Klimaschutzpreis

Die Josefstadt soll grün werden

24. Juli 2011, 19:42
  • Artikelbild
    foto: apa

    Carsharing und fahrradfreundlichere Straßen sollen in Wien-Josefstadt den Parkplatzmangel dämmen und das Klima schützen.

Der achte Bezirk prämiert Klimaschutzinitiativen und will mit Carsharing- und Radwegprojekten umweltfreundlicher werden

Der achte Wiener Gemeindebezirk soll grün werden. Es ist allerdings kein politischer Wechsel, der ansteht, sondern einer, mit dem sich alle Fraktionen identifizieren können – auch die Bezirksvorsteherin von der ÖVP, Veronika Mickel: "Wir sind seit dem Vorjahr Klimabündnisbezirk und möchten nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzinitiativen vor den Vorhang bitten", sagt sie gegenüber derStandard.at über den heuer erstmals vergebenen Josefstädter Klimaschutzpreis.

Naturgemäß stehen auch die Grünen hinter dem Projekt, wie Bezirksvorsteher-Stellvertreter Alexander Spritzendorfer verrät: "Der Preis soll Ideen zum Klimaschutz auszeichnen und damit ein Bewusstsein zum Umdenken schaffen." Alle Parteien würden an einem Strang ziehen, wenn es um den Kampf für einen besseren Klimaschutz geht, sagt die Klubobfrau der SPÖ-Josefstadt, Stefanie Vasold. Und so unterstützt auch die FPÖ das Projekt - wenngleich mit einschlägigen Motiven: "Klimaschutz ist angewandter Umweltschutz, der die Liebe zu einer lebenswerten Heimat mit weltumspannender Verantwortung verknüpft", so Klubobfrau Birgit Ossberger in einem Statement.

Sonnenkollektoren und thermische Sanierung

Bei allem Optimismus, den die Politik ausstrahlt, halten sich die Einreichungen zahlenmäßig bisher noch in Grenzen. Eines der fünf gemeldeten Projekte möchte die Handelsakademie beim Hamerlingpark umsetzen: Aus Sonnenkollektoren auf den Dächern soll ein Teil der benötigten Energie gespeist werden. Das Studentenheim in der Pfeilgasse wiederum verfolgt bei seiner momentanen Renovierung ein Konzept mit einer thermischen Sanierung und einem dementsprechend gesenkten Energieaufwand im laufenden Betrieb.

Die Frist für Einreichungen läuft noch bis 22. August, dann wird eine Jury über die Gewinner der drei Kategorien "Unternehmen", "Privatpersonen" und "Organisationen/Vereine" entscheiden. "Wir haben die Jury sehr hochrangig besetzt haben", erklärt Mickel. Juroren sind etwa Ingmar Höbarth, der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Martin Treberspurg, der den Lehrstuhl für ökologischen Wohnbau an der Boku innehat und Gerhard Heilingbrunner, der Präsident des Umweltdachverbands.

Der Bezirk mit dem geringsten Grünraumanteil

5.000 Euro werden insgesamt vergeben, die Hauptpreise in den drei Kategorien sind mit jeweils 700 Euro dotiert und an keinen Zweck gebunden. Daneben wurde noch ein Sonderpreis in der Sparte "Grünraum im Bezirk" ausgeschrieben. "Heuer ist internationales Jahr des Waldes. Wir haben zwar keinen Wald im Bezirk", meint Veronika Mickel augenzwingkernd, "wollen aber trotzdem für mehr Grünraum im Achten werben. Wir sind derzeit der Bezirk mit dem geringsten Grünraumanteil und wollen das ändern."

Am Klimaschutzpreis teilnehmen können auch Nicht-Josefstädter, wenn ihr Projekt Bezug zum Bezirk hat. "Und wenn ein Josefstädter eine Idee hat, die er aber woanders verwirklicht, sollte das auch berücksichtigt werden können", übt Mickel Nachsicht. Zeit dafür haben die Teilnehmer noch bis zum Ende der Einreichfrist am 22. August.

Lust auf Klimaschutz machen

"Es geht uns darum, Lust auf Klimaschutz zu machen." Das soll allerdings auch vermehrt abseits des Klimaschutzpreises geschehen. Ein besonderes Anliegen ist der Bezirksvorsteherin das Konzept Carsharing, also die gemeinsame Nutzung von Pkws, die nebenbei auch den Parkplatzmangel im Bezirk dämmen soll. "Wir haben fünf Stellplätze in der Josefstadt definiert und beim Magistrat einen Antrag gestellt. Damit die Bewohner das Angebot, Autos zu teilen, auch annehmen, wollen wir die Stellplätze bewusst in den öffentlichen Raum integrieren und nicht in Garagen verstecken."

