Verein: "Große Beleidigung für uns" - Erst im Mai waren beim Haus Fenster eingeschlagen worden
Bregenz - Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Sonntag in Reuthe (Bregenzerwald) einen Schweinskopf vor einem künftigen Vereinslokal und Gebetshaus eines muslimischen Kulturvereins abgelegt. Die Hintergründe für diese Aktion sind nach Angaben von Uta Bachmann von der Sicherheitsdirektion noch völlig unklar. "Dazu können wir noch gar nichts sagen", bestätigte Bachmann am Montag gegenüber der APA einen Bericht der "Vorarlberger Nachrichten" (Montag-Ausgabe).
Der Kulturverein, der seit vielen Jahren mit einem Gebetshaus in Reuthe verankert ist, hat das Haus im Frühjahr gekauft und ist seitdem mit Adaptierungs- und Renovierungsarbeiten beschäftigt. Als Vereinsmitglieder am Sonntagvormittag ihre Arbeiten fortsetzen wollten, stießen sie auf den Schweinekopf. "Wenn es ein anderes Tier gewesen wäre, dann hätten wir es als Jugendstreich abgetan. Aber ein Schwein, das ist für uns eine wirklich große Beleidigung", sagte die Sprecherin des Vereins gegenüber den "VN". Man habe Anzeige erstattet.
Scheiben eingeschlagen
Beim Gebäude waren erst im Mai Scheiben eingeschlagen worden, auch ein Hakenkreuz war entdeckt worden - dieses war laut Bachmann aber schon zuvor aufgemalt worden. Das Haus war bis zum Frühjahr als Bar genutzt und vor allem von Jugendlichen rege besucht worden. "Wir können noch nicht sagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den eingeschlagenen Scheiben und dem gefundenen Schweinekopf gibt", so Bachmann.
Der Bürgermeister der 600 Einwohner-Gemeinde Reuthe, Arno Scharler, zeigte sich laut ORF Radio Vorarlberg entsetzt über der Tat. Er habe bis jetzt keine anti-islamische Stimmung in seiner Gemeinde öffentlich wahrgenommen, betonte das Gemeindeoberhaupt. Bachmann unterstrich ebenfalls, dass es bisher noch nie Probleme zwischen dem Verein und der Bevölkerung gegeben habe. (APA)