FPÖ will Werbung einfrieren und dann Parlament sanieren

24. Juli 2011, 17:34
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    Das Dach ist undicht und morsch, der Plenarsaal desolat, und auch die Löwenköpfe auf dem Dachboden des Parlaments haben schon weniger angestaubt gebrüllt.

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Die Parlament-Sanierung ist teuer - Die FPÖ hat eine Geldquelle aufgetan

Wien - 128 Jahre wird es heuer alt, das Parlamentsgebäude. Wetter, Weltenlauf und Wiener Verkehr haben ihre Spuren am Hohen Haus hinterlassen. Nach vielen kleinen und einer größeren Sanierung der Parlamentsrampe, des Brunnens und des Eingangsbereichs 2005 hat der historische Bau von Theophil Hansen an der Ringstraße aber das Ende seiner baulichen Lebenszeit erreicht. Entweder es geschieht etwas, oder das Parlament verfällt.

Das aber kostet. Und zwar viel. Geschätzte Kosten: 295 Millionen Euro - netto, Schwankungsbreite plus/minus 20 Prozent, und ohne Berücksichtigung der Inflation.

Blaue Gegenfinanzierung

Die FPÖ, neben dem BZÖ besonders kritisch im Hinblick auf die Parlamentssanierung, hat in einem dem Standard vorliegenden Brief Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) nun einen Vorschlag für die Finanzierung des Megaprojekts unterbreitet. Parteichef Heinz-Christian Strache schreibt darin: "Die FPÖ tritt für eine notwendige Erhaltung des Parlamentsgebäudes ein und daher auch für erforderliche bauliche Sanierungsarbeiten."

Das "Aber" betrifft die Kosten: Angesichts der "finanziell kritischen Verschuldungslage der Republik Österreich" seien die Gesamtkosten von bis zu 500 Millionen Euro "ohne konkrete Gegenfinanzierung durch Einsparungen" nicht zu rechtfertigen.

Strache hat dazu eine Finanzquelle aufgetan: Er schlägt vor, "dass das Bundeskanzleramt und das Finanzministerium die jährlich rund 100 Mio. Euro an Werbekosten für Ministerien für einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren einfrieren und zweckgebunden für den Parlamentsumbau sicherstellen." Diese Gegenfinanzierung würde "mit Sicherheit auch bei der österreichischen Bevölkerung auf größtmögliches Verständnis stoßen", meint Strache. Beim Boulevard, der von der amtierenden Regierung besonders großzügig alimentiert wird, dürfte sich das Verständnis allerdings in relativ engen Grenzen halten.

Für "Bauherrin" Prammer ist Straches Vorschlag "ein Ablenkungsmanöver - indiskutabel", sagte sie im Standard-Gespräch: "Da werden zwei Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben. Ich kann der Regierung nicht vorschlagen, gänzlich Inserate zu verbieten." Das könnte nur gesetzlich geregelt werden. Außerdem, so Prammer: "Die Freiheitlichen machen das ja auch nicht wenig."

Was den von Strache angeführten Werbeetat anlangt, ist die Beschränkung auf Ministerien zu eng gezogen. Die rund 100 Millionen Euro (Bruttozahlen) leiten sich aus der gesamten öffentlichen Werbung des Bundes ab. Dieser Betrag wurde 2010 laut Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) von Regierungsstellen, Ministerien, Staatsbetrieben und öffentlichen Institutionen für Werbung in Printmedien ausgegeben - "zumeist freihändig" und wenig transparent. Das soll sich aber ändern. Falls der Nationalrat im Herbst das Medientransparenzgesetz beschließt, müssten alle Regierungsinserate erstmals im Juli 2012 gemeldet werden. Der Rechnungshof soll dann für die Prüfung zuständig sein.

"Alternativloses" Projekt

Prammer setzt in der Causa Parlamentssanierung auf volle Transparenz: Ja, das Bauprojekt sei eine Riesensache, "alles ganz schwierig und finanziell sicher eine große Herausforderung, weil es um sehr viel Geld geht, nur: Das Ganze ist halt leider alternativlos."