Um das Parkplatzproblem zu lösen und gleichzeitig die täglich in die Luft gelangenden Abgase zu reduzieren, soll den Josefstädtern auch ein Umstieg auf das Fahrrad schmackhaft gemacht werden. "Wir stehen in Gesprächen mit der Frau Vizebürgermeisterin betreffend der Pfeilgasse, die eine fahrradfreundliche Gasse ohne Nachrang für die Radler werden soll. Wir werden uns über den Sommer anschauen, wie wir diese Frage mit Augenmaß lösen können, sodass es für die Radfahrer eine wirklich sichere Lösung ist", so Mickel. (mm, derStandard.at, 24.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
Albert Ottenbacher
00
29.1.2012, 13:48
Wirklichkeit und Traum

"The Schönbornpark is tiny and not terribly attractive - yet the biggest piece of green in the entire district."

http://www.tourmycountry.com/austria/p... enborn.htm

1716 entwickelt die „Right Honourable Lady“ Mary Pierrepont Wortley Montagu hier den Traum von der Gartenstadt : „Gestern war ich im Park des Vizekanzlers Grafen Schönborn, bei dem ich zum Dinner eingeladen war und ich muß gestehen, daß ich noch niemals etwas so vollendet Entzückendes gesehen habe wie die Vorstädte Wiens. Sie sind sehr weitläufig und bestehen beinahe gänzlich aus schönen Palästen; fände es der Kaiser richtig, die Stadttore zu schleifen und die Vorstädte mit der Stadt zu vereinigen, so hätte er eine der größten und schönst gebauten Städte Europas."

Albert Ottenbacher
00
2.10.2011, 10:48
Den "Grünraumanteil" entdecken !

Ein schöner Blick auf die Gärten der alten Josefstadt, die noch den Schönborn, Rofrano, Liechtenstein, den Piaristen, Trinitariern und Minoriten, zum Findelhaus oder Spital gehören :

http://www.mistelbacher.at/Images/Wi... 775_1a.jpg

Albert Ottenbacher
00
25.9.2011, 12:24
„Weltkulturerbe“

Im Franziszeischen Kataster von 1829 durchschneidet die nördlich an die Langegasse anschließende Laudongasse einen Park, der sich hinter den Häuserblöcken der Jahrhundertwende erhalten hat. Ist ein vernetzter Grünzug vom Universitätscampus durch den Garten im Minoritenkloster oder nördlich der Laudongasse 18 über den Schönbornpark bis zum Jodok - Fink – Platz denkbar ? Lassen sich stadtplanerisch diese Bereiche des geschützten „Weltkulturerbes“ sanieren, aufwerten, in aller Ruhe verbinden, die mächtigen Verkehrsadern dazwischen umgehen, unterlaufen oder überbrücken ?

http://www.wien.gv.at/kulturpor... omTQ9w-b-b

afrayspeed
13
26.7.2011, 10:22

ich schlage grosse ventilatoren vor, die das böse co2 aus unserer geliebten josefstadt nach neubau und in den alsergrund verblasen.

biodiesel - das moderne lampenpetroleum
01
26.7.2011, 00:34
ein hundegackerlkraftwerk

statt es in den müll zu werfen, könnte man die hundegackerl in einem biogaskraftwerk wiederverwerten.

in der nächsten ausbaustufe könnten auch die bürger ihren beitrag beisteuern statt ihre wurst im eigenen heim runterzuspülen.

-blos so-
01
25.7.2011, 17:31
den Verkehrslärm solltens mal anschauen

der ist das größte Ärgernis in Wien

pirat was sonst
21
25.7.2011, 20:39
im 8.?

da stört nur das gepoltere der Straßenbahn. Sonst hört man Vögel zwitschern.

Au Weh
00
26.7.2011, 16:50

Paperlapap - bei zumindest dröhnt es kräftig.

schmu schubiak
00
25.7.2011, 16:09
ecke pfeilgasse piaristengasse

passiert am tag mindestens ein unfall weil die radler lautlos gegen die einbahn geschossen kommen.
das wollen wir nun auf die ecke pfeilgasse/strozzigasse ausdehnen.
guter plan!

Quim Barreiros
00
27.7.2011, 12:43

Es gibt keine Ecke Pfeilgasse - Piaristengasse. Meinen Sie womöglich die Zeltgasse? Und ist dort nicht Radfahren gegen die Einbahn erlaubt.

Tintifax2000
00
25.7.2011, 17:27
habens dort Nachrang ?

oder sind Herr und Frau autofahrer einfach rücksichtslos?

Weißer Mann zwischen 18 und 49
00
25.7.2011, 17:43

Vermutlich meinte er die Zeltgasse, weil die Pfeilgasse die Piaristengasse nie kreuzt ;-)

Aber: Nachrang.

The Dude
00
26.7.2011, 11:34

Das dort täglich ein Unfall passiert glaube ich aber eher nicht.

Amish Bob
 
00
25.7.2011, 15:56
Kann mir mal wer erklären, ...

