Aber nicht nur findige Nachbarn, auch die heimischen Unternehmen machen sich das Interesse der Arbeitnehmer aus den Nachbarländern zunutze, ist Ebner-Pfeifer überzeugt. "Die Baufirmen wissen sehr wohl, dass sie kontrolliert werden. Dennoch kommt es vor, dass die Leute weit unter Kollektivvertrag bezahlt werden. Oder die Mitarbeiter sind nach dem Kollektivvertrag angemeldet, aber aufgrund der Stunden, die sie arbeiten, fallen sie wieder drunter, weil keine Überstunden bezahlt werden."
Drohen hilft manchmal
Im Fall der slowakischen Reinigungsdame konnte man recht schnell einen Erfolg verbuchen. "Der Geschäftsführer der österreichischen Reinigungsfirma (Anm.: der den Auftrag an das slowakische Subunternehmen vergab) hat mir nach unserer Ankündigung, dass Klage eingereicht und Anzeige erstattet werde, erklärt, es werde ohnedies alles ordnungsgemäß abgerechnet. Das war offenbar abschreckend genug. Am gleichen Tag hatten wir die Anerkenntnis der slowakischen Subfirma am Tisch, dass man die Arbeitnehmer korrekt bezahlen will."
Grundsätzlich glaubt Ebner-Pfeifer, dass man es bei der AK ohnedies nur mit der Spitze eines Eisberges zu tun bekomme. Viele wüssten gar nicht, dass es in Österreich eine Institution gibt, die ihre Interessen vertritt. Zudem sei vielfach für Betroffene der Aufwand, zu ihrem Recht zu kommen, hoch. Um ihre Ansprüche geltend zu machen, müssten sie wieder nach Österreich kommen und hier für Wohnen bezahlen: "Wenn es eher geringfügige Differenzen sind, werden sie sich diesen Aufwand gar nicht antun."
Steigender Druck
Nachdem das Lohn- und Sozialdumping-Gesetz noch relativ jung sei, werde sich wohl jetzt erst zeigen, ob man mit den vorhandenen Kontrolleuren auskomme, meint die Arbeitsrechtsexpertin. "Wenn nicht, muss eben der Personalstand aufgestockt werden. Es hat wenig Sinn, wenn man die besten Regelungen schafft und es dann wegen Personalmangels am Vollzug hapert."
Ihr ist nicht nur ein Dorn im Auge, dass die Mitarbeiter mit Sklavenlöhnen abgespeist werden. Es bestehe durchaus die reale Gefahr, dass, wenn solche Billiganbieter mit ihrer Praxis durchkommen, der Druck auf alle Anbieter steige. "Man muss schauen, dass die Lohn- und Sozialstandards, die wir in Österreich haben, erhalten bleiben." (Regina Bruckner, derStandard.at, 26.7.2011)
Wohin wenden, wenn unter Kollektivvertrag gezahlt wird:
Finanzpolizei, Gebietskrankenkasse und Bauaarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse kontrollieren sei 1. Mai, ob korrekt gezahlt wird.
Verdacht auf Lohnbetrug können Betriebsrat, Gewerkschaft und AK melden
Beratung für Arbeitnehmer aus den Nachbarländern bietet das Gewerkschaftsprojekt ZUWINBAT - Zukunftsraum Wien-NÖ-Bratislava-Trnava (Tel. 01/53444-39243)
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in marburg und in laibach auf messen informationsveransgtaltungen durchgeführt, - wie sie am besten in österreich arbeiten können. die messen waren in zusammenarbeit grossteils mit zeitarbeitsfirmen.
da stelle ich sowieso niemanden ein.
Ist schlicht zu teuer.
Ich mache das mit Freelancern - das sind die modernen Sklaven am Markt.
Das hat nichts mit Globalisierung zu tun sondern mit der Tatsache dass unsere Dienstleistungen ! IM INLAND ! unbezahlbar werden. Was stimmt denn daran nicht??????
und ich arbeite nicht mehr für Leute wie sie – ist schlicht zu teuer. Denn der moderne Sklave trägt die gesamten Lohnnebenkosten und meist gleich das Unternehmerrisiko mit.
Zecken wie sie, kassieren den Gewinn und ruinieren nachhaltig die Wirtschaft. Entschuldigung! Mein Fehler: Zecken, wie sie eine sind, haben die Wirtschaft bereits ruiniert. Man merkt es auch allmählich.
Wir sehen uns …
kann ein Unternehmer einen zweiten freiberuflichen Mitarbeiter einstellen.
Ich verstehe auch nicht, wo dabei das Problelm ist, denn der Selbständige an sich ist auch freiberuflich tätig. Wahrscheinlich sind die Leute einfach nur zu faul oder zu dämlich, um sich um ihre Abgaben selbst zu kümmern.
