Neues Gesetz

Burka-Verbot in Belgien in Kraft

23. Juli 2011, 14:49

Zwei Frauen wollen gegen Burka-Verbot vor das belgische Verfassungsgericht ziehen

Brüssel (APA/dpa) - Burka-Verbot in Belgien: Ab Samstag dürfen muslimische Frauen in Belgien keinen Vollschleier mehr tragen. Nach Frankreich ist Belgien damit das zweite europäische Land, in dem der Ganzkörperschleier aus der Öffentlichkeit verbannt wird - keine Busfahrt, kein Spaziergang und kein Besuch im Kino oder Museum für Frauen, die sich mit Burka oder Nikab komplett verhüllen.

Bricht eine Frau das Gesetz, drohen ihr belgischen Medienberichten zufolge 137,50 Euro Strafe. Befürworter sagen, der Schleier sei ein Symbol für die Unterdrückung muslimischer Frauen. Nach Schätzungen tragen 270 Frauen in Belgien eine Burka. Muslime stellen in dem überwiegend katholischen Land rund fünf Prozent der Bevölkerung dar.

Gesetz sei "diskriminierend"

Zwei Muslima wollen nun vor das Verfassungsgericht ziehen. Sie verlangen, dass das Gesetz zurückgenommen wird. "Es ist ein Frontalangriff auf die muslimische Welt", sagte ihre Anwältin Ines Wouters der Nachrichtenagentur dpa. Das Gesetz sei "diskriminierend". Wouters Mandantinnen trügen die Burka aus freien Stücken. Eine von ihnen - eine Belgierin, die zum Islam übergetreten ist - verhüllt sich seit 13 Jahren. Einmal hat sie sich bereits erfolgreich gegen ein Bußgeld gewährt, das aufgrund eines lokalen Burka-Verbots in ihrer Brüsseler Nachbarschaft von ihr gefordert worden war. Die zweite Frau kommt aus Marokko und lebt seit einigen Jahren in Belgien.

Ohne die Burka zu nennen, gilt das Verbot künftig für jede Person, die ihr Gesicht in der Öffentlichkeit so verhüllt, dass sie nicht mehr zu identifizieren ist. Ausgenommen sind etwa Motorradfahrer und Feuerwehrleute - also Menschen, die von Berufs wegen einen Helm tragen. Der Gesetzesentwurf war Ende April nahezu einstimmig im Unterhaus des Parlaments angenommen worden - mit 129 Ja-Stimmen quer durch alle Parteien, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen.

100 Verstöße gegen Verbot in Frankreich

In Frankreich gilt das Vermummungsverbot seit April. Das Innenministerium sammelte seither rund 100 Verstöße in seinen Akten. Die Polizei habe die Frauen auf der Straße angehalten, sie gebeten, den Schleier zwecks Identifizierung zu lüften, und sie darauf hingewiesen, ein Richter könne eine Geldstrafe von bis zu 150 Euro oder aber einen Kurs in Staatsbürgerkunde verhängen. Unklar ist, ob oder wie oft die Strafen tatsächlich verhängt wurden. Auch Spanien und die Niederlande planen ähnliche Gesetze. (APA)

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Samhain
10
4.12.2011, 19:21
Viel Spaß an die Schildbürger in Belgien.

"Ohne die Burka zu nennen, gilt das Verbot künftig für jede Person, die ihr Gesicht in der Öffentlichkeit so verhüllt, dass sie nicht mehr zu identifizieren ist."

Das ist ja ein noch schlimmeres Gesetz. Im kalten Winter werden sich so einige das Gesicht abfrieren. Kranke Menschen werden keine Schutzmaske tragen dürfen, etc. ...

Und das alles nur weil viele glauben, dass die Burka unterdrückt. Unterdrücker sind jene die jemanden zwingen etwas zu machen, was sie nicht selbt möchten und da gibt es dann andere Möglichkeiten als ein verkapptes Burkaverbot.

Frico
21
28.7.2011, 07:33
Die Rechte der Frauen!

Ich finde es sensationell wie viele sich in diesem Forum für die Rechte der Frauen einsetzen. Wenn so viele das auch für die österreichischen Frauen tun würden, hätten wir schon längst gelebte Gleichberechtigung. Dann würden z.B. bereits seit Jahren alle Frauen, für die gleiche Arbeit, wirklich gleichen Lohn erhalten.

Aber dafür setzt sich in diesem Forum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemand ein. Das ist egal. Aber Kopftücher und Schleier machen vielen das Leben schwer. Wenn wunderts? Es geht ja nicht um die Rechte der Frauen, hier geht es um Rassismus?

Ich frage mich schon heute, falls es einmal keine Schleier mehr geben sollte, was man dann verbieten wird. Typen mit Springerstiefel und Glatze mit Sicherheit nicht!

