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Einer der großen Startvorteile, mit denen Ägypten in die Revolution und in die Transitionszeit ging, schien die weitgehend homogene Bevölkerung - zumindest im Vergleich mit anderen Staaten in der Region - zu sein. Zwar gibt es große soziale Unterschiede und natürlich die beiden großen Lager, von denen sich das eine mehr und das andere weniger Islam im Staat wünscht. Aber in einem waren sich bis auf das Regime und seine Profiteure fast alle einig: Nach dem Sturz Hosni Mubaraks sollte der Weg in Richtung Demokratie führen.
Und diesen Weg überwachen die revolutionären Gruppen, was sie immer öfter in Konflikt mit dem beharrenden Militärrat bringt, dem die Übergangszeit anvertraut ist. Aber schon früh begann sich auch in der Bevölkerung die Meinung zu spalten, wie viel Revolution und Demokratie eigentlich notwendig und gut fürs Land seien: Noch vor dem Rücktritt Mubaraks, als er seine zunehmend verzweifelten und mit Reformversprechen gespickten Reden hielt, meinten nicht wenige, das Wichtigste sei erreicht.
Nun ist das deprimierende - und für das Land gefährliche - Stadium erreicht, in dem die "6. April"-Jugendbewegung, ohne die Mubarak heute noch an der Macht wäre, auf offene Ablehnung bei manchen Bevölkerungsteilen stößt. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass es dem postrevolutionären Ägypten wirtschaftlich nicht besser, sondern schlechter geht. Es wird noch holprig werden. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2011)
Karsais Verhandlungen mit den Taliban vermitteln eindrücklich das Scheitern der USA
Vom Sieg des Reformers Hassan Rohani profitiert das ganze System
Hassan Rohani verdankt den iranischen Frauen und Jungen den Wahlsieg
Auch Österreichs Golan-Mission ist ein Opfer der Schwäche der Rebellen
Das Wenige, was in Libyen an Staat vorhanden ist, wird von Milizen zerschlagen
Harrer kann diesen Artikel aufbewahren und irgendwann wieder veroeffentlichen. In Tunesien ist es soweit, dass der Aufstand von vielen bemaengelt wird.
In Libyen dauert es noch ein wenig, aber der Artikel passt. Die grosse Enttaeuschung tritt ein. Statt einer superreichen Gruppe gibt es nun eine andere.
Statt einer politischen Macht gibt es eine andere. Laizistische Gruppen werden durch islamistische ersetzt, und das alles im Namen der Demokratie.
Beispiel: die halbwegs westlich orientierten Sunniten im Irak wurden an der Macht durch Iran-treue Schiiten ersetzt. Statt Saudi Arabien hat nun der Iran das Sagen. Statt weiblichen Universitaetsprofessoren gibt es Ausbildungsverbote fuer Frauen.
die aegypter merken das sie einer mogelpackung aufgesessen sind. dabei war's doch 'so einfach' fuer den westen die dinge in schwung zu bringen. millionen jugendliche ohne bildung oder perspektive aber mit handy sind eine leichte beute fuer die manipulation. nur selbst die merken jetzt das sich nix bewegt hat, das militaer (die usa defacto) immer noch die faeden zieht.
Von schon als zuverlässig erwiesener Gewährsperson wird berichtet, dass die Revolte gegen Mubarak Folge des dazumaligen Schweineschlachtens (Schweinegrippe) sei, da die nichtmuslimische Bevölkerung, die allerlei für Schweine noch als Futter tauglichen Unrat abtransportierte, dies aus begreiflichen Gründen unterliess. Dies soll zum spürbaren Anstieg der Rattenplage geführt haben.
