Mit Verbund und BIG?

Mitterlehner wälzt Pläne für ÖIAG-neu

24. Juli 2011, 08:10
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    apa-foto: helmut fohringer

    Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

"Müsste darstellbaren Mehrwert für Betriebe geben" - Wirtschaftsminister will alle Varianten diskutieren

Wien - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die künftige Rolle der ÖIAG ohne Festlegungen diskutieren und kann sich auch die Einbringung der Anteile an Verbund sowie der BIG in eine ÖIAG-neu vorstellen. "Es muss einen darstellbaren Mehrwert für die Unternehmen geben, wenn sie in einer übergeordneten Einheit agieren sollen", sagt der Minister, der Eigentümervertreter im Verbund und in der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist. Und es gäbe eine Reihe konkreter Fragen zu diskutieren, von möglichen Kapitalerhöhungen bis zu künftigen Dividendenausschüttungen und Auswirkungen auf Börsennotierungen.

Die ÖIAG, die in den vergangenen zwölf Jahren große Teile ihres Portfolios abgegeben hat, sucht wie berichtet unter einem neuen Management ein neues Konzept. Der neue Alleinvorstand und frühere IV-Generalsekretär Markus Beyrer will in den nächsten Wochen ein Konzept über die Positionierung der Agentur vorlegen.

Das Modell einer reinen Privatisierungsagentur dürfte ausgedient haben, bis auf Anteile in OMV, Post und Telekom Austria ist nichts mehr vorhanden, im Regierungsübereinkommen zwischen SPÖ und ÖVP ist keine weitere Privatisierung vorgesehen. Infrage kommt ferner eine Beteiligungsverwaltung, die mit den Funktionen eines staatlichen Risikokapitalgebers kombiniert werden könnte. Auch das Thema Infrastrukturholding ist noch nicht vom Tisch. In eine solche Dachgesellschaft könnten z.B. auch Asfinag oder ÖBB (bisher Verkehrsministerium) eingebracht werden.

Man müsse die Vor- und Nachteile jeder einzelnen Variante diskutieren und mit dem Koalitionspartner zu einem Ergebnis kommen, sagte Mitterlehner in einem Interview mit der APA.

Privatisierungen sieht er zwar grundsätzlich positiv, "eine Allzweckwaffe gegen die Staatsverschuldung sind sie aber schon von der Größenordnung her nicht." Dazu komme ein psychologischer Effekt: "Privatisierungserlöse verstellen oft den Blick auf die Notwendigkeit, das Budget strukturell zu sanieren."

SP-Kräuter: Privatisierungen, ÖBB und ASFINAG kein ÖIAG-Thema

Bei einer Diskussion über die künftige Rolle der ÖIAG kommen für die SPÖ "weder Privatisierungen von Staatseigentum noch eine Übertragung der ÖBB oder der ASFINAG an die ÖIAG in Frage", erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Seitens der SPÖ würden "grundsätzliche Positionen unverändert gelten", sagte Kräuter.

Gesprächsbereitschaft über andere neue Konzepte der ÖIAG mit Mehrwert für den Steuerzahler sei vorhanden, "etwa über eine Beteiligungsverwaltung, die mit Funktionen eines staatlichen Risikokapitalgebers kombiniert werden könnte", so Kräuter in einer Mitteilung. Natürlich müsse auch die Option einer Auflösung der Doppelstruktur der verbliebenen Anteilsverwaltung von OMV, Post und Telekom Austria ein denkbares Szenario sein. (APA)

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20 Postings
ocelote
01
24.7.2011, 23:24
Eingeständnis von Inkompetenz?

Es ist ein Armutszeugnis für einen Minister, wenn er davon ausgeht, dass es einen "darstellbaren Mehrwert" geben kann, wenn die Unternehmensverantwortung seinem Parteikollegen Beyrer übertragen wird.
Dieser Vorschlag sollte nicht zu der x-ten ÖIAG-Diskussion, sondern zu seinem Rücktritt führen!

Max Kahlenberg
00
24.7.2011, 18:01
Der einzige darstellbare Mehrwert ist die sofortige Abschaffung der ÖIAG. Den Beyrer könnens ja als Kantinenwirt in der Parteiakademie einsetzen...

der Rabe
00
24.7.2011, 17:44
Mitterlehner wird sich jetzt etwas populär positionieren,

wird ein soziales Gewissen zeigen und ein bisschen Kapitalismuskritik wagen, und dann wird er im späten Herbst Spindlegger ablösen.
Das könnte ev. den Sinkflug der Schwarzen aufhalten.

da Novak
02
24.7.2011, 17:38
nachdem beyrer zum vorstand befördert wurde ...

... indem zuvor der aussichtsreichste Kandidate (Ruttensdorfer) mittels angehängtem Insiderhandels-Verfahren (Freispuch, Hauptsache angepatzt) aus dem Rennen geschossen wurde, ist es nur logisch, dass nun ASFINAG, Rest-BIG, Verbund und ÖBB auch unter CV-Kuratell geholt werden sollen. Hier geht's nicht um "darstellbaren Mehrwert" für diese Unternehmen, sondern letztlich die Vorbereitung des letzten Privatisierungsschritts: Wurden bislang Einzelunternehmen bzw. deren Filetstücke privatisiert, geht es nun darum, die ÖIAG-Holding aufzufetten und gesellschaftsrechtlich so umzugestalten, dass deren Anteile sukzessive veräußert werden können. Die "Privatisierungsagentur" des Herrn Michaelis wird selbst privatisiert! Langsam und leise ...

me phisto
40
24.7.2011, 17:03
Wohin mit den vielen zu versorgenden Jungsozis???

