Nachwuchs kann bei den Höchstleistungen der ausgewachsenen Polarbären kaum mithalten
Ottawa/Wien - Das zurückgehende Polareis fordert von Eisbären
Höchstleistungen im Dauerschwimmen. Während ausgewachsene Tiere damit noch zurecht kommen mögen, stellt dies für für Jungtiere eine große Gefahr dar. Laut einer Studie
des WWF sowie amerikanischen Biologen müssen die Tiere immer längere Distanzen
zurücklegen, um von einem stabilen Eis oder Land zum nächsten zu gelangen. Der
Nachwuchs ermüdet und kühlt rascher aus, wodurch die Kleinen leichter ertrinken
und sich die Sterblichkeitsrate erhöht.
Fast die Hälfte der jungen Eisbären, die aufgrund des Klimawandels weite
Strecken schwimmend zurücklegen mussten, sind gestorben, so der WWF am
Donnerstag in einer Aussendung über das Ergebnis der von 2004 bis 2009
durchgeführten Studie. Die Wissenschafter brachten dabei 68 Peilsender an
weiblichen Polarbären in der südlichen Beaufort- und der Tschuktschensee an und
kombinierten die Schwimmrouten mit Satellitenbildern des schmelzenden
Polareises.
Mortalitätsrate von
45 Prozent
So konnten sie feststellen, welche Bären mehr als 48,3 Kilometer (30 Meilen)
schwammen. 20 Bärinnen legten in den sechs Jahren mehr als 50 Mal solche
Strecken zurück. In knapp 13 Tagen brachte ein Bär sogar 686 Kilometer (426
Meilen) hinter sich. Elf Bärinnen hatten Junge dabei, fünf von ihnen verloren
den Nachwuchs beim Schwimmen. Das entspricht laut WWF einer Mortalitätsrate von
45 Prozent. Bei den Bären, die nicht so weit schwammen, lag die Sterblichkeit
bei 18 Prozent.
Die vom Aussterben bedrohten Eisbären können wie Menschen ihre Nasenlöcher
während des Schwimmens nicht schließen und drohen bei rauer See zu ertrinken.
Das arktische Eis erreichte laut WWF im Juli einen Rekordrückgang, sein Volumen
entspricht im Vergleich zu 1979 nur mehr 47 Prozent. (red/APA)