Triumph

Mit dem Rad auf den Mount Everest

24. Juli 2011, 17:45
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    foto: laurent cipriani/ap

    Auf der letzten Etappe der Tour de France pflegt man den Gesamtsieger nicht mehr zu attackieren. Also hat der Australier Cadel Evans Zeit, mit einem Schluck Sekt auf den Sieg anzustoßen. Das letzte Teilstück nach Paris gewann zum dritten Mal en suite der britische Sprinter Mark Cavendish.

Cadel Evans gewinnt als erster Australier die Tour de France. Schon vor der Ankunft auf der Avenue des Champs Elysées stürzte er eine sportverrückte Nation in einen Freudentaumel

Paris - Der 34-jährige Cadel Evans gibt nicht das Bild eines typischen Australiers ab. Der Kapitän des Teams BMC Racing ist nicht laut, er wirkt zurückhaltend und auf seinen Job fokussiert. Manchmal hat er den Blick eines traurigen Clowns. Er ist kein Mann der großen Gesten, doch als er am Samstag nach dem Zeitfahren das gelbe Trikot überstreifen durfte, überkamen ihn die Emotionen. Bei seinen Danksagungen galt Evans' erster Gedanke seinem Trainer und Mentor Aldo Sassi, der im Dezember 2010 an einem Gehirntumor gestorben war. "Aldo hat vergangenes Jahr zu mir gesagt: Jetzt, wo du Weltmeister geworden bist, bist du ein kompletter Rennfahrer. Du kannst eine große Rundfahrt gewinnen, und hoffentlich ist es die Tour de France", sagte Evans. "Es wäre für ihn etwas ziemlich Großes gewesen, wenn er mich heute hätte sehen könnte."

Evans, der 2001 und 2004 die Österreichrundfahrt gewann, ist der Weg zum Tour-Sieg nicht leicht gefallen. 2007 und 2008 hatte er den großen Wurf nur knapp verpasst. Erst fehlten 23 Sekunden auf Alberto Contador, dann 58 auf Carlos Sastre. 2009 enttäuschte er. 2010 hatten ihn die Leiden der Tour im Griff. Evans brach sich bei einem Sturz den Ellbogen und quälte sich schwer gezeichnet bis nach Paris. Nun haben dem Australier seine Allrounder-Qualitäten und seine Opferbereitschaft zum Gesamterfolg verholfen. Vater Paul Evans sagte dem australischen Fernsehen, sein Sohn habe sehr viel auf sich genommen. "Er hat mir erzählt, dass nicht der physische Schmerz und das Training die größten Opfer sind. Es ist die lange Zeit weg von der Familie. Er lebt im Grunde seit 20 Jahren aus dem Koffer."

Große Anerkennung erhielt Evans von anderen australischen Radprofis. Matthew Goss twitterte, Evans habe die australische Flagge auf dem Gipfel des Mount Everest platziert. "Du bist eine Legende", schrieb Cameron Mayer. Aber auch die direkten Konkurrenten erwiesen sich als faire Verlierer. "Gratuliere Cadel, du hast es verdient. Es war eine großartige Schlacht, ich bin gespannt auf 2012", sagte Andy Schleck, der Gesamtzweiter wurde.

Daheim in Down Under schnappten sie komplett über. Ein Abgeordneter des Parlaments kam gleich auf die Idee, einen inoffiziellen nationalen Feiertag einzurichten. Eine Ehre sei das, sagte Evans. "Wenn's der Wirtschaft nicht schadet, hab ich kein Problem damit." In frühestens zwei Monaten wird Evans in seine Heimat fliegen. Ein große Siegerparade durch Melbourne ist schon geplant. In der Nähe der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria liegt Barwon Heads, die Heimatstadt von Evans. Selbst über eine Evans-Statue macht sich Victorias Sportminister Hugh Delahunty Gedanken. Weitere Ideen sind jederzeit willkommen. (sid, red, DER STANDARD Printausgabe, 25.7.2011) 

