Germanist für Änderung

Hymnenstreit: Und was sagt die Liedforschung?

Kommentar der anderen | 21. Juli 2011, 18:43
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    foto: apa/arzt

    Germanisten-Votum für Aktualisierung der "Volkshyme" von Herbert Zeman.

In Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen ist auch der Text einer "Volkshymne" zu verändern

Die Ansprüche, die man an den Text einer Volkshymne stellt, sind mannigfaltig und dementsprechend auch schwer zu erfüllen:

Vergangenheit und Gegenwart, Wesen und gesellschaftspolitische Strukturiertheit eines Volkes (einer Nation), ideelle Ziele und weltanschauliche Gemeinsamkeiten, landschaftliche Gegebenheiten und der vielfältige Charakter der Bewohner eines Alpenlandes oder einer Tiefebene, d.h. die Topografie eines Landes, können Elemente eines solchen Textes sein.

Solchen Überlegungen entsprechend änderte man die ersten vier Zeilen der ursprünglichen Preradovic'schen Textfassung und ersetzte vor allem die Substantiva durch eine stattliche Häufung von Adjektiven.

Zu solchen Elementen der literarischen Gestaltung können noch die Auffassungen von der Sendung des Menschen in dieser Welt, von Fragen menschlichen Zusammenlebens bis hin zu religiösen oder rein humanitären Überzeugungen treten.

Wenn nun in Zeiten deutlich merkbarer gesellschaftlicher und ideeller Veränderungen, der Entwicklung eines neuen Menschen- und Geschlechterbildes, neue Perspektiven des Daseins ausgesprochen sein wollen, wird auch der Text einer "Volkshymne" an aktuellen Maßstäben zu messen und allenfalls auch zu verändern sein.

Das ist denn auch schon zu Zeiten der Donaumonarchie mit der alten Kaiserhymne der Brauch gewesen und in den Wegen und Irrwegen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erst recht geschehen. Das gegenwärtige Zeitalter, das sehr grundsätzlich in bestimmten Weltregionen an die Beziehung von Mann und Frau rührt, bringt auch diesbezügliche gedankliche und sprachliche Veränderungen mit sich, deren Reflex man wohl auch in einer "Volkshymne" wahrnehmen möchte.

Man wird aber anlässlich eines solchen Unterfangens natürlich das Kind nicht mit dem Bade ausschütten wollen und gerne bedenken, dass beispielsweise Friedrich Schiller sexuell nicht zu klassifizieren brauchte, um mit dem Wort "Brüder" alle Menschen - "alle Menschen werden Brüder" - zu meinen, und dass ein schöner, ehrwürdiger und nicht zu verändernder Sprachgebrauch seit Jahrhunderten etwa in den Begriffen "Vaterland" und "Muttersprache" dokumentiert ist. (Kommentar der anderen, Herbert Zeman, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.7.2011)

HERBERT ZEMAN, emeritierter Professor für Germanistik an der Universität Wien und Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft, gilt als Begründer der literaturwissenschaftlichen Lied- und Librettoforschung und hat an der Demo-Produktion zur Propagierung der Hymne neu - mit Kammersängerin Ildiko Raimondi - beratend mitgewirkt; das Bild-Video mit der Varianten-Einspielung der Bundeshymne finden Sie hier.

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Posting 1 bis 25 von 61
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René Herndl
20
22.7.2011, 16:35
Diese Debatte um eine ...

... femininisierte Hymne ist schlicht lächerlich und unverständlich. Siehe Schiller. Genauso, wie die "Gleichbehandlung" schon absurde Züge annimmt, die mit der angestrebten Gleichberechtigung der Geschlechter nichts mehr zu tun haben. Statt diese oberflächlichen Debatten zu führen wäre es wesentlich sinnvoller, die Basis der Ungleichbehandlung, die in unseren "christlichen" Wurzeln liegen zu beseitigen und endlich den die Ungleichheit predigenden Religionen den Kampf anzusagen!

schmuela rosenkleid
00
Also...

ich glaub da hat der Fendrich auch noch ein Wörtchen mitzureden!...

;-)

Magic Wand
 
01
22.7.2011, 15:13

also, mir gehen ja diese ewigen Hymen - Debatten schon seit dem Ende meiner Pupertät auf die Neven ...

oder verwechsel' ich da was ?

Hurrrrzn!
00
22.7.2011, 14:23
Kurz und bündig: SO ist's recht!

http://www.youtube.com/watch?v=1... re=related

Zweitgeist
01
22.7.2011, 14:22

danke, dass auch dem liedforschungsmilieu gelegenheit gegeben wurde, einen beitrag zu diesem thema zu leisten. man lässt es eh viel zu selten zu wort kommen.

Radiolar
03
22.7.2011, 14:03
Die Bundes-Hymne ist sowieso eine Schmalzlocke.

