Abgas-Erregungsakrobatik

22. Juli 2011, 17:13
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    foto: apa/marcus führer

Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

Schon der deutsche Design-Guru Otl Aicher (1922 bis 1991) widmete der Thematik ein ganzes Buch: Kritik am Auto - Schwierige Verteidigung des Autos gegen seine Anbeter.

Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle. Hätten sich die glühenden Verteidiger des Automobils in den 1980er-Jahren durchgesetzt, gäbe es heute kein Auto mehr. Wir wären an seinen Abgasen erstickt.

Das Auto ist eine so geniale Erfindung, dass es der neurotischen Verehrer gar nicht bedarf, um für Menschen begehrenswert zu erscheinen. Mit den jüngsten Verschärfungen der Abgaslimits ist die Erregungsmaschinerie nun wieder hochgefahren. Weltbilder prallen aufeinander und erhitzen sich.

Scharfe Partikellimits

Die institutionalisierten Autogegner haben entdeckt, dass nun auch für Benzinmotoren scharfe Partikellimits diskutiert werden, und fordern naturgemäß die sofortige Umsetzung neuer Limits. Daraufhin haben Autohersteller und EU-Behörden die Diskussion um den Einführungszeitpunkt beendet und de facto 2014 festgelegt. Das heißt, die regelmäßige Verschärfung von Abgasgrenzwerten ist zum Fixbestandteil der Erfolgsstrategie des Autos geworden.

Selbst das Lieblingsargument der gestrigen Erregungsakrobaten, dass die Autos durch "sinnlose" Verschärfung der Abgaslimits immer teurer würden, verpufft rückstandsfrei. Der letzte Schilling-Preis des billigsten Renault Twingo vor genau zehn Jahren betrug 138.000 Schilling. Heute kostet der billigste Twingo 8290 Euro. Er ist sauberer, sparsamer und das bessere Auto insgesamt. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/22.07.2011) 

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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19 Postings
DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
00
25.7.2011, 08:52
Glauben und Hoffen

Leider gibt es Interessenten von Handel- und Industrie die euch armen unwissenden Konsumenten glauben machen wollen dass alles immer besser wird. Zweifelsohne gibt es gewaltige Fortschritte- aber die Ökonomie zwingt auch dazu Lücken auszunutzen und zu blenden. Intelligente ausgewählte Motore die nur auf Prüfständen sauberer sind, nicht aber in der Praxis - besonders geschulte Testfahrer die bis zu 30% weniger Sprit verbrauchen als die ONUs dann schaffen etc. Und die Wissenschaft sagt dann auch noch dass ein Auto dass sehr aufwändig reinigt mehr Ressourcen bei der Hersrelleung benötigt. Also hört auf zu jammern und macht einen kleinen Schtitt für einen menschen aber einen großen für die Menschheit und versucht Fahrräder praxitauglicher zu ma

Kohlhaas1
12
23.7.2011, 19:11
Vielleicht sollte man im Zusammenhang mit Abgas und Lärmlimits mal ganz intensiv an alle motrisierten Zweiräder denken ?

Warum darf zum Beispiel der Auspuff eines Motorrades in Gesichtshöhe eine Autofahrers montiert sein ?
Warum nicht wie in den 50ern ganz unten ?

Parkschwein
01
24.7.2011, 18:17

weils doch vollkommen wurscht ist! grüße ein autofahrer (im sommer oben ohne)

Kohlhaas1
10
26.7.2011, 12:22
Na sann probier mal mit eine genauso lauten und genauso hoch montierten Auspuff am PKW durch die §57 Untersuchung zu kommen.

Ausserdem sollten auch die Abgaslimits der Autos für die Gasradeln gelten.
UND zumindest das mit der tieferen Montage des Auspuffs geht, wie man an den Krafträdern von Puch in den 50ern unschwer erkennen kann.

Parkschwein
00
26.7.2011, 12:41

laut kein problem -> klappensteuerung.
hoch? pagani z.b.

Kohlhaas1
10
26.7.2011, 19:47
Hoch: so hoch wie die unterm Sattel des Krades herausstehenden Gifttröten.