Derzeit läuft die Vorbereitung für die Ausschreibung des Generalplaners und die begleitende Kontrolle des Projekts. Bis Jahresende soll klar sein, welches "professionelle Unternehmen jeden einzelnen Schritt auf Professionalität, Kostenbewusstsein etc. kontrolliert", erklärt Prammer, der für die begleitende Kontrolle ein ausländisches Ingenieurs- und Architekturbüro am liebsten wäre, um "sehr objektiv und distanziert" prüfen zu können.(Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2011)

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Posting 1 bis 25 von 211
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Pauli Feuerstein
00
1.10.2011, 12:48
hahaha

genialer vorschlag! :)

web diskont
00
27.7.2011, 09:34

Die FPÖ will das Parlament einfrieren???

Ischgl
03
26.7.2011, 11:48
Zustimmung!!

Die sinnlose und oftmals auch hirnlose Werbung dieser Ministerien sollte nicht eingefroren, sondern ganz abgestellt werden. Za wos wird denn über haupt geworben?? Wem soll dies nützen? Den befreundeten Werbeagenturen und Tageszeitungen vor allem! Im Sinne der Reziprozizät gibt es dann wohlwollende Berichterstattung für das dumme Wählervolk. Endlich mal ein guter aber viel zu sanfter Vorschlag der FPÖ. Meine Zustimmung hierfür gilt uneingeschränkt! Sonst ist diese für diese Partei und diese Personen sehr eingeschränkt.

annea
10
25.7.2011, 22:01

So, erklär mir mal jemand die Relationen: es wurden an Soforthilfen für Somalia ca 300 Mio Euro beschlossen, vom Weltverband, nicht von Österreich oder der EU. Und in Wien steht ein altes Haus, das um den selben (!!) Betrag saniert werden soll +- 20%. Das ist schlicht und einfach pervers. In Ö werden seit Jahren Kinderbeihilfen jährlich um 2-5% gekürzt - weil eben seit der letzten Kürzung nie inflationsangepasst -, für Familien ist kein Geld da, aber für ein altes Haus. Ich versteh das einfach nicht. Wo geht das Geld hin??

DirtyHarry
05
25.7.2011, 20:03
Jährlich 100 Mio. Euro Werbekosten für Ministerien

.
Eigentlich an sich schon unglaublich.

Pauli Feuerstein
00
1.10.2011, 12:49
dichand, fellner und konsorten

werden gekauft, this is it!

mal ehrlich, wer würde bei einem kuchen von ca. 20-30 Prozent nicht käuflich sein - insb. wenn es keine Sanktionen gibt!

site:°~+*-||!#.\>
63
25.7.2011, 18:47

Die FPÖ will also eine Geldverschwendung abstellen, damit an einer anderen Stelle Geld beim Fenster rausgeworfen werden kann. Naja, was anderes war von der intelligenzbefreiten FPÖ nicht zu erwarten.

Die Regierungsinserate gehören komplett abgestellt, dazu noch die abartigen Parteiförderungen UND es muss eine billigere Lösung für das Parlament gefunden werden.

Die Summen, die in dem Gesamtkonzept genannt werden, sind krank (über 500 Mio. mit Nebenkosten). Nur als Beispiel: rd. 50 Mio. Planungskosten. Das ist keine Sanierung sondern ein Luxusumbau und Vergrößerung.

Wozu braucht ein Kleinstaat-Parlament weit über 30.000 m2 Nutzfläche (inkl. Nebengebäude)? Völlig abgehoben.

http://www.parlament.gv.at/GEBF/PROJ... ndex.shtml

Stephen Ferrando
27
25.7.2011, 18:19

Ich hasse die FPÖ leidenschaftlich und bekomme schon Kopfschmerzen wenn ich nur davon höre das die FPÖ wieder eine Idee hat - aber dem kann ich etwas abgewinnen.

Aguirre74
 
00
25.7.2011, 18:17

Da wird der Rumpold aber traurig sein.

Der Waehlerwille
 
13
25.7.2011, 18:16
Wie sagte mein Opa, gott hab in sölig, immer so schön:

"I wü a fü."

