"Alexis Sorbas"-Regisseur Michael Cacoyannis gestorben

25. Juli 2011, 12:52

Starb 89-jährig in Athen an den Folgen eines Herzinfarkts - 2005 "Lysistrata" für "Art Carnuntum" inszeniert

Athen - Michael Cacoyannis, zypriotisch-griechischer Regisseur des Kultfilms "Alexis Sorbas", ist tot. Er starb am Montag 89-jährig in einem Athener Spital an den Folgen eines Herzinfarkts, wie das Krankenhaus, in das er vor zehn Tagen eingeliefert worden war, bekanntgab.

Cacoyannis arbeitete mit prominenten Schauspielerinnen wie Melina Mercouri, Irene Papas, Candice Bergen und Katherine Hepburn zusammen. Berühmtheit erlangte er 1964 mit "Alexis Sorbas" nach dem Roman von Nikos Katzantzakis mit Anthony Quinn. Der Film gilt als einer der erfolgreichsten aller Zeiten. Er wurde für sieben Oscars nominiert und gewann deren drei.

Der gebürtige Zypriot inszenierte 15 Filme, 36 Stücke und 7 Opern in Griechenland und anderen Ländern Europas sowie in den Vereinigten Staaten. Er schrieb alle Drehbücher selber und textete für seinen Film "Stella" auch zwei Lieder des griechischen Komponisten von Manos Hadjidakis. Daneben übersetzte er Shakespeare-Stücke ins Griechische und Euripides-Klassiker ins Englische. In Österreich zeigte Cacoyannis im Jahr 2005 Aristophanes' "Lysistrata" als musikalische Revue beim Festival "Art Carnuntum".

Cacoyannis wurde am 11. Juni 1922 unter dem Namen Michalis Kakogiannis in Limassol auf Zypern geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in Athen und London und praktizierte eine Zeitlang als Rechtsanwalt. Während des Kriegs produzierte er für die BBC griechischsprachige Kultur-Programme.

Nach dem Krieg gab er die Juristerei auf und arbeitete am Old Vic Theatre in London als Schauspieler und Regisseur. Nachdem er in der britischen Filmindustrie keine Arbeit fand, ging er zurück nach Griechenland und drehte dort 1953 seinen ersten Film "Windfall in Athens".

Cacoyannis hatte eine Vorliebe für antike Stoffe wie "Electra" oder "Iphigenia" - beides Filme, für die er eine Auslandsoscar-Nominierung bekam. Sehr erfolgreich war auch "The Trojan Women" mit Katharine Hepburn und Vanessa Redgrave.

Der Initiative von Cacoyannis ist auch die dramatische Beleuchtung der Akropolis in Athen zu verdanken. Er gründete einen Sponsoren-Verein und beauftragte den berühmten französischen Beleuchtungsingenieur Pierre Bideau, der auch den Eiffelturm effektvoll illuminierte, mit einer Studie. Auf die Olympischen Spiele 2004 hin genehmigte die Regierung das Projekt.

Daneben gründete der Regisseur 2004 eine Stiftung, deren Zweck die Unterstützung und Erhaltung der Theater- und Filmkunst ist. Für seine vielfältigen Verdienste wurde Cacoyannis unter anderem mit den Lebenswerk-Preisen der Filmfestivals von Jerusalem, Kairo und Thessaloniki und einem französischen Ehrenorden gewürdigt. (APA)

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