Gabi_001
13
28.7.2011, 05:14
googelt doch bitte mal nach dem Satz aus dem Artikel:

"Einmal hat sie sich bereits erfolgreich gegen ein Bußgeld gewährt"

...und man sieht deutlich, wie die Medien heute blindlings einfach alles 1:1 abschreiben.

im Übrigen:
Nur weil eine belgische möchtegern Musilma sich eine Burka wünscht, bedeutet das noch lange nicht, dass nicht die Mehrheit der Muslima von ihren archaischen Ehemännern gegen ihren Willen zum Tragen einer Burka GEZWUNGEN werden....

insofern ist das Burkaverbot zu begrüßen, es gibt muslimischen Frauen zumindest in Belgien im öffentlichen Leben wieder ein Stück mehr Selbstbestimmung. Das sollten auch die beiden Kampfzicken einsehen und sich hier etwas solidarischer verhalten...

Dinyar Rabady
01
30.7.2011, 16:28

glauben sie nicht, dass diese art von mann (der seine frau zum tragen der burka zwingt) nicht in dem fall einfach seine frau zwingt zuhause zu bleiben?

S.Dhalli
 
00
4.12.2011, 19:08
das gleiche hab ich mir beim lesen...

dieses artikels auch gedacht - ist irgendwie ein teufelskreis :(

alexanderletten
 
00
28.7.2011, 15:36

Apropos Bußgeld:
Ein Argument gegen den Ganzkörper-Schleier ist u.a. auch das Risiko der Nichtidentifizierung bei Straftaten.

Sind 150€ Bußgeld Anlass genug von einem Banküberfall Abstand zu nehmen, da dieser üblicherweise maskiert vollzogen wird; oder sich vermummt Straßenschlachten zu liefern, wo schnell 5-6stellige Beträge an Sachwerten beschädigt werden und die Gesundheit Anderer zT. arg in Mitleidenschaft gezogen wird?

Das Thema Sicherheit hierbei ist auch deswegen völlig falsch, da 1. die betreffende Gruppe der Burkhaträgerinnen viel zu klein ist und 2. ein Nichterkennung per se als kriminell gewertet wird.

New Hampshire
215
25.7.2011, 12:22

Völlig okay und auch in Ö. höchst überfällig.

Ich will meinem Gegenüber ins Gesicht sehen können (so wie er mir). Ich will wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Das ist generell auch aus sicherheitstechnischer Sicht wünschenswert, weil komplett verhüllte Menschen nicht identifizierbar sind und im täglichen Leben damit eine Menge Probleme auftreten (z.B. Identitätsnachweis bei Bankgeschäften).

Von kriminellen Machenschaften ganz zu schweigen (in Frankreich gibt es seit Jahren große Probleme, weil Männer als Burkaträgerinnen verkleidet Raubüberfälle begehen).....Chance auf Aufklärung sobald der Täter das Geschäft verlassen hat ist gleich Null !

alexanderletten
 
153
25.7.2011, 13:13

Belgien hat geschätzte 270 Burkträgerinnen.(lt. Artikel)
Wird woanders statistisch nicht viel anders ausschauen.
Banken können aus sicherheitstechnischer Sicht ein Verbot innerhalb ihrer Geschäftsräume durchsetzen, nur sind Banken nicht gleichzusetzen mit öffentlichem Raum-was sowieso naheliegend sein dürfte, da ein Bankräuber idR sich vermummt.(Strumpf, Helm, Haube, Kappe)
Der Trend geht unzweifelhaft in Richtung Überwachung.(GB)
Daher kann man auch einen "Vermummten" verfolgen.
Im übrigen dürfte im Winter ein Schal rechtswidrig sein, der das Gesicht bis auf die Augen verhüllt.

Lord Chaos
04
27.7.2011, 13:38

Damit sind es 270 zuviel.

alexanderletten
 
00
27.7.2011, 15:37

Eine "Vermummung" ist also bei Ihnen gleichzusetzen mit einer präventiven Nichtidentifizierung.
Die Frage ist, wieso eine präventive Identifizierung von 270 Frauen notwendig wäre.
Könnten Sie das mal erklären?
Sie könnten dies zB. auch gleich bei Faschingsumzügen u.dgl. weiterführen.

alexanderletten
 
83
25.7.2011, 11:59

"Nach Schätzungen tragen 270 Frauen in Belgien eine Burka. Muslime stellen in dem überwiegend katholischen Land rund fünf Prozent der Bevölkerung dar."
Respekt! Die Angst muss schon tief sitzen.
Bei ständig fortschreitender Überwachung ist es schon als Witz anzusehen, die Verschleierung aus Identifierungsgründen zu verbieten.

