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vergrößern 600x450Auf der Rax.
Foto: Gerda G./www.pixelio.de

Gesamtgehzeit 5¾ Stunden, Höhendifferenz 1000 Meter.
Karl-Ludwig-Haus bis 15. November, Waxriegelhaus durchgehend geöffnet.
ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
Als wahres "Schmuckkasterl" präsentiert sich nun das bekannte und traditionsreiche Karl-Ludwig-Haus am Anstieg vom Preiner Gscheid zur Heukuppe, dem höchsten Punkt der Rax. Die Schutzhütte wurde außen und innen generalsaniert und bildet wieder einen sehr schönen Stützpunkt für viele Touren auf dem beliebten Hausberg im Weichbild der Großstadt.
Das Schutzhaus entstand in den späten 1870er-Jahren auf Anregung des Erzherzogs Carl Ludwig, der auf dem Hochplateau von einem Gewitter überrascht worden war und die Nacht in einer primitiven, ungemütlichen Almhütte zubringen musste. Er trug auch wesentlich zur Finanzierung des Projekts bei.
Liebling der Wiener Bergsteiger und Wanderer
Nun steht es wieder dafür, im Karl-Ludwig-Haus zu übernachten, früh aus den Federn zu kraxeln, um auf der Heukuppe den Sonnenaufgang zu bewundern, was nach Ansicht vieler Autoren ein besonderes Erlebnis darstellt. Allein die Rundsicht vom höchsten Punkt des ausgedehnten Kalkstocks erweist sich als überaus beeindruckend, denn sie reicht an klaren Tagen bis zu den Eisfeldern des Dachsteins.
Weiters zu sehen sind u. a. ein Teil der Sanntaler Alpen in Slowenien, etliche Erhebungen der Karawanken, die östlichsten Gipfel der Niederen Tauern, Gesäuse, Totes Gebirge, natürlich auch Schneeberg, Gippel, Göller, Ötscher, Hochschwab, Veitsch und Schneealpe. Es zeigen sich viele Gipfel der Voralpen, der gesamte Urgesteinszug vom Hochwechsel bis zum Rennfeld, Hochlantsch, ein Teil des Wiener Beckens und ein großer Abschnitt des Mürztales.
"Die Rax ist der Liebling der Wiener Bergsteiger und Wanderer seit eh und je. Sie werten den Berg wie ein Kleinod. Die Jugend als Prüfstein, das Alter als Jungbrunnen", heißt es im Band Wiener Hausberge von Willi End und Hubert Peterka. Was man nur bestätigen kann.
Siebenbrunnenkessel und Schlangenweg
Zum Karl-Ludwig-Haus und zur Heukuppe führen Routen aus allen Himmelsrichtungen, die leichteste und bekannteste ist jene durch den Siebenbrunnenkessel und über den Schlangenweg. Letzterer wurde im Zusammenhang mit der Hüttenrenovierung auf Hochglanz gebracht und ist nun (fast) eine Promenade.
Der Siebenbrunnenkessel und seine Randerhebungen erweisen sich zudem als ein wahrer Garten mit den prächtigsten Alpenblumen: von Schneerosen im Frühjahr über Enziane, Petergstamm, Clusiusprimel, Narzissenblütige Anemone bis zum Pannonischen Enzian und zum wunderschönen, aber hochgiftigen Eisenhut im Herbst reicht die Palette, in der auch das Edelweiß nicht fehlt.
Die Runde ist bei guten Wetterverhältnissen nicht gefährlich, bei Nebel und Sturm sollte man besonders vorsichtig sein. Man braucht auch - schon wegen der Höhendifferenz - eine einigermaßen gute Kondition.
Die Route
Die Route: Vom Preiner Gscheid wandert man - mehrmals die Kehren eines Güterwegs passierend - auf der roten Markierung in den Siebenbrunnenkessel und dann über den Schlangenweg in etwa 2¼ Stunden zum Schutzhaus. Für den Abstecher zum Gipfel und zurück braucht man eine Stunde. Über den Predigtstuhl hinweg gelangt man - rot markiert - zum Waxriegelsteig und folgt diesem hinab bis zum Waxriegelhaus. Gehzeit ab Karl-Ludwig-Haus 1½ Stunden. Weiter in den Siebenbrunnenkesel und auf der Anstiegsroute in einer Stunde zurück zum Preiner Gscheid. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/23.07.2011)
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