... was der Umstieg aufs Fahrrad an der Parkplatzsituation verbessert? Die verschlechtert sich dadurch doch eher, oder? Weil die Leute werden ihr Auto ja nicht verkaufen. Also stehen mehr Autos herum, da man sich ja mit dem Fahrrad bewegt. Also gibt es weniger Parkplätze. Komisches Argument.

biodiesel - das moderne lampenpetroleum
00
26.7.2011, 00:19

bezirksbewohner, die ihr auto eh nie brauchen, sollten ihr auto auch nicht auf der straße stehen lassen. vernünftiger wärs, es in eine umliegende parkgarage zu stellen und den öffentlichen parkplatz freizumachen.

dazu bräuchte es aber politischen willen. autofahrern, die ihr auto über längere zeit im parkhaus stehen lassen, sollte man die parkhausgebühren erlassen.

oder zumindest eine günstige gebührenflatrate. parkhaus ist ja für gewöhnlich sicherer als die straße, dank der kameras, und den weg dahin (viertel bis halbe stunde) sollte man an dem einen tag in der woche schon bewältigen können.

quasi umgekehrte gebühren. für jede stunde außerhalb der garage zahlt man. :)

biodiesel - das moderne lampenpetroleum
00
26.7.2011, 00:21

quasi umgekehrte gebühren. für jede stunde außerhalb der garage zahlt man. :)

damit eine bestrafung für die nutzung, falls man die flatrate nicht beliebig an jeden vergeben will.

dr. hugo hugo
00
25.7.2011, 16:51

Vielleicht verkauft nicht sofort jeder sein Auto. Aber ich kann mir vorstellen, dass sich einige, wenn sie mit Fahrrad und Öffis gut durch die Stadt kommen (was gerade vom 8. aus nicht so schwer ist), erst gar kein Auto zulegen, um damit einen Parkplatz zu verstellen.

Di Fazz
00
25.7.2011, 16:40

Was interessiert sich ein Amish für Parkplätze?

Dr. Bitter
40
25.7.2011, 13:13

Irgendwie tragisch, dieser zum Scheitern verurteilte Versuch den 8. Bezirk grün und fahrradfreundlich zu machen.
Der 8. Bezirk ist so ziemlich der pflanzen- und lichtloseste, muffelndste und staubigste Bezirk Wiens, voll mit fahrradfeindlichen Hügeln und engen, ungut zu befahrenden Gasserln.
Dieses grausgraue Grätzl wird nie grün. Aber schon in ein paar Jahren werden die jetzt darin hausenden grünen Bobos grau und zu Staub werden. Dann passt auch wieder alles.

pirat was sonst
00
25.7.2011, 20:43

Ich lasse gerade meinen Blick über prächtige Laubbäume und dichtes Gebüsch schweifen, höre die Vögel zwitschern und frage mich, welche Stadt Sie meinen. Also der 8. in Wien ist sehr grün, das fällt dem Durchzugsverkehr natürlich nicht auf, weil die Innenhöfe kleine Parks sind.
Was natürlich auch der Grund für die Propagandaaktion der Grünen ist, die Leute außerhalb des 8. mitreden zu lassen. So soll der Bezirk schlecht gemacht und als Betonwüste dargestellt werden. Naja, einen central park wirds im 8. halt auch nicht spielen.

It's a gift. And a curse.
11
25.7.2011, 15:39
keine sorge

die bobos, hofratswitwen und anderen bewohner machen ihre fenster in den innenhof auf, hören den grillen und vogerln zu und freuen sich, dass so grantscherm wie du sich wegen der schlimmen gasserln nicht in ihren bezirk trauen.

Dr. Bitter
02
25.7.2011, 16:09

Dr. Bitter hat ca. 30 jahre im 8. verbracht und weiß welches naturgefühl aufkommt, wenn mit 200 anderen mietern im hinterhof gemeinsam auf ein, zwei mottenzerfressene kastanien starrt.

und es stimmt, er hat da auch den vogerln gelauscht. vor allem den tauberln, wie sie zornig gurren, wenn sie von den ratterln von ihrem futterplatz bei den mistkübeln verscheucht werden.

man muss kein grantscherm sein, um zu wissen, dass einzige positive am 8. bezirk ist, dass der 7. bezirk noch finsterer und staubiger ist (und groteskerweise die andere grüne hochburg :-)

pirat was sonst
10
25.7.2011, 20:45

an den Flug- und Kriechrattingern sind die Grünen schuld. Wegen Tierschutz dürfen diese nicht mehr bekämpft werden.

It's a gift. And a curse.
01
25.7.2011, 16:56
no servas

du musst ja ordentlich lust am leiden haben. 30 jahre in einer ecke wohnen, die man so hasst...
ich geh dann mal wieder meine turmfalken gegenüber beobachten. die sind bald flügge, die zwei kleinen.

Roderic Schuchart
00
29.7.2011, 16:44

War wahrscheinlich das "Hotel Mama"...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.