Neben dem Foto-, Film- und Multimedialehrgang startet an der Medienschule in Wien auch ein Schauspiellehrgang
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, Fuß zu fassen ist keine leichte Übung. Grundlagen des Schauspiels für Theater und Film werden ab Oktober auch an der Medienschule Wien vermittelt. Die zentralen künstlerischen Fächer des zweisemestrigen Lehrgangs sind neben Schauspieltraining, Rollen- und Ensemblearbeit auch Stimmbildung und Sprechtraining.
Ursprünglich wurde lediglich ein Fotolehrgang angeboten, doch die Nachfrage nach ähnlichen Kursen im Medienbereich wuchs ständig, und so entstand vor zwei Jahren die Medienschule Wien, die neben dem Fotolehrgang auch einen Film- und einen Multimedialehrgang anbietet. Mit dem Schauspiellehrgang wurde nun das Angebot um die darstellende Kunst erweitert. Durch die bereits bestehenden Film- und Fotolehrgänge erhalten die Studierenden des Schauspiellehrgangs auch die Möglichkeit, Erfahrungen im Film- und Fotobereich zu sammeln.
Berufsbegleitendes Angebot
Alle Lehrgänge werden berufsbegleitend und in Klassen mit maximal 14 Teilnehmern angeboten, sagt Markus Hippmann, Leiter dieses Medienschulbereichs. Dementsprechend vielfältig ist auch die Teilnehmerstruktur. Ob als Ausgleich zur beruflichen Praxis, als professionelle Weiterbildung oder auch als Vorbereitung für Aufnahmeprüfungen an Hochschulen: Die Motive seien vielfältig, erklärt er. Beim Schauspiellehrgang erwartet er sich daher auch eher jüngere Teilnehmer.
Für die Aufnahme ist die Teilnahme an einem Informationsabend erforderlich. Der nächste findet am 31. August im Schlösslkino in Wien statt. Bei den Infoabenden wird einerseits ein Einblick in den tatsächlichen Schauspielunterricht gegeben. So werden im Rahmen einer praktischen Übung gemeinsam die schauspielerische Wahrnehmung, Spannung und der Rhythmus trainiert. Andererseits gilt es dabei auch eine Improvisationsübung zu lösen.
Beim Training der schauspielerischen Rolle liegt ein besonderes Augenmerk auf der performativen Theaterarbeit. Diese konzentriert sich im Unterschied zu herkömmlichen Schauspielmethoden auf die Zusammenhänge zwischen Körperlichkeit, Räumlichkeit und Zeitlichkeit des Geschehens, wodurch die schauspielerische Empfindsamkeit geschult wird.
Zentraler Ansatzpunkt beim Stimmtraining ist die Wechselwirkung, die Atmung und Sprechen auf der einen sowie Haltung und Bewegung auf der anderen Seite aufeinander ausüben. Neben dem wöchentlichen Schauspielunterricht beinhaltet der Lehrgang zusätzliche Wochenend-Workshops wie Körperarbeit, Kontaktimprovisation und Selfmanagement. Die Kosten für den Schauspiellehrgang betragen pro Semester 1700 Euro. (ost, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.7.2011)