Ergebnis 21. Etappe, Creteil - Paris (95 km): 1. Mark Cavendish (GBR) HTC-Highroad 2:27:02 Std. - 2. Edvald Boasson Hagen (NOR) Sky - 3. Andre Greipel (GER) Omega-Lotto - 4. Tyler Farrar (USA) Garmin-Cervelo - 5. Fabian Cancellara (SUI) Leopard-Trek - 6. Daniel Oss (ITA) Liquigas-Cannondale - 7. Borut Bozic (SLO) Vacansoleil - 8. Tomas Vaitkus (LIT) Astana - 9. Gerald Ciolek (GER) Quick Step - 10. Jimmy Engoulvent (FRA) Saur-Sojasun alle gl. Zeit. Weiter: 56. Cadel Evans (AUS) BMC gl Zeit; 161. Bernhard Eisel (AUT) HTC Highroad + 48 Sek.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 73
1 2
viet
00
26.7.2011, 14:53
Wenn die ersten Absichten der diversen Politiker so konsequent sind,

wie die versprochenen Hilfeleistungen nach Katastrophen, kann der gute Evens lange warten bis Feiertag, Statue und Co realisiert werden.

beiser
02
25.7.2011, 17:57
Cadel Evans der Beiser

Vor vielen Jahren war in unserer Gegend der Zielort der letzten Etappe, ich glaub von Wien-Gresten-Wien.
Ein Gruppe fuhr weit vor dem Feld, Cadel Evans, der damals für Mapei Quick Step fuhr, jagte den Ausreißern hinterher.
Kurz vor dem letzten 1 km Anstieg zum Ziel hatte er sie eingeholt, dann trat er in seiner typischen, geduckten Haltung an und holte noch einen zum Sieg reichenden Vorsprung heraus.
Ich hab ihn genau so in Errinnerung, wie er sich bei der TdF gegeben hat, bescheiden u. freundlich. Schrieb unermüdlich Autogramme für jung und alt.

Sicher die Schleck's und der Contador sind andere Fahrertypen, schlacksiger,spritziger eben anders, aber Cadel ist ein Beiser, ich wäre trauig gewesen hätte er die Tour nicht gewonnen.

Dem A. Schle

mjmw
00
26.7.2011, 18:13

stimmt, mir hat er auch 2004 in Lienz ein Autogramm geschrieben...

Austro Schleck Fan
00
25.7.2011, 14:46
Nach akribischer Vorbereitung, hartem Kampf und einer schmerzhaften Zeit gebührt Dir der große Sieg!

Ja, bin Fan von den Luxie-Brüdern, aber wegen Cadel's Allround-Fahrstiel, Kampfgeist, seiner Persönlichkeit und auch wegen seinem sportverrückten Heimatland freu ich mich für ihn.

3 großartige Fahrer am Podium des größten Rennens, Herz, was willst du mehr!

schleicher1000
01
25.7.2011, 13:36
a. schleck auf zdf/sport

Auf der Zielgeraden musste Andy Schleck nicht nur das Gelbe Trikot wieder abgeben. Er kassierte noch eine zweite Niederlage, wie er über Twitter verlauten ließ: "Nachdem Joost Posthuma eine Wette gegen mich gewonnen hat, muss ich 20 Cheesburger in 2 Stunden essen. In der Winterzeit schaffe ich das."

roma753 offseason
00
25.7.2011, 22:02

was sind da die 38 capuccini von landis an einem verregneten tag im trainingslager ;)

Austro Schleck Fan
00
25.7.2011, 14:34
Interessant wärs zu wissen, was das füra Wette war? 20 Cheesies schaden dem Andy nicht, vor allem wenn man seinen "Schwarzenegger"-Oberkörper betrachtet. G'frei mi scho auf die Leo-Fressorgie!!!

AlleyOop
01
25.7.2011, 13:51

Reden wir hier über 20 McD oder ähnliches Cheesburger oder über ordentliche? Wichtiger Unterschied!

Hippiesek aus Wien-Hetzendorf
00
25.7.2011, 12:20
AUSTRALIA & CADEL 4EVER !