Das ist Fensterhöhe von Kleinwagen.
Meine Lösung: Zweiradauspuff Oberkante schliesst mit Unterem Rand der hinteren Radnabe ab. Endrohr zeigt zu Fahrbahn.
Sieht zwar ungeil aus aber dafür ist es dort wo auch der Auspuff deines Cabrios ist .... UNTEN.
Ja und den Geruch schlecht verbrannten Benzins wegen des auf Leistung optimierten Motors könnte man damit auch gleich in Bodennähe verbannen.
Dazu noch ein Schalldämpfer der seinen Namen auch verdient und KONTROLLEN viel mehr KONTROLLEN.

(°)(°)
00
28.7.2011, 02:48
Hoher Mopedauspuff kann mich im X5 nicht schrecken.

Und wenn ich den Z4 35i hab müssen die Eisen eh an meinem Auspuff schnuppern und nicht umgekehrt.
:)

grifter
01
28.7.2011, 18:28

Beliebter Irrtum bei Sportwagenfahrern, die ein Verblasen derselben (wenn ich grad kindisch aufgelegt bin beim Mopedfahren) so amüsant machen :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Leis... ngsgewicht

(°)(°)
00
28.7.2011, 19:13

Beliebter Irrtum der Mopedfahrer ist, zu glauben dass man auf zwei Rädern schneller durch die Kurve kommt als auf vier.

grifter
00
28.7.2011, 21:55

Beliebter Irrtum bei Autofahrern, außer es handelt sich um Haarnadelkurven und Spitzkehren, aber da ist ohnehin der Fahrradfahrer der Schnellste von allen Dreien.
Bei "normalen" kurvenreichen Strecken wie meinetwegem dem allseits beliebten Höllental siehts - auch mit Unterstützung aller elektronischen Helferleins - fürs Sportauto meist finster aus :-)

grifter
00
28.7.2011, 22:23

"People need to consider? the fact that IT WAS A WET TRACK and it matters A LOT for the bike."

Aber ich schrieb ja auch "meist", nicht "unter allen Umständen".
Für 99% der Sportwagenfahrer - natürlich nur auf trockener Fahrbahn - reichts aber :-)

Parkschwein
00
27.7.2011, 07:17

wie gesagt, mir ist das wurscht, wenns laut ist und stinkt von den paar motorradln.

Dr. Nick Rivieras
18
23.7.2011, 13:21
Gehts nur mir so oder finden auch andere Leser diesen Artikel eher sinnfrei?

Es sei denn die Kernaussage lautet: "Autos stinken und werden immer billiger."

Solemnly Somnambulating Soliloquist
00
24.7.2011, 20:55
wiesowarum?
11
23.7.2011, 15:15
sie

sind nicht allein...

-blos so-
02
22.7.2011, 23:10
Abgaslimits sind schon okay

die zwingen die Hersteller innovativ zu sein...

wenn die Kisten dann auch noch so leise werden, dass man sie nicht mehr hört - zumindest im Stadtgebiet - dann würd tatsächlich auch die Lebensqualität mal wieder in die Höhe gehen statt runter...

luke skywalker
00
23.7.2011, 10:47
Ja beim Lärm sollte man echt ansetzen

einerseits durch leise Antriebssysteme (E-Antriebe, aber auch Verbrenner können sehr lärmarm betrieben werden).

andererseits durch optimierte Reifen/Straßenbeläge.
Vielleicht auch durch aktive Lärmunterdrückung am Fahrzeug selber (eine Art Lautsprecher die Gegenschall erzeugen,macht man z.B. an sehr lauten Gasturbinen, ...)

Aber wer sollte das vorantreiben ??
Den Autohersteller/Käufer würde das nur Kosten verursachen

Die Umweltschutzverbände sind an einem umweltfreundlichen Verkehr gar nicht interessiert - würde denen doch das Feinbild Nr.1 abhanden kommen.

-blos so-
01
24.7.2011, 13:01
durch europaweite Gesetze

die zwingen die Hersteller in die Entwicklung zu investieren wenn sie weiter spielen wollen...

das schafft Arbeitsplätze und Lebensqualität...

das mit dem Gegenschall wäre generell eine interessante Sache - aber meines Wissens gibt es keine Geräte die das schaffen können...

ich würde mir sofort so ein Teil kaufen, wenn es den Straßenlärm vor meiner Wohnung dämpfen kann...

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