Sieg nach einem spannenden Rennen am Nürburgring vor Alonso und Webber - Vettel erstmals in dieser Saison nicht auf dem Podest
Nürburg - "Jeder Sieg ist speziell, aber hier ist das schon emotional. Wir hatten nicht erwartet, hier so schnell zu sein", sagte Lewis Hamilton, nachdem er in seinem McLaren-Mercedes zum 16. GP-Sieg seiner Karriere gebraust war. "Wir waren heute einfach nicht schnell genug. Die anderen arbeiten auch hart", stellte Sebastian Vettel fest. Der Weltmeister musste sich mit Platz vier zufriedengeben und landete damit erstmals nach zuvor elf Rennen in Folge nicht auf einem der ersten beiden Plätze. Vettels Vorsprung in der Gesamtwertung bleibt dennoch komfortabel. Mit 216 Zählern liegt er 77 Punkte vor Webber (139), auf den er somit nur drei Punkte einbüßte. Hamilton sprang nach seinem zweiten Saisonsieg nach China mit 134 Punkten auf Rang drei. Ferrari-Pilot Fernando Alonso (130) ist wieder Vierter.
Das Rennen war recht spannend. Von der Pole-Position war Vettels Teamkollege Mark Webber gestartet, doch unmittelbar danach wurde er von Hamilton geschnappt, und Vettel, der Dritte im Qualifying, von Alonso. In der zweiten Runde überholte Vettel Alonso nach einem Fehler, in Runde neun konterte Alonso erfolgreich. Während der Spanier danach an Hamilton und Webber heranfuhr, hatte Vettel in Runde zehn eine Schrecksekunde, als er beim Anbremsen auf einen nassen Kunstrasenstreifen neben der Strecke geriet und sich drehte. Er konnte das Auto abfangen, behielt sogar Rang vier. Webber schob sich Ende der zwölften Runde in der Zielkurve an Hamilton vorbei, der jedoch noch auf der Zielgeraden den Spieß umdrehte. Er lag zwischen der ersten und zweiten Boxenstopp-Phase in Führung. Webber, Hamilton und Alonso lieferten sich in einem phasenweise packenden Dreikampf tolle Duelle. Erst im Finish hatte der Australier das Nachsehen gegen den Engländer und Spanier.
Nach den ersten Reifenwechseln fiel Vettel wegen Bremsbalance-Problemen hinter Felipe Massa sogar auf Rang fünf zurück. Und in der Schlussrunde mussten die beiden nochmals in die Box, um sich die harten Reifen zu holen. Die Red-Bull-Crew benötigte nur drei Sekunden, und Vettel, der noch nie in Deutschland gewann, war Vierter. Hamilton ist, was die WM betrifft, skeptisch: "Schon das nächste Rennen könnte für uns wieder ein Desaster werden."
Der Zirkus übersiedelt nun nach Budapest. Am Sonntag, dem 31. Juli, wird der Grand Prix von Ungarn gegeben. (red, DER STANDARD Printausgabe, 25.7.2011)