Cadel hat's nach all der harten Arbeit redlich verdient. Und auch seine Heimat, eine der größten Sportnationen, die Europa in den letzten 10-15 Jahren mit einigen Weltklasse RadsportlerInnen beehrt hat: Cadel Evans, Robbie McEwen, Stuard O'Grady, Mick Rogers, Baden Cook, Bradly McGee, Mark Renshaw, Matt Goss, Matt Lloyd, Alan Davis, Ritchie Porte, Kathy Watt, Oenone Wood, Sara Carrigan, Carly Hibbert (R.I.P.)

Bitte noch mehr Kangas aufs Rennrad, sie bereiten viel Freude :-)

host mi?
00
25.7.2011, 16:19
haussler

nicht zu vergessen!

Hippiesek aus Wien-Hetzendorf
00
25.7.2011, 12:25
Vor den letzten 10-15 Jahren gabs natürlich Mr. Phil Anderson

der erste Nicht-Europäer (obwohl in London, UK geboren) und Anglo in Gelb.

Unfortunatelly there are no Kangaroos in Austria....

Christ Kind
02
25.7.2011, 10:35
abgesehen

von den schweren Stuerzen, wirklich eine spitzen Tour, mit einem Gewinner, der es sich richtig verdient hat.

Ma Jo
01
25.7.2011, 08:44

Evans ist der erste, der Österreich Rundfahrt (2001) und Tour gewann; Er hats verdient, Gratuliere !

re flexion
05
25.7.2011, 11:00
Wenn er auch noch

das Radkriterium von Unterradlbrunn gewinnt, dann hat er wohl glatt das Triple, oder?

syndesmoseband
02
25.7.2011, 12:34

Wird aber schwer gegen den Landeshauptmann beim DAC mitzuhalten

re flexion
10
25.7.2011, 13:25
Eh'

aber der Berni Kohl mt seiner Dopingerfahrung hat's auch gschafft!

Ma Jo
00
25.7.2011, 08:52

er hat sie natürlich 2004 auch gewonnen - vielleicht schafft er die Tour auch noch einmal :)

farbenblinder
01
25.7.2011, 08:36
Gratulation an Evans

Hochverdienter Sieg. Wurde eigentlich vor der Tour von den meisten Journalisten ignoriert und hatte endlich mal kein Pech abgesehen von dem einen Schaltproblem. Er hat sich den Sieg auch hart erarbeitet, da er in den Alpen keinerlei Unterstützung von anderen Fahrern erhalten hat und jedes Loch immer selbst zugemacht hat. Respekt!
Die Schlecks haben noch viele Chancen vor sich und ob AC demnächst wieder Rad fahren wird ein anderes Thema.

Makro 24/7
64
24.7.2011, 20:38

Jetzt sollte man nur mehr damit aufhören die Karenzzeiz einfach nicht zu berücksichtigen.

Und wenn 88 Faher außerhalb liegen, raus aus dem Starterfeld. Ansonsten wird es lächerlich.

Che - rald
00
25.7.2011, 13:28
da bin ich ähnlicher Meinung!

es kann mir keiner erzählen, daß alle 88 Fahrer nicht eine halbe Minute schneller fahren konnten...
Lösungsvorschlag: pro Sekunde über der Karenzzeit einen Punkt in der Sprinwertung Abzug - Wetten Cavendish wäre eine Minute früher im Ziel gewesen!

brunello63
13
24.7.2011, 22:17

Interessiert sicher viele, wenn Cunego gegen Contador und die Schlecks den Sprint auf den Champs Elysees gewinnt.

Poldi Fesch
00
25.7.2011, 10:23
die beste Loesung waere

alle Pkt weg

Fairy Tail
31
24.7.2011, 23:08

Besser als, gääähn, Cav zum x-ten.

farbenblinder
03
25.7.2011, 08:29

Cavendish war zweifellos der beste Sprinter. Er hat das grüne Trikot zum ersten mal gewonnen und nicht zum x-ten.
Auch wenn er teils mit der Hälfte des Feldes ausserhalb der Karrenz lag ist es eine gewaltige Leistung überhaupt solche Etappen zu fahren.

brunello63
01
24.7.2011, 23:34

EZF ohne Martin und Cancellara hätt ma auch noch im Angebot.

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