Einzige Zeugin erstmals vor Richter

22. Juli 2011, 18:26
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    foto: apa/helmut fohringer

    Ludwig Adamovich sprach vor dem Innsbrucker Richter auch über Kampuschs Buch "3096 Tage". Nun publiziert er selbst eines.

Die einzige Person, die 1998 die Entführung von Natascha Kampusch beobachtet hatte, sprach damals von zwei Tätern

Wien/Innsbruck - Vor 13 Jahren war sie die einzige Zeugin der Entführung von Natascha Kampusch. Die damals zwölfjährige A. sagte zwar gegenüber der Polizei aus, zwei Männer dabei beobachtet zu haben, wie sie die damals zehnjährige Kampusch in ein Auto zerrten, wurde aber bisher nie von der Justiz einvernommen.

Nächste Woche soll sie nun in Innsbruck vor Richter Georg Putz, der die Ermittlungen gegen fünf Staatsanwälte führt, aussagen. Unter den Beschuldigten, denen im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, sind der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Werner Pleischl, und der Leiter der Staatsanwaltschaft Graz, Thomas Mühlbacher. Sie weisen alle Vorwürfe vehement von sich.

Pleischl und Mühlbacher verweigerten im Juni die Aussage vor dem Richter in Innsbruck, weil ihre auf mehrere Stunden anberaumte Vernehmung auf Video aufgezeichnet werden sollte. Aus Angst davor, dass verfremdete Zusammenschnitte ihrer Aussagen im Internet auftauchen könnten, reisten beide aus Innsbruck wieder ab und gaben schriftliche Erklärungen ab. Die filmische Aufzeichnung von Einvernahmen ist zwar rechtlich gedeckt, aber ungewöhnlich, es sei denn, man befragt etwa Missbrauchsopfer, Häftlinge oder Menschen, die zu krank sind, um vor den Richter zu treten.

Neben den Beschuldigten wurden wie berichtet zahlreiche Zeugen, allen voran die pensionierten Höchstrichter Johann Rzeszut und Ludwig Adamovich, einvernommen. Adamovich soll dabei auch auf Passagen in Kampuschs Buch 3096 Tage eingegangen sein, weil diese seiner Ansicht nach im Widerspruch zu ihren Aussagen gegenüber der Polizei stünden.

Alle Details, die die Zeugin A. als junges Mädchen erzählte, also Tatort, Tatzeitpunkt und das Auto Wolfgang Priklopils, stimmten mit den Fakten, die nach Kampuschs Befreiung 2006 bekannt wurden, überein. Polizeibeamte vermerkten aber schon 1998, bevor diese Details bekannt wurden, dass das Mädchen einen "absolut glaubwürdigen" Eindruck machte.

Trotzdem revidierte A. Ende 2009 bei einer polizeilichen Gegenüberstellung mit Kampusch und deren Anwalt ihre früheren Aussagen. Anwesend war damals - der Standard berichtete - der Chefermittler der Soko Kampusch, Franz Kröll, der sich Monate nach Abschluss der Ermittlungen das Leben nahm. Rzeszut und Adamovich glauben, dass der verstorbene Polizist die Ermittlungen gerne weitergeführt hätte, da er nicht glaubte, dass Priklopil ein Einzeltäter war, aber "unter Druck" gesetzt wurde.

Und auch die heute 25-jährige A. habe sich bei der Gegenüberstellung mit Kampusch eingeschüchtert gefühlt. Sie wollte Kampusch, die von einem Täter sprach, "nicht der Lüge zeihen", so Rzeszut, der die aktuellen Ermittlungen auslöste.

Autobiografie von Adamovich

Das Ermittlungsverfahren, das seit Herbst 2010 läuft, soll voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen werden. Dann wandert der Akt von Richter Putz zurück an die Staatsanwaltschaft Innsbruck, die nicht selbst gegen die andere Anklagebehörde ermitteln durfte.

Adamovich erzählte dem Standard am Freitag, dass er im Oktober seine soeben fertiggestellte Autobiografie (Seifert Verlag) veröffentlichen werde. Darin soll die Causa Kampusch neben anderen Fällen, wie dem Ortstafelstreit mit dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, "in vernünftiger, umfassender Weise dargestellt werden". (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. Juli 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
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Nr.3645
05
26.7.2011, 12:16
es ist offensichtlich:

dermaßen große Mächte stecken hinter diesem Fall und jeder der nicht das tut was diese wollen wird einen Unfall erleiden, Selbstmord begehen o.ä..

