Hungerkatastrophe

In Somalia stirbt alle sechs Minuten ein Kind

24. Juli 2011, 17:56
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    foto: reuters

    Viele Kinder in den Flüchtlingslagern sind so schwach, dass sie intravenös ernährt werden müssen.

Mehr als zwei Millionen Menschen, die in Somalia vom Hungertod bedroht sind, können von der Uno nicht erreicht werden – Laut Kinderhilfswerk stirbt in Teilen Somalias alle sechs Minuten ein Kind

Dadaab / Addis Abeba / Rom - Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben keine Möglichkeit, mehr als zwei Millionen vom Hungertod bedrohten Somaliern zu helfen. Möglicherweise müssten Lebensmittel von Flugzeugen aus über einigen von Islamisten kontrollierten Gebieten abgeworfen werden, erklärten Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP) am Samstag. Der Zugang zu 2,2 Millionen Menschen werde verwehrt, sagte WFP-Direktorin Josette Sheeran. Sie beschrieb Somalia als den gefährlichsten Ort, an dem das WFP weltweit im Einsatz sei. "Aber die Menschen sterben. Es geht nicht um Politik, es geht jetzt darum, Leben zu retten."

Die Region wird von der schlimmsten Dürre seit 20 Jahren heimgesucht. Mindestens elf Millionen Menschen sind betroffen, 3,7 Millionen sind akut vom Hungertod bedroht. Tausende Somalier fliehen aus ihrer Heimat.

Dort kontrollieren radikale Muslime der Al-Shabaab-Gruppe große Gebiete. Sie hatte im Vorjahr Lebensmittelhilfen verboten und wirft den Hilfsorganisationen nun vor, nur aus politischen Gründen von einer Hungersnot zu sprechen. Am Freitag erklärten Al-Shaabab-Vertreter, sie würden keine UN-Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete durchlassen.

Das größte Flüchtlingslager der Welt

In manchen Gebieten Somalias stirbt in diesen Tagen alle sechs Minuten ein Kind. Diese Schätzung gab das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bekannt. Noch immer kämen "Hunderte, wenn nicht sogar Tausende" täglich in Dadaab in Kenia an, sagte Unicef-Mitarbeiter Christopher Tidey am Samstag. Mit fast 400.000 Menschen ist es das größte Flüchtlingslager der Welt.

Tidey besuchte am Samstag in Dadaab ein Spital für schwer unterernährte Kinder. "Viele von ihnen sind so schwach, dass sie nicht einmal mehr die Kraft haben, Essen herunterzuschlucken, und deshalb intravenös ernährt werden müssen", sagte er. "Ich habe einen dreijährigen Buben gesehen, der nur fünf Kilo wog."

Unterdessen wird in der äthiopischen Region Dolo Ado an einem vierten Flüchtlingslager gearbeitet. Es solle weiteren 60.000 Hungernden Platz bieten, nachdem die ersten drei Camps mittlerweile am Ende ihrer Kapazität seien, teilte das UN-Flüchtlingskomitee (UNHCR) mit.

UN-Warnung im November

Die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika mit inzwischen zehntausenden Toten war nach Ansicht einer Expertin der Vereinten Nationen schon länger zu befürchten. "Auch wenn die schlimme Dürre im Mai und Juni nicht voraussehbar gewesen ist, haben wir schon im vergangenen November vor einer Zuspitzung der Nahrungsmittelknappheit - vor allem in Somalia - gewarnt", sagte Hilfsorganisatorin Angela Hinrichs von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom.

Im Süden Somalias gebe es Landwirtschaft, die man jedoch erst wieder richtig aufbauen müsse, sagte Hinrichs. Der Anbau - vorrangig von Mais und Hirse - sei vor allem auch durch politische Kämpfe in der Region schwer beeinträchtigt. (Reuters/dpa, Der STANDARD, Printausgabe, 25.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 217
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thinkonyourfeet
03
26.7.2011, 19:06
Die Europäer sind an allem schuld.

Zuerst haben die Europäer den afrikanischen Kontinent untereinander aufgeteilt. Das ist schon lange her.
Dann wurden sie von den afrikanischen Freiheitskämpfern hinausgeworfen. Auch schon eine Zeit her.
Dann haben die Afrikaner das Heft selber in die Hand genommen. Das sind jetzt immerhin schon viele Jahrzehnte. In dieser Zeit haben die Deutschen und auch die Österreicher ihr zerbombtes Land wieder aufgebaut.
Und was haben die Afrikaner in dieser Zeit gemacht? Ich meine jetzt nicht das Gemetzel in Ruanda, wo sie sich gegenseitig abgeschlachtet haben...

pierrejosephproudhon
50
27.7.2011, 11:51

Der Kolonialismus ist eine direkte Folge der kapitalistischen Produktionsweise, die die Völker Europas der ganzen Welt aufzwangen, tw. mit Blut und Schwert.

