Onlinenetzwerk hilft bei Kandidatur zum US-Präsidenten

23. Juli 2011, 10:49
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Plattform dient sich allen Möchtegern-Kandidaten als virtuelles Sprungbrett an - eingebunden in Facebook

Laut Verfassung kann in den USA jeder Präsident werden, der dort geboren und mindestens 35 Jahre alt ist. Paul Vasquez ist im Internet normalerweise als "Double Rainbow Guy" bekannt. Er lebt in einer Wohnwagensiedlung außerhalb des Yosemite National Parks, werkelt mit Bio-Gemüseanbau und alternativer Energie herum und liebt Regenbogen über alle Maße. Derek Broes lebt in Los Angeles. Seine Brötchen verdiente er früher als Manager für Paramount Pictures und Microsoft. Ihre vermutlich einzige Gemeinsamkeit: Sie träumen davon, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden.

370 Kandidaten

Während ihre namhaften Konkurrenten wie Mitt Romney oder der amtierende Präsident Barack Obama sich mit großen Kampagnen - auch im Internet - wieder der Gunst der Wähler näherbringen werden, versuchen sich Vasquez und Broers mit einem ressourcenschonenderen Weg auf sich aufmerksam zu machen. Sie und mehr als 370 weitere Möchtegern-Kandidaten haben sich laut Tech-Blog Mashable bereits auf der sozialen Plattform Votocracy.com eingeschrieben, die am 1. Juni online ging.

Eingebunden in Facebook

99 Dollar ist der Preis, um sich als offizieller Votocracy-Kandidat zu nominieren. Eingebunden in Facebook, kann das p. t. Wahlvolk dann über das Freundesnetzwerk mit den Bewerbern in Kontakt treten und ihnen über den "Like"-Button eine virtuelle Stimme zukommen lassen. Vasquez hat derzeit rund 50 Unterstützer, Broes bringt es auf ungefähr 40.

Personalisierbare Wahlbuttons

"Verglichen mit den Abermillionen Dollar, die ein traditioneller Präsidentschaftswahlkampf kostet, sind 99 Dollar ein Klacks, um seine politischen Ansichten dem amerikanischen Volk rüberzubringen", findet Bryan Lee, Gründer und CEO des Online-Podiums. Der geschäftstüchtige ehemalige Sony- und Microsoft-Manager hat auch gleich an andere popularitätssteigernde Maßnahmen gedacht und verhökert auf seiner Homepage personalisierbare Wahlbuttons (à 2,99 Dollar), T-Shirts (ab 15,99 Dollar) oder Plakate (17,49 Dollar).

Sieger bekommt Kampagne finanziert

Lees Ziel ist es, dass 2012 für jeden US-Bundesstaat ein klarer Online-Vorzugskandidat feststeht. Diese sollen dann in einer landesweiten TV-Show gegeneinander antreten. Dass er dafür noch keinen Vertrag mit einem Sender hat, steht auf einem anderen Blatt. Der Sieger jedenfalls soll mit einer von Votocracy finanzierten Kampagne auf seinem weiteren (schmalen) Weg Richtung Weißes Haus unterstützt werden. Auch wenn mit höchster Wahrscheinlichkeit keiner der Votocracy-Kandidaten dort jemals ankommen wird: Bis dahin können sie sich zumindest dem "American Dream" hingeben. (kat, Printausgabe, DERSTANDARD, 23. Juli 2011)

  • Für eine Handvoll Dollar: virtueller Stimmenfang für US-Präsidentschaftskandidatur über Votocracy.
    foto: screenshot

    Für eine Handvoll Dollar: virtueller Stimmenfang für US-Präsidentschaftskandidatur über Votocracy.

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