Wo bleiben eigentlich eigene Recherchen von Zeitungen? In diesem Fall und auch zb in Kaprun läuft dermaßen viel schief, dass man doch unmöglich die Augen verschließen kann?

Sam Polani
04
30.7.2011, 20:39

Die derart grossen Mächte wie Russland haben ja auch schon ihre zusage gemacht den Fall zu klären. Der damalige Chef der KGB wird bereits einvernommen. Genaue Ergebnisse sind in einigen Wochen zu erwarten.

Spicoli
03
26.7.2011, 15:57
Versuchen's vielleicht mit dem:

http://diepresse.com/home/blog... al-Teil-26

Hui Buh
21
26.7.2011, 10:53
Wir haben das Jahr 2035,

Aufmacher in Krone und Österreich:
"Fall Kampusch kurz vor Aufklärung".

suboptimal
 
43
26.7.2011, 12:37
Dem wird hoffentlich die Natur ein natürliches Ende bereiten.

Dann können uns die zwei wichtigen Schwurbelmännchen von der "Wolke 7" aus im dritten Konjunktiv berichten, WAS das entführte Kind mutmaßlich WIRKLICH erlebt hat.

*höhn*

marmux
 
00
25.7.2011, 10:02
Also dass Prikopil

damals alleine im Fahrzeug war, halte ich für sehr wahrscheinlich... die Einzeltätertherorie trotzdem für Humbug.
Meines Wissens nach hat aber die Zeugin an jenem Tag das "Fahrzeug zweimal gesehen". Beim ersten Mal, wahrscheinlich der Zeitpunkt der tatsächlichen Entführung, auf der gegenüberliegenden Strassenseite parkend und dann losfahren. Hier konnte sie keine Personen genauer ausmachen. Weiters sagte sie damals aus, das Fahrzeug wäre ihr kurz darauf wieder entgegengekommen und sie hätte zwei Personen ausgemacht. Die Fahrzeugbeschreibung, die sich aus beiden Sichtungen ergab führte damals zu keinem Fahndungserfolg... weil, und das wird heute als sicher angenommen, der zweite Kontakt ein anderer weißer Lieferwagen war.

Der Wappler
228
24.7.2011, 07:26
Der Wappler kann den namen Kampusch hören

Wann wird endlich Ruhe um diese mediengeile Schlange einkehren?

Lilith Boessse
 
417
24.7.2011, 15:36
was ist denn ihr problem?

hams auch wen im keller versteckt, und dass die kampusch jetzt frei ist, macht sie nervös?

sie sind beinahe so widerlich wie der/die täter selbst.

einfach den artikel nicht lesen ;O)

The_new_number_2
02
25.7.2011, 12:58

Warum sollte die Nina sonst bei einem Wappler bleiben?

suboptimal
 
94
24.7.2011, 12:48
nix verstanden, gell? - Das wird noch LANGE dauern und durch ALLE Instanzen gehen,

oder glauben Sie im Ernst, dass sich ein Staatsanwalt wegen Amtsmissbrauch verurteilen lässt, nur weil er einem Troll ÖFFENTLICH widersprochen hat?

Den SPRECHER der Staatsanwaltschaft JAROSCH, der mit der Untersuchung im Fall Priklopil NICHTS zu tun hatte, haben die zwei wichtigen Pensionisten nur deshalb vor den Innsbrucker Richter gezerrt, weil er ADAMOVICH bei seinem allerersten MEDIALEN rechtswidrigen Ausplaudern von Polizeiprotokollen im Gossenboulevard ÖFFENTLICH über den Mund gefahren ist.

Das war im April 2008 in einem der Drecksblatteln, in denen die Kasperlkommission so gerne ihre Vollbäder genommen hat. Was der Innsbrucker Richter jetzt ermitteln muss, ist der Wahrheitsgehalt von Zitaten aus dem tiefsten Boulevard.

:-)

suboptimal
 
94
24.7.2011, 15:39
Das nennt man "recherchieren", lieber Standard …. :-)

Jarosch KANN als SPRECHER gar nicht "konsequent und beharrlich entscheidende polizeiliche Ermittlungsergebnisse vernachlässigt" haben, weil er NIEMALS etwas ermittelt hat. Jarosch hat nur als Sprecher dem schwurbelnden Adamovich vehement WIDERSPROCHEN.