Dienstleistungen im Inland sind teuer weil diejenigen, die sie leisten auch annähernd so viel wie Sie verdienen und ähnliche Sicherheiten haben wollen. Beim Kauf von Gütern haben wir uns daran gewöhnt, dass sie unverschämt billig sind weil in Ländern produziert wird, in denen die Menschen fast nichts verdienen. Das wird als Vorteil der Globalisierung als selbstverständlich empfunden. Bei Dienstleistungen funktioniert das nicht, deshalb kommen einem die Preise sehr hoch vor.
Die Dienstleistungen sind also nicht so teuer, sondern die Güter so billig geworden.
Die Ursachen sind aber andere. Der relative Wohlstand, gut ausgedrückt, hatte auch seine Gründe. Dieser hat mit der Zeitenwende seine Grundlage verloren, da wird heute nichts mehr eingeleutet. Rasant geht es bergab, für die Mehrheit. Die sogenannte Mittelschicht sollte endlich kapieren, auf welcher Seite sie steht.
Die Reichen haben sich schnell (nach dem 2. WK) eine Spielwiese geschaffen, in der sie tun und lassen konnten und koennen, was immer sie wollen.
Da brauchen Veit Sorger und aehnliche menschenverachtende Industrielle und Unternehmer nur mit der Arbeitslosigkeitskeule schmettern und schon kuschen die ohnedies tief in den reichen Aerschen steckenden Politiker und verschlechtern die Situation der ehrlichen arbeitenden Bevoelkerung, was zu einer Teufelsspirale nach unten fuehrt - weniger Einkommen = weniger Konsum = Zusammenbruch des Handels etc.
Ein Mateschitz wird sich nicht mehr oder weniger kaufen, egal ob sein Privatvermoegen nun 4 oder 5 oder in ein paar Jahren 10 MILLIARDEN EURO ausmacht, wetten?
Das Problem ist weder die Globalisierung, noch die Wirtschaftsordnung noch der Markt oder sonstwas
Das einzige Problem sind die Menschen, die schon immer ueber Leichen gegangen sind, um ihren eigenen Vorteil zu erlangen.
Deshalb sollte es ja Gesetze geben, die auch konsequent vollzogen werden.
Wenn aber die Exekutive und Judikative absichtlich tot gehungert werden, kann es nicht einmal mehr Recht geben - die Ruecksichtslosen sind laengst die Klugen (nach v Liszt sollte das Strefrecht genau das verhindern).
Hinzu kommt, dass vor allem Dank der OEVP, die Gesetze gegen Ausbeutung, Korruption und andere Wirtschaftsdelikte viel zu schwammig und zu wenig weit gehend sind.
Wenn wir private Detektivunternehmen als "vereidigte Hilfskräfte" mit der Kontrolle beauftragen und Erfolgsbeteiligung an den Strafen zahlen, haben wir mehr Chancen.
Denn unsere Gesetze sind hart genug und nur das Unvermögen der Behörden bewirkt den beschämenden Erfolg und wirksamen Schutz der Ausgebeuteten.
das sie nicht auch der gehirnwäschemascherie verfallen. es wäre genug für alle da. ich hab´s selbst erlebt in meinen letzten 15 berufsjahren habe ich für einen unternehmer gearbeitet der es von einem 1 Mann unternehmen zu einem unternehmen mit 500 MA geschaftt hat. wir wurden gut bezahlt, es gab auch prämien wenn wir eine baustelle gut abgewickelt haben. es war kein problem 50+ zu sein.
doch aus altersgründen verkaufte er sein unternehmem. danach kamen die privaten aktionäre und auf einmal musste auf teufel komm raus verdient werden. den leuten wurde versucht einzutrichtern das der markt das erfordere und junge mitarbeiter bekamen verträge mit pauschalierungen. dafür dürfen sie unbezahte überstunden machen und bei auftragsflaute ihren urlau
es reicht doch nicht, zu drohen und wenn die dann im nachhinein so tun als ob alles ein missverständnis wäre, die sache so zu belassen.. da gehört auf jedenfall geklagt, auch wenn nur versucht wurde, die leute dermaßen zu verarschen.. die sollen wissen, dass das nicht geht
Mit der "Globalisierung" als solchem hat das in diesem Artikel erwähnte Problem wohl tatsächlich am Rande auch zu tun. Aber wirklich nur am Rande.
Ich denke, es ist viel mehr ein Ergebnis der mangelbehafteten "Europapolitik". Dieses künstlich aus dem Boden gestampfte Ungetüm namens "EU" bringt Dinge mit sich, die nun wirklich sehr wenig mit Globalisierung zu tun haben, sondern mit Unfähigkeit und Kurzsichtigkeit der EU-Politiker. Die systematische Umverteilung nach unten macht die ursprünglich mehr oder weniger gesunden Staatshaushalte zunehmend kaputt. Selbst Stammtischdiskussionen bringen oft kompetentere Ergebnisse als Sitzungen in europäischen Gremien. Dort fehlt eins ganz gewaltig: Gesunder Menschenverstand.
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