Vienne3
02
27.7.2011, 18:51

Der von Europäern veranstaltete National-Kolonialismus ist seit rd. 50 Jahren Geschichte. Fast ebenso lang wird Gebergeld nach Afrika gepumpt und zwar nicht von internationalen Konzernen, welch als Nachfolger der seinerzeitigen Ausbeuter den Kontinent absaugen, sondern hauptsächlich von Steuerzahlern der EU. Erfolg Null. Aufrufe zu weiteren Spenden häufig. Klimatische Bedingungen immer noch gleich lebensfeindlich. Es würde viel mehr privates Geld fließen wenn auch nur der Hauch von Verbesserung sichtbar werden würde.

thinkonyourfeet
12
27.7.2011, 12:57
Diese Selbstgeißelung ist wohl eine Marotte der Europäer.

Die Afrikaner sollen - verdammt noch mal - selbst Verantwortung übernehmen und nicht bei jedem Wetterumschwung nach Hilfe rufen.
Natürlich müssen wir jetzt helfen, aber langfristig tun die Afrikaner nichts, um für die nächste Trockenheit gerüstet zu sein...

pierrejosephproudhon
30
27.7.2011, 15:58

Sklaverei, Rohstoffraub und Kolonialismus schon vergessen?
-die Völker Afrikas nicht...

thinkonyourfeet
02
28.7.2011, 21:11
Wussten Sie eigentlich, dass die Sklaverei in Afrika

schon vor den Europäern erfunden und praktiziert wurde. Das ist eine afrikanische Erfindung. Die Europäer haben sich insofern schuldig gemacht, als sie diese menschenverachtenden Wirtschaftszweig nicht sofort abgeschafft haben, sondern ausgebaut...

Barbarin
12
25.7.2011, 17:21
http://othes.univie.ac.at/6029/1/20... 013434.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Stel... r.C3.BCnde

http://www.bpb.de/themen/SF... frika.html

Ob die Aktionäre der diversen Großkonzerne wohl zufrieden sind, übergewichtig und gierig?

Fritz Wunderlich
01
28.7.2011, 17:35

http://derstandard.at/131051198... Hilfen-auf
http://derstandard.at/131051190... Propaganda

denken sie einmal nach, bevor sie alle möglichen beschuldigen
die stellvertreterkriege sind 20 jahre her und beziehen sich auch auf eritrea und äthiopien

pierrejosephproudhon
45
25.7.2011, 17:02

In a world where 1% of the population owns 40% of the planet's wealth…
In a world where 34,000 children die every single day from poverty and preventable diseases...
In aworld where 50% of the world's population lives on less than 2 dollars a day… One thing is clear: SOMETHING IS VERY WRONG !

Norbert Brandstätter
44
25.7.2011, 17:01
Wo beginnen?

Tonnenweise Mais per Hubschrauber abzuwerfen, weil man sich wegen der Warlords nicht ins Land traut, ist schön und gut, humanitär und alles. Aber nachhaltig ist das nicht, nächstes Jahr schauts wieder exakt genauso aus.
Vielleicht bringt es - mittel- und langfristig - mehr , anzufangen, unbequeme und böse Fragen zu stellen. zB Welche Waffen haben die Warlords, wer hat sie ihnen verkauft, wie sehen die Beziehungen zu den Waffenhändlerstaaten aus?
Kommen auch aus diesen Ländern jetzt Nahrungs-Lieferungen?
Gibt es eine Oppisition in der Bevölkerung, oder haben die Hungernden bis zuletzt ihre Warlords auch noch verteidigt - und warum genau?
Warum gibt es Länder, die immer autark sind, bei jedem Wetter, warum schaffen andere das nicht?

wer?
00
26.7.2011, 13:30
Aber ich bin schon Ihrer meinung

zuerst sollten alle jene konten eingefroren werden welche am waffenverkauf verdient hatten
oder alle jene die mit Wasserrechten von Kenia profit machen,
oder alle Rosenhändler welche mit dem Rosenimport aus Kenia geld verdienen ...

Ja da sollte man anfangen
Aber paralell dazu sollte man den Hungernden helfen

wer?
00
26.7.2011, 13:27
?

ist das die Frage warum es "ANDERE" nicht schaffen.

Wenn wir die Welt nicht verbesser können -- sollten wir dann nicht wenigstens helfen??

GuastUser
01
25.7.2011, 15:34
ZEIT ZUM UMDENKEN...

denke es wir höchste zeit das wir alle anfangen umzudenken... es gibt zwar menschen in österreich die an der armudsgrenze leben,doch das ist kein vergleich zu solch einem land wie sumalia... viele von uns aber haben vieles in überfluss... wäre gut wenn jeder nachdenklicher wird und nicht alles selbstverständlich nimmt... auch die politiker sollten entlich anfangen umzudenken und handeln!