JUSTIZ "verwundert" über Adamovich
"Er soll sagen, woher er das hat"
http://wien.orf.at/stories/272945/

Priklopil keine Komplizen bei Entführung: JUSTIZ über Adamovichs Zweifel verwundert
http://forwardme.de/64112d.go

JUSTIZ jagt Kampusch-Verräter
Frau Kampusch hat ein Recht auf Datenschutz, der hier verletzt wurde", bekräftigt Behördensprecher Gerhard Jarosch im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".
http://forwardme.de/64112c.go

Geheimakte Schmuddel
http://forwardme.de/64112e.go

ha ha

Gab El Shtapla
43
24.7.2011, 12:44
Wird Zeit für die nächste Entführung, ..

damit sich der ORF-Frauenversteher wieder in Szene setzen kann. Hoffentlich ist das nächste Opfer nicht wieder innerhalb kürzester Zeit so aufg'schwabt wie die K. - des kommt net guat im Buntfernsehen ....

melora
12
24.7.2011, 11:00
Ein Wappler sollte sich einfach mit anderen Dingen beschäftigen.

Atterl
 
07
23.7.2011, 21:46

Flott, flott! Bist narrisch... das flutscht.

Ich sag, die Amis starten die nächsten Mondflüge, bevor die mit dem "Verfahren" fertig sind.

Der Blinde mit dem Seehund
143
23.7.2011, 19:46
Bitte, lasst doch die Kampusch,

endlich in den Tiefen der Medienwelten verschwinden.

The_new_number_2
25
25.7.2011, 12:59

Am liebsten würdest du sie wohl in einen Keller stecken, gell?

NobbyNobbs
019
23.7.2011, 17:08
lese heute 2x justizskandale...

...und 2x pleischl...hm :-)

Oranginella
123
23.7.2011, 19:09
Welche Skandale ? Es wird was untersucht, ok.

Nona kommt jedesmal Pleischl vor, wenn er nun mal der Chef der OStA ist.

Besser als Neukauf
011
23.7.2011, 22:21
Wenn eine OStA

seit längerer Zeit fast permanent derart im Scheinwerferlicht steht, ist dies nicht gerade eine Empfehlung!

Oranginella
40
26.7.2011, 10:01
Geh bitte.

Den medialen Scheinwerfer kann sich jemand aussuchen ? Es gibt nur eine OStA für jeden der 4 Oberlandesgerichtssprengel. Dafür, dass quotenträchtige Verbrechen auf ihrem Zuständigkeitsgebiet stattfinden, kann man die Staatsanwaltschaft nicht wirklich verantwortlich machen.

Besser als Neukauf
04
26.7.2011, 15:27
Pleischl ist aber

als *Beschuldigter* das Ziel von Ermittlungen und hat in Innsbruck unter einem fadenscheinigen Vorwand die Aussage verweigert.

Allein vor seinem Anblick graust es einem!

HerrAbisZ
 
08
23.7.2011, 17:49

Ich hatte auch mit Herrn Pleischl zu tun! Das war mir genauso dubios und ich habe von "Vertuschung" geschrieben an ihn!

Der Savant
124
23.7.2011, 15:53
Der Staatsanwalt fürchtet sich vor Aufzeichnungen?

Das Verdrehen der Tatsachen ist anscheindend Behördenüblich.

Das Amtsgeheimnis dient dem Vertuschen, niemals der Wahrheitsfindung.

Schön langsam glaube ich, wir müssen unter einer Gaunerverwaltung leben.

Laugenbrezel
215
23.7.2011, 15:44
Mit welcher Begründung

wurde die Zeugin nie einvernommen? Das gibt's doch nicht! Ist sie anderweitig als Lügnerin entlarvt worden, oder was? Gerade Kinder können sich an Details oft zu gut erinnern, das sollte man immer ernst nehmen! Problem dabei: wenn man einem Kind lange genug einredet, dass alles nicht so sondern ganz anders war, glauben sie es irgendwann selber. Ich hoffe für Frau Kampusch, dass jetzt endlich das ganze Rätsel gelöst wird, sie war ja selber noch ein Kind. Ich wünsche allen Betroffenen viel Erfolg und alles Gute!

Fu Longer and broader
100
23.7.2011, 22:18
In diesem Fall

hat man eventuell dem damaligen Kind eingeredet, dass da noch einer gewesen sein müsste, und es hat sich das eingebildet... Nein ? Und warum nicht ? Leute, was seid ihr beschränkt und verbohrt. Nicht fähig, mehr als eine Schiene auf einmal zu denken.

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