Völlig klar, dass sich die SPÖ nicht vorstellen kann die ÖBB und die Asfinag in eine staatsfondsähnliche Konstruktion einzubringen. Diese würde ja die Gefahr in sich tragen, dass man sie irgendwann einmal entpolitisieren könnte und wohin sollen sie dann die ganzen Flaschen (söhne und Töchterln "verdienter" Parteigänger) stecken, die in der Privatwirtschaft niemals einen Job finden würden? Völlig unvorstellbar!!!
;-)

Neues Österreich
01
24.7.2011, 17:42
Bis jetzt sehe ich aber nur Jungschwarze die sich

die hohen Gehälter eingestreift haben und vor langer Weile sogar aufs Gähnen vergessen haben!

PegasusNbW
00
24.7.2011, 21:01
selektive wahrnehmung?

der junge herr pelinka ist ihnen kein begriff?

mikromalist
 
25
24.7.2011, 10:53
Auf welche Idee soll er sonst

kommen, der Vertreter der bürokratischen Wirtschaft.
Koennte er nur annähernd unternehmerisch denken, würde er die Abermilliarden nachrechnen, die Fehlentscheidungen der OeIAG im letzten Jahrzehnt gekostet haben.
Verjagen, bliebe die einzige Konsequenz.

pago1
01
24.7.2011, 10:56
geh der michaelis war doch eh so toll

oder warum hat er sonst soviel verdient?

thatslife
00
24.7.2011, 10:51
es wäre zeit die öiag so zu führen dass der staat keinerlei einfluss drauf hat

dazu sollte man sie wohl in eine vollkommen unabhängige gesellschaft einbringen deren aufsichtsrat eben rein von ausländischen personen besetzt ist und deren einzige verbindung zum staat ist dass sie jährlich eine gewisse dividende an den staat auschüttet. aber dabei auch nicht alles sondern mit einem teil auch anteile an neuen unternehmen erwirbt.
da könnte man dann auch die öbb einbringen weil die dann auch endlich mal von politischen entscheidungen befreit ist.

Herzerzog Johann
00
24.7.2011, 16:07

Warum sollte der Eigentümer "keinerlei Einfluß" haben? Wer denn sonst? Wie stellst du dir das vor?

locken
17
24.7.2011, 10:41
ÖIAG Abschaffen das ist die Lösung !

Herzerzog Johann
00
24.7.2011, 16:09
Und dann?

Wieder direkt den Ministerien unterstellen? Das klingt bedrohlich.

Andreas Sonnberger2
12
24.7.2011, 11:00

Parteien und Politiker sind schlechte Unternehmer, daher kann eine Abschaffung nicht zielführend sein. Eine Abschaffung würde ja bedeuten, dass OMV, Post und Telekom direkt unter der Fuchtel der Politiker wären. Dann müßte es quasi wieder einen "Industrieminister" geben, wie zu Zeiten der Verstaatlichten...

TT1
02
24.7.2011, 12:56
Zusperren.

Und Unternehmen wie Telekom, omv einfach in Ruhe lassen. Der internationale Markt hat dort das Sagen -
nicht unsere Provinzpolitiker!

kann sein
Claus Faber
15
24.7.2011, 10:16
Parteipolitik mit Volksvermögen

Da gehts um Parteipolitik und sonst gar nichts. Die ÖIAG wird vom schwarzen Finanzministerium kontrolliert. Natürlich will die ÖVP sich die Kontrolle über die großen staatlichen Betriebe verschaffen. Ob es für die Betriebe Sinn macht, sieht man an den ÖBB. Seitdem die ÖVP-FPÖ sie "reformiert" hat, sind sie ein einziges großes Problem. Und jetzt will die ÖVP schon wieder die Kontrolle über sie gewinnen. Nichts gelernt?

me phisto
10
24.7.2011, 17:10

... und bevor Schwarz/blau die ÖBB reformiert hat, war sie ein prosperierendes schuldenfreies Unternehmen, das gar wußte, wohin mit den vielen hundert Millionen jährlichen Gewinn???
;-)

Wieviele Jahre rote Verkehrsminister sind nun schon wieder für die ÖBB verantwortllich und wie hat sich in der Zwischenzeit das Betriebsergebnis und der Schuldenstand entwickelt? Bitte bei allem Verständnis für Polemiken auch ein wenig bei den Fakten bleiben. Das kurze Schwarz/Blaue Verantwortlichkeits-Intermezzo bei den ÖBB sollte nicht als Ausrede für fünfzig Jahre gewerkschaftliche Misswirtschaft dienen!!! Bitte! Danke!

Londo Mollari
 
04
24.7.2011, 09:39

oder man "findet" nix neues, sondern löst sie auf. einfach so.

tho_mi
03
24.7.2011, 10:01

Als ob die Politiker freiwillig auf zu vergebende Posten verzichten würden...

ich bin wichtig!
 
00
24.7.2011, 09:31
der einzige ``mehrwert´´ wäre eine abschaffung

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