Das Geschwafel gehört neu geschrieben. Desgleichen die Europahymne. Die hat schon Sowinetz gereizt.

Radiolar
00
22.7.2011, 14:07

BdsH: die Musik ist auch ziemlich schwerfällig. Da kann man ja gleichzeitig einen Kafee trinken dabei.

Onkel Tom
00
22.7.2011, 13:57

Ach, der Zeman, der eitle Geck und Sängerknabe, einer der unbrauchbarsten Germanisten, aber jetzt hat er ja seine Opernsängerin...

Ausgeflippter Lodenfreak
11
22.7.2011, 13:31

Österreich ist ja nicht das einzige Land mit einer Hymne. Allen Töchtersöhnen-Fans rate ich, sich einmal anzuschauen, was Inhalt der Hymnen anderer Länder ist und wann und warum sie gewechselt oder geändert wurden.

theWatcher14
01
22.7.2011, 14:12
Lodinger

Warum sollte das wen interessieren?

Sandkistenmässig etwa: Du, da Willi hat ein rotes Schauferl und ich nicht.

Gehts eh noch?

Pierre d´Aubusson
02
22.7.2011, 12:27
Und was spricht gegen

http://de.wikipedia.org/wiki/Sei_... _ohne_Ende

Das war (vermutlich im Zuge der Änderung des BVG) ab 1929 die österreichische Hymne.
Was spricht dagegen, sie wieder zu verwenden?

twertwert
00
23.7.2011, 13:21

finde ich peinlich :(

Herzerzog Johann
00
22.7.2011, 13:51

Kernstock

Pierre d´Aubusson
00
22.7.2011, 16:28

Ach ja, weil mir der Nick erst jetzt auffällt: Steirer?

Die Kernstock-Debatte ist mir nicht fremd und schon begonnen:
http://derstandard.at/130274530... htaussicht

Das eigentlich wichtigste Argument: es gab ihn, Teil unserer Kultur, ....
Und davon kann ich mich eben nicht distanzieren.

Pierre d´Aubusson
00
22.7.2011, 16:15

Den kann man nichteinmal mehr fragen, weil der schon zum Zeitpunkt der Einführung dieser Hymne tot war.

Josef Dvorak
00
22.7.2011, 11:45
Ich fordere gleiches Unrecht auch für Friedrich Schiller!

Warum sollte er vom Genderstreit ausgenommen werden - weil seine Texte so viel hehrer sind als die von anderen Dichtern?

Laandaks
01
22.7.2011, 11:03
"änderte man die ersten vier Zeilen der ursprünglichen Preradovic'schen Textfassung und ersetzte vor allem die Substantiva durch eine stattliche Häufung von Adjektiven..."

...

Wovon (bzw. von was...) reden Herr Professor?

Zum Vergleichen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeshymne

- Dort ist sowohl Preradovicens Ur-Fassung als auch die staatlicherseits geänderte und noch offiziell ungegenderte Fassung zu finden: Gehe zu "Text der Bundeshymne"...

Da fällt mir nur mehr Lolita selig ein:

Zeman, laß das Träumen...

...

Silvio Lackner
00
22.7.2011, 10:40
Von nun an:

Hymen auch für Männer!

xxx Siebengscheit xxx
10
22.7.2011, 10:10
Lasst mich auch mal rein!

Immer nur die Männer. Die Frauen werden viel zu wenig beachtet. Man sollte nicht bei den Artikeln sagen "der, die, das", sondern "die, der, das". In der Hymne sollte es nicht heißen "Land der H.ä.m.m.e.r zukunftsreich", sondern "Land der H.ä.m.m.e.r und H.ä.m.m.e.r.i.n.n.e.n zukunftsreich". Beim derStandard wird Zensur groß geschrieben. Da dürften viele Leute sitzen, die sich alles haarklein anschauen. Da braucht es viel Geduld um mit einem Posting hineinzukommen.

Die EU ist voll super!
01
22.7.2011, 10:06

Wir wollen diese Hymne (jetzt) nicht mehr. Machen wir eine neue, schwungvolle ohne Genderquatsch!

Stuff
00
22.7.2011, 09:45
Volkshymne

Volkkoffer!

xxx Siebengscheit xxx
20
22.7.2011, 09:39
Zu wenig Weiblichkeit in der Hymne

In der Hymne ist zu wenig Weiblichkeit. Um das zu ändern wäre der Text " Land der Hämmer zukunftsreich" abzuändern auf " Land der Hämmer und Hämmerinnen zukunftsreich".

Ratingagent
00
22.7.2011, 09:24
Vorschlag für eine Hymne

http://www.youtube.com/watch?v=k00Zrc2iXUM

(inoffizielle Hippihymne)

Und jedem seine eigene Busspur
01
22.7.2011, 09:19
... alle Menschinnen werden Schwestern ....

Stuff
00
22.7.2011, 09:46
Das heisst cashblack, cashblack!

SchwestInnen!

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