Annata
38
25.7.2011, 15:10
Selbst wenn Hilflieferungen ankommen

Die Situation in diesen Ländern ist nicht haltbar.

Die Geburtenrate liegt bei 6.35, wie soll man mit diesen Zahlen eine stabile Gesellschaft aufbauen, egal wie viele Hilfslieferungen ankommen?

Ich weiß das klingt grausam, aber wenn dort unten nicht so viele Kinder geboren werden würden, würden auch weniger sterben.

Sir Panda
 
32
25.7.2011, 17:24

http://www.monde-diplomatique.de/karten/jp... lmd_99.jpg

in diesen Ländern ist halt die Kindersterblichkeitsrate auch höher. Und es nicht nur ein Ernährungsproblem. Kriege, Krankheiten, etc.. Und je mehr Kinder, desto mehr kommen auch durch.
Bevor man die Geburtenrate senken sollte muss man zuerst einmal die Lebensqualität drastisch erhöhen.

Annata
13
25.7.2011, 18:25
http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?... &c=au&l=en

Somalia hat trotzdem ein Wachstum von 1,6%, es kann nicht immer nur von oben herab eine Situation verbessert werden, sondern auch eine Senkung der Geburtenrate würde einiges helfen! So wird die Situation immer schlimmer, immer mehr Menschen in Armut und Verzweiflung hinein geboren werden.

Ja üblicherweise senken sich Geburtenraten sobald eine Gesellschaft moderner wird, aber die Situation in einigen dieser Länder sind so miserabel, dass erstmals die Geburtenrate gesenkt werden müsste bevor man auch nur eine Chance hat diese Gesellschaften aus der Armut zu heben, was nur von den Menschen dort selber getan werden kann

Es muss an beiden Enden angepackt werden.

Tschuri Cazzino
 
31
25.7.2011, 20:22
Genau, also liefern wir vorerst mal Kondome statt Nahrung!

Oder wie wärs mit Zwangssterilisation?

Annata
02
26.7.2011, 11:03
Familien planung funktioniert!

Man sehe sich die Bsp Thailand und Philippinen an

http://opinion.inquirer.net/8475/a-ta... d-thailand

Annata
02
26.7.2011, 10:58
Ja genau, dass hab ich damit gemeint

Gott bewahre dass man nicht mehr Kinder bekommt als man ernähren kann. Es gibt wohl kein rationales Argument für weniger Kinder. Niemand will den Menschen Kinder verbieten, aber die Situation dort unten kam doch nicht überraschend, diese Menschen kämpfen dort immer ums überleben und sie haben trotzdem so viele Kinder das sich die Zustände dort nie normalisieren können. Ich finde es unmoralischer Kinder in die Welt zu setzen und diesen keine Zukunft bieten zu können. Wir brauchen keinen Bevölkerungswachstum wir brauchen stabile Gesellschaften die erhaltbar sind.

Tschuri Cazzino
 
20
26.7.2011, 21:10
Finden Sie es nicht obszön von Menschen, die

an Hunger sterben, Moral zu verlangen?

Gendo
00
27.7.2011, 09:30

Nun mit Moral hat dies recht wenig zu tun wohl eher mit menschlciher Unvernunft. WIr könne mal davon Ausgehen dass die Menschen in Somalia nicht vernünftiger sind als wir.
Auch bei uns handel viele wider besseres Wissen gegen langfristige eigenen Interessen. (ließe sich eine lange Liste anführen)
Es ist schwer zu ewarten dass die Menschen auch daraus lernen, dass viele Kinder nur eine Vergößerung der Not bedeutet. Wenn wird es wohl die Pflicht des Nachbarn sein diese Konsequnez zu ziehen und wenn nicht warum dann ich. Das ist in Somalia wohl nicht anders als bei uns. Leiden tun dann primär die Kinder.

Annata
12
27.7.2011, 07:39
Nein, nicht wenn sie eine bessere Zukkunft haben wollen

und nicht ewig in dieser selbst verbreitenden Schleife aus Überbevölkerung und Armut gefangen sein wollen.

All die Probleme in Somalia entstanden ja nicht erst heute, das Land ist eine Wüste seid Menschen dort leben.

Egal wie schlecht eine Situation ist, man muss auch selber etwas beitragen, diese etwas sind aber nicht 6 Kinder die man kaum ernähren kann.

Freigeistin1
00
29.7.2011, 09:25

Wer an den Klimaschwindel glaubt, dem ist eh nicht mehr zu helfen ;-)

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