Knut Ogris
01
25.7.2011, 18:09
Warum nimmt Frau Prammer dann nicht ausländische Büros, die unabhängiger prpüfen, bei uns in der Filmbranche und Förderung, im ÖFI und FilmFondsWien z. Bsp. gibts auch ausländische Experten die entscheiden und wir Filmschaffenden nehmen das gerne an!

Wohlan Frau Präsident - machen Sie´s doch einfach!

Oh my God !
04
25.7.2011, 17:55
die Idee ist zwar von Strache, aber dennoch "brillant"

brillante Idee!

Ingrid Goeschl1
52
25.7.2011, 16:35
Ich erlaube mir daran zu erinnern, dass das Land Wien vor der letzten Wahl auch in FPÖ-nahen Zeitungen inseriert hat,

was einer indirekten Parteiförderung gleichkommt.

Dass dies grundsätzlich Usus ist macht es um nichts besser, es gehört natürlich verboten.

Allerdings finde ich es schon etwas befremdlich, wenn die FPÖ, die solche "Spenden" selbst sehr wohl auch eingesteckt hat, jetzt so tut, als wären sie die großen Aufdecker, die da niemals mitprofitiert hätten.

Pauli Feuerstein
00
1.10.2011, 12:50
Haben sie auch die notwenige Statistik dazu

oder war das nur so dahergeschrieben!?

Mescalero68
33
25.7.2011, 16:27
Die FPÖ hat eine Geldquelle aufgetan -

nämlich die Parteienförderung.

Wenn sie also wieder einmal eine unsinnige Forderung stellt, muß sie auch die Parteienförderung für sich selbst in Frage stellen. Weil auch damit - MIT (u. a.) MEINEN STEUERGELDERN!! - Werbung bezahlt wird. Und im Falle FPÖ bin ich damit überhaupt nicht einverstanden!

Aber so hat sie's vermutlich nicht gemeint, die Partei der Unanständigen und Faulen!

h 90
04
25.7.2011, 16:21

Natuerlich populistisch.
Aber die Abwehrreaktion wenns ums sparen geht ist wohl ein graus.

Nashwin_Fuller
 
04
25.7.2011, 16:12
"Ich kann der Regierung nicht vorschlagen, gänzlich Inserate zu verbieten." Das könnte nur gesetzlich geregelt werden, so Prammer

Und für Gesetze ist ja nicht das Parlament zuständig, sondern die Regierung. Gell, Frau Prammer.

Blondl
32
25.7.2011, 15:52
Armes Österreich

können oder wollen wir uns die Renovierung des Parlamentsgebäudes nicht mehr leisten?
Wenn es wegen der paar Millionen ein Problem gibt dann soll unsere gesamte Regierung inklusive National- und Bundesrat auf der Stelle zurücktreten und der BP soll eine Notregierung einsetzen.
Aber wahrscheinlich soll das Gebäude ein Abbild der "Arbeit" im Parlament darstellen - eine Ruine. Hat das Frau Prammer schon vor Jahren erkannt und entsprechend gehandelt oder besser nicht gehandelt?

Der Waehlerwille
 
10
25.7.2011, 18:16
Fad im Hirn?

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
44
25.7.2011, 15:49

Klar, die Effen holen ihre Kohle eh aus Lybien.

Pauli Feuerstein
00
1.10.2011, 12:51
Nö,

das macht der Blair!

Sam Deer
 
01
26.7.2011, 06:35

Was hätten die Effen jetzt konkret mit der derzeitigen Bundesregierung und den Ministerien zu tun?

Es geht um die Werbeausgaben der REGIERUNG, bzw. der MINISTERIEN. Wer lesen kann, ist zumeist im Vorteil ;O)

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
28.7.2011, 16:44

Nach dem Lesen sollte das Denken kommen, Herr Gscheit.
Die FPÖ will bei anderen sparen, verstehst?

Mescalero68
10
25.7.2011, 16:28
Kohle in Libyen?

Strom
00
25.7.2011, 16:44

Ja, die Unsummen, die dem kleinen Volk gestohlen wurden.

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