Al-Shabaab-Miliz soll nun doch keine internationale Hilfslieferungen ins Land lassen
Addis Abeba/Mogadischu - Die somalische Al-Shabaab-Miliz will voraussichtlich doch keine Hilfslieferungen an die hungernden Menschen in den von ihnen kontrollierten Gebieten zulassen. Der britische Sender BBC zitierte am Freitag Islamisten der Gruppe mit den Worten, die Berichte der Vereinten Nationen über die Hungersnot in der Region seien "pure Propaganda". Ein Sprecher von Al-Shabaab warf Hilfsorganisationen vor, "politisch" zu agieren.
Die Miliz hatte erst Anfang Juli erklärt, sie werde angesichts der katastrophalen Lage erstmals seit zwei Jahren wieder internationale Organisationen in Südsomalia zulassen - "ob muslimisch oder nicht-muslimisch", wie es hieß.
Verbindungen zu Al-Kaida
Die 1998 gegründete Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und will am Horn von Afrika einen islamischen Staat errichten. In der Vergangenheit hatten die Rebellen immer wieder Hilfsgüter zerstört, geplündert oder weiter veräußert und unter anderem "Sicherheitsgebühren" von UN-Organisationen gefordert. (APA)