Wer will denn bitteschön mir vorschreiben, dass ich meinen Helm gefälligst abzunehmen habe, sobald ich vom Moped steige.
Andererseits lassen sich Molis auch vom fahrenden Moped aus durch die Gegend schmeissen.

Was passiert bei Smogalarm? Mundschutz wird empfohlen, auch auf die Gefahr hin, dass das ordentlich teuer werden kann.

HARHAR

Amalrich
 
17
25.7.2011, 12:42

Heute sind es 5%! Die belgische Demographie zugrunde gelegt, schauts 2050-2060 schon nicht mehr so entspannt aus!

alexanderletten
 
10
27.7.2011, 10:43

"Das NIS prognostiziert, daß die Einwanderung zwischen 1995 und 2050 geringfügig von 61.086 auf 60.000 zurückgeht, während die Auswanderung von 50.385 auf 57.133 steigt. Dies bedeutet, daß der Wanderungsgewinn von 10.701 Einheiten auf 2.867 schrumpfen wird."
"http://www.eu-employment-observatory.net/ersep/trd... 20015.asp"

Schaut doch 2050 prognostiziert auch nicht anders aus, oder haben Sie anderes Material?
Ich glaube auch nicht, dass in Belgien ein Anstieg von Burkha-Trägerinnen von 270 auf (fiktiv)50.000 zu erwarten sein dürfte.
Selbst 5000 Trägerinnen wären immer noch Exoten.

naihoit
19
25.7.2011, 10:43
2.Versuch: Vorschlag einer Reglung in Güte und Eintracht:

Frauen dürfen voll verschleiert in der Öffentlichkeit auftreten, wenn sie in Begleitung ihres Ehemannes, Vaters oder eines Bruders sind und diese Begleitperson auch voll verschleiert ist.
Damit wäre sicher gestellt, daß auch muslimische Frauen -ihren religiösen Vorschriften und den Ängsten ihrer männlichen Verwandten entsprechend adjustiert- ohne geschlechtsspezifische Diskriminierung am öffentlichen Leben Teil haben können.
Ein liebender Ehemann oder um die Familienehre fürchtender Bruder würde diesen Liebesdienst doch sicher gerne leisten.

Kopflos
43
25.7.2011, 10:39
Ganz schön verlogen.

Zwar zielt das Verbot ja eindeutig auf Muslimas und auf den ideellen Gehalt der Vollverschleierung, aber da man genau weiß, wie zweifelhaft das demokratiepolitisch ist, verbietet man halt "jegliche" Vermummung - bin gespannt, wieviele Leute, die im Winter, wenn der Wind einem den Schnee ins Gesicht treibt, bestraft werden, weil sie sich den Schal vors Gesicht ziehen. Zudem finde ich die Strategie höchst merkwürdig, Kleidervorschriften zu erlassen, um Menschen von Kleidervorschriften zu "befreien".

Amalrich
 
13
25.7.2011, 12:44

Wieso meinen Sie dass das demokratiepolitisch zweifelhaft wäre? Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass dafür demokratiepolitisch eine Mehrheit zu haben ist. So what?

Kopflos
01
25.7.2011, 14:04

Warum werden entsprechende Gesetze dann nicht so formuliert, sondern verschämte Hilfskonstruktionen ("Identifizierbarkeit, Sicherheit...") bemüht? Warum wird nicht klar gesagt: Wir erlassen jetzt ein Gesetz, das ganz gezielt den Zweck hat, einer genau definierten Gruppe von Personen, die wir nicht mögen, das Leben etwas schwerer zu machen?

Chien de Pique
01
25.7.2011, 17:09

Weil andere, höherrangige Gesetze diese Möglichkeit dezidiert a priori ausschließen. Natürlich sind solche Hilfskonstruktionen nicht schön, aber die Staaten liegen eben, wie sie sich gebettet haben.

naihoit
00
25.7.2011, 10:37
Vorschlag einer Regelung in Güte und Eintracht:

Dragomir
214
25.7.2011, 10:29

Mit den BurkaverteidigerInnen diskutiere ich gerne bei einem Bier in Mekka

Dragomir
15
25.7.2011, 10:31

und zwar in dem Beisl neben Victorias Secret

Kra Wuzikabuzi
13
25.7.2011, 10:26
gut so.

Zitronenbaum
22
25.7.2011, 10:00

Warum wettern die gegen ein Gesetz, das die Unterdrückung von Frauen durch ein Symbol verbietet?

o_o'
Und auch, wenn die das nicht so empfinden, ist es sehr wohl eine Unterdrückung.

Cloon
 
20
26.7.2011, 17:37
weil "sie" oft selber...

nicht wissen was sie wollen ;)

lg CLoon

silverfinger
64
25.7.2011, 10:23

es kann auch eine Art Unterdrückung sein Frauen vorschreiben zu wollen wie sie sich kleiden sollen ... nur so nebenbei

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