Urlauber kommen öfter, bleiben aber kürzer

25. Juli 2011, 15:11
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Ankünfte erhöhten sich laut Statistik Austria um 2,8 Prozent auf 16,71 Millionen, im Mai und Juni gab es einen kräftigen Aufschwung

Wien - Der heimische Tourismus hat heuer im ersten Halbjahr die Zahl der Urlaubernächtigungen auf Vorjahresniveau gehalten. Es kamen zwar deutlich mehr Gäste - die Zahl der Ankünfte erhöhte sich vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria zufolge um 2,8 Prozent auf 16,71 Millionen -, doch die Urlauber haben ihre Aufenthalte in Österreich weiter verkürzt. Dadurch nahm die Zahl der Nächtigungen zwischen Jänner und Juni um nur 0,4 Prozent auf 64,11 Millionen zu. Besonders schmerzlich wirkte sich die Zurückhaltung der Deutschen aus, die knapp mehr als die Hälfte der Nächtigungen stellten.

Weniger Deutsche und Briten

Die Übernachtungen der deutschen Urlauber sanken heuer gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 deutlich um 3,7 Prozent auf 24,18 Millionen. Auch die Briten ließen bisher spürbar aus - in der aktuellen Beherbergungsstatistik sorgten sie nur noch für 1,93 Millionen Übernachtungen (minus 4,8 Prozent).

Es gab aber auch kräftige Zuwächse - die höchsten bei den Urlaubern aus Russland (plus 25,4 Prozent), der Schweiz (plus 12,3 Prozent) und Belgien (plus 6,5 Prozent). Die russischen Übernachtungen machen allerdings lediglich zwei Prozent aller ausländischen Gästenächtigungen aus, jene der Belgier immerhin elf Prozent.

Luxussegment wächst

Insgesamt stiegen die Übernachtungen der ausländischen Urlauber in den ersten sechs Monaten um 0,3 Prozent auf 47,47 Millionen und jene der Inländer geringfügig stärker um 0,5 Prozent auf 16,64 Millionen.

Die Österreich-Urlauber haben einen leicht zunehmenden Hang zum Luxus: In den Vier- und Fünf-Sterne-Hotels nahm die Zahl der gebuchten Übernachtungen laut Statistik Austria um 0,6 Prozent zu. Daraus ergibt sich ein Marktanteil von 35 Prozent. Gleichzeitig brachen die Übernachtungen in Privatunterkünften um 4,6 Prozent ein und stellten einen Anteil von nur etwa 13 Prozent.

Mai und Juni stark

In den Monaten Mai und Juni belebte sich die Nachfrage nach Quartieren in Österreich merklich: Die Zahl der Nächtigungen legte gegenüber den beiden Vergleichsmonaten 2010 um 3,7 Prozent auf 15,47 Millionen zu, die Zahl der Ankünfte um 4,8 Prozent auf den bisherigen Rekordwert von 5,19 Millionen. Die Übernachtungen inländischer Urlauber erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 5,70 Millionen, jene der ausländischen fast viermal so stark um 5,1 Prozent auf 9,77 Millionen - vor allem dank des kräftigen Zuwachses bei deutschen Urlaubern von 5 Prozent auf 5,5 Millionen.

In den vergangenen 15 Jahren lagen die Nächtigungszahlen laut Statistik Austria nur im Jahr der Fußball-Europameisterschaft 2008 mit 15,64 Millionen Nächtigungen knapp über dem heuer im ersten Drittel der Sommersaison erreichten Wert. Mehr als die Hälfte der Sommernächtigungen findet freilich im Juli und im August statt.

Mitterlehner: "Wetterumschwung notwendig"

Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) freut sich über den Rekordwert von 5,19 Millionen Österreich-Urlaubern (plus 4,8 Prozent) in den ersten beiden Monaten der Sommersaison 2011. "Österreich punktet jetzt auch wieder verstärkt bei deutschen Gästen", sagte der Minister am Montag in einer Aussendung. Das verschaffe Österreich viel Rückenwind für den weiteren Saisonverlauf. Doch vor allem die Monate Juli und August seien richtungsweisend für die laufende Saison. Für ein positives Gesamtergebnis sei "ein nachhaltiger Wetterumschwung" notwendig.  (APA)

  • Auch in Tirol (Bild) freut man sich über starke Monate Mai und Juni. Auf dem wichtigsten Quellmarkt Deutschland konnte ein Zuwachs bei den Ankünften von 3,6 Prozent und bei den Nächtigungen von 3,8 Prozent verzeichnet werden, noch stärkere Anstiege gab es bei Gästen aus der Schweiz (8,6 bzw. 8,5 Prozent). Sogar zweistellige Zuwachsraten gab es bei Gästen aus der Tschechischen Republik, Polen sowie Indien. Starke Nächtigungsrückgänge bei Gästen aus Großbritannien (-23,8 Prozent) und den USA (-22,2 Prozent) werden mit der "starken Anziehungskraft der Passionsspiele Oberammergau im Vorjahr" erklärt.
    foto: tirol werbung

    Auch in Tirol (Bild) freut man sich über starke Monate Mai und Juni. Auf dem wichtigsten Quellmarkt Deutschland konnte ein Zuwachs bei den Ankünften von 3,6 Prozent und bei den Nächtigungen von 3,8 Prozent verzeichnet werden, noch stärkere Anstiege gab es bei Gästen aus der Schweiz (8,6 bzw. 8,5 Prozent). Sogar zweistellige Zuwachsraten gab es bei Gästen aus der Tschechischen Republik, Polen sowie Indien. Starke Nächtigungsrückgänge bei Gästen aus Großbritannien (-23,8 Prozent) und den USA (-22,2 Prozent) werden mit der "starken Anziehungskraft der Passionsspiele Oberammergau im Vorjahr" erklärt.

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    In der Bundeshauptstadt Wien freuen sich die Touristiker über das bisher beste Halbjahresergebnis. Mit 5,08 Millionen Nächtigungen verzeichnete man von Jänner bis Juni ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Teils hohe zweistellige Zuwächse gab es dabei aus Ländern, die seit einigen Jahren als Hoffnungsmärkte gelten - etwa Zentral- und Südamerika (plus 48 Prozent), China (plus 40 Prozent) und die arabischen Länder (plus 32 Prozent). Weniger Gäste als im Vorjahr kamen allerdings aus den beiden wichtigsten Märkten Deutschland (minus 1 Prozent) und Österreich (minus 4 Prozent), außerdem aus Japan (-3 Prozent) und Griechenland, von wo die Nächtigungszahlen gleich um 29 Prozent einbrachen.

    Vom derzeit vorherrschenden Schlechtwetter (Bild: Fiaker mit Regen-Adjustierung) könnte die Wiener Tourismusbranche paradoxerweise sogar profitieren. Aufgrund der unwirtlichen Situation würden sich einige Urlauber, die eigentlich in anderen Bundesländern Erholung suchten, für einen kurzfristigen Besuch der Bundeshauptstadt entscheiden, sagte eine Sprecherin.

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