Nun sind Ratten dortzulande für das sogenannte einfache Volk eine Art ultimat-böses Omen…
links von Libyen Ben Ali und rechts von Libyen Mubark weg zu bekommen, die beide Gaddafi aktiv unterstützt hätten
So wurde Gaddafi isoliert und fertig
die ägyptische und tunesische Bevölkerung bekommt NICHTS
Aber schön romantisch inszeniert war es schon, so wie das orange "Revolution"sbusiness in der Ukraine
ach was wurde doch gejubelt in westlichen medien als mubarak gehen mußte, die goldenen zeit bricht an für ägypten musste man meinen, die moslembrüder welche als einzige strukturen aufweisen können brauchen nur zu warten bis ihnen die reife dattel in den schoß fällt und dann wird man einen mubarak herbei sehnen den es aber nicht mehr gibt
Und darüber soll sich die Bevölkerung einig gewesen sein? Wie kommt man nur zu solch einem Schluß, Frau H.?
Mehrheitlich ist in den i.lamischen Ländern kein Mensch an Demokratie interessiert, weil da Dinge wie Resepektierung des anders Denkenden, freie Presse, freie Religionsausübung etc. dazu gehört. Das beginnt ja schon in der Türkei.
Man war sich darin einig, dass Mubarak weg muss. Er war nicht mehr oder weniger korrupt als das Gros seiner Landleute, hatte aber natürlich ganz andere Möglichkeiten in ganz anderen Dimensionen.
Mubarak war kein blutiger Unterdrücker, das (zu) viele Geld erregte Unwillen. Die Unruhen waren schlicht und einfach Neid. Es ging immer um Personen, nie um das System.
Liebe Frau Harrer, diese Ablehnung von der Sie da schreiben, die war ja abzusehen. Diktaturen können sich nur dann halten, wenn sie eine grössere Zahl von Mitläufern und Profiteuren alimentieren. Ein gar nicht kleiner Teil der ägypt. Bevölkerung lebte mit und vom Regime, wenigstens irgendwie. Und die haben jetzt natürlich Existenzängste bekommen. Das sind aber die, die einen Job haben, die jungen Leute haben zumeist eh keinen. Nun trifft es sich vorzüglich, dass auch die Militärs zunehmend an Existenzangst leiden, man will sie aus der Mitte der ägypt. Gesellschaft an den Rand schieben. Das Land ist ohnehin pleite, eine 500.000-Mann-Armee wäre nur den Amerikanern recht, aber sonst macht sie wenig Sinn.
Illusion zu hoffen, dass das Militär auf Macht und Privilegien verzichtet.
Und die Macht hat ein probates Mittel ihre Wünsche durchzusetzen: Den Pöbel gegen die Christen (Kopten) tätig werden zu lassen. Die linken und liberalen Revoltierenden am Tahrir Platz wurden vom Militär irregeführt. Man warf Ihnen als Sündenbock Mubarak hin, doch anstatt einer Offiziersgruppe herrscht eine andere.
Das Problem hätte man schon längst in Griff bekommen, wenn man versucht hätte die Geburten einzuschränken. In Kairo werden wöchentlich fast 40.000 Kinder geboren, das ist halb soviel wie in in den USA. Wer wird, wer kann den vielen jungen Arbeitslosen Arbeit geben? Niemand, auch nicht Muslimbrüder mit denen das Militär sich verbündet.
Na wer wohl? Sobald es zuviel Junge und Arbeitslose gibt wird halt ein Krieg angefangen. Der nahe Osten eignet sich perfekt dazu. Und weil viele davon profitieren können und werden wird es auch wohl so kommen.
verantwortlich machen fuer gesellschaftliche Missstaende? Im Nahen Osten ist es die "Weltverschwoerung", das was man bei uns die Ostkuestenlobby nannte.
Karl Marx wuerde staunen, wenn er wissen wuerde zu welch primitiven jumbo/mumbo in den Haenden von "Antiimperialisten" seine Theorien wurden.
Selbstskritik wird im Nahen Osten - mit Ausnahme Israels - klein geschrieben.
Das Problem ist, dass die gesamte arabische Welt ohne die Ölexporte wirtschaftlich ein Zwerg ist und mit rund 350 Mio. Einwohnern, weniger exportiert als die Schweiz, rechnet man das Öl heraus. Natürlich gibt es dann außerhalb des Öl-Sektors (für den man oft ausländische Arbeitskräfte braucht) wenige Arbeitsplätze.
Ob die jetzigen "Revolutionen" etwas an den untauglichen sozialen und ökonomischen Strukturen ändern können ist fraglich.
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