Ärzte ohne Grenzen

"Hunger zerstört den ganzen Körper"

21. Juli 2011, 18:22
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    foto: apa

    Ostafrika trifft die schlimmste Dürre seit 60 Jahren.

Immer mehr fliehen vor Dürre am Horn von Afrika - Uno beruft Krisentreffen ein

Nairobi - Sie haben kein Fleisch auf den Knochen, können sich nicht mehr bewegen, und jede Infektion kann sie umbringen, weil ihr Immunsystem nicht mehr funktioniert: "Hunger ist eine Krankheit, die den ganzen Körper zerstört", erklärt Gedi Mohamed, Leiter eines Spitals der Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia, im Standard-Gespräch. Seit 18 Monaten ist er bereits im Lager - "so etwas habe ich aber noch nie gesehen", sagt er.

Kenia, Äthiopien und Somalia erleben derzeit die schlimmste Dürre seit 60 Jahren, elf Millionen Menschen sind laut Uno vom Hunger bedroht. Wer noch gehen kann, flieht aus den betroffenen Regionen - etwa ins Lager von Dadaab.

Seit April kommen immer mehr unterernährte Menschen in Mohameds Klinik. Seine Abteilung für Hungerpatienten ist ausgelegt für 20 Patienten, 130 sind derzeit dort untergebracht. "Die anderen Kranken müssen sich ihr Essen mit den Neuankommenden teilen. Das bringt auch sie in Gefahr", sagt er. 

Langsam wird der Platz knapp

Es sind vor allem Frauen und Kinder, die neu im Lager ankommen. Die Männer bleiben meist mit dem letzten verbliebenen Vieh zurück und schicken ihre Familie fort. Langsam wird der Platz knapp - nicht nur in Mohameds Klinik, sondern im ganzen Lager.

Die kenianische Regierung hat daher zugesagt, ein neues Lager für 80.000 Menschen zu eröffnen. Bisher fehlt es aber noch an der Ausstattung, etwa an Sanitäranlagen. "Die Menschen hier brauchen alles - Essen, Wasser, Kleidung, das Allernötigste", sagt Mohamed.

Für kommenden Montag hat die Uno in Rom ein Krisentreffen einberufen, um die Mitgliedsstaaten um Geld zu bitten. Die britische NGO Oxfam beschuldigte die EU, die Krise zu ignorieren: 800 Millionen Euro Notfallhilfe würden fehlen. (tob, DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2011)

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smeexseus ...
 
02
23.7.2011, 00:29

wie können menschen auf so ein natürliches und immer wiederkehrendes phänomen so derartig unvorbereitet sein?

thinkonyourfeet
00
25.7.2011, 06:00
@smeexseus Ihre Frage ist berechtigt.

Und das in einem Land wie Äthiopien, das alle Voraussetzungen für einen Nahrungsmittelüberschuss hätte. Die könnten in guten Jahren halb Ostafrika versorgen. Aber es lohnt sich nicht, weil die Hilfsorganisationen mit ihrem Gratisangebot an Almosen den Markt zerstört haben.
Über Jahrzehnte hinweg.
Dadurch machen sich die Organisationen wie Care, Caritas, usw. unentbehrlich...

der erleuchtete
30
22.7.2011, 16:12
alles plumpe propaganda-lügen

um dort einmarschieren zu können.

Chien de Pique
03
22.7.2011, 20:14

Um in Somalia einmarschieren zu können, bräuchte es wahrlich keinen künstlichen Vorwand - Piraten, Al Kaida-Basis, sonstige Extremisten, hilflose Zentralregierung ...
Nur tut sich diese undankbare Aufgabe trotz hundert guten Gründen niemand an, so erfreulich es für die Welt wahrscheinlich auch wäre.

an kog
01
22.7.2011, 17:58

Alles was man Ihnenals angemessene Antwort schreiben könnte, widerspricht der Forenregel, dass Beschimpfungen nicht erlaubt sind.

soupi
12
22.7.2011, 15:39
Mir kommt auch vor...

...das Europa diese Krise nicht ernst genug nimmt. Österreich wirft läppische 500.000 Euros in den Spendentopf nachdem das Aussenministerium eine "großzügige Summe" angekündigt hat.
Auch die Medien gehen nur unzureichend auf das Thema ein. Ich verfolge die Geschehnisse aktiv schon seit Wochen und bin entsetzt wie wenig von Seiten der Medien über diese "grösste humanitäre Krise seit Jahrzehnten" die 11 Millionen Menschen betrifft berichtet wird. Die meisten meiner Freunde die ich darauf anspreche habe gar keine Ahnung über das Ausmass dieser Katastrophe. Wie soll jemand helfen der nichts davon weiß?
Es ist inakzeptabel daß irgendwo auf der Welt Menschen verhungern müssen. Hilfe ist grundsätzlich nur eine Frage der Finanzierung und in dem Fal

thinkonyourfeet
23
22.7.2011, 14:49
Das einzige erprobte Mittel gegen die Armut

ist die freie Marktwirtschaft.
Beispiel Indien.
Indien ist eines der reichsten Länder und war einst eines der allerärmsten...

emma goldman
02
24.7.2011, 02:37

in indien leben in absoluten zahlen mehr leute in totaler armut als am afrikanischen kontinent.

coldpiece
01
22.7.2011, 15:49

ja, ganz bestimmt. in Indien gibt´s keine armut! nur weil man im urlaub mal das Taj-Mahal besucht hat, heißt das noch lange nicht, daß man weiß, wie es der indischen landbevölkerung geht. slums sind ja auch nur ein böses gerücht... aber im prinzip ein guter plan: schicken wir einfach noch ein paar mehr konzerne nach afrika, dann geht´s den menschen dort bestimmt gleich viel besser!

thinkonyourfeet
00
24.7.2011, 21:01
Natürlich sind nicht alle Inder reich.

Aber Indien gilt als Wirtschaftwunderland mit boomenden Märkten und einer rasch wachsenden Mittelschicht. Immer mehr Inder können sich einen gewissen Wohlstand leisten.
Wäre es nicht schön, wenn man soetwas in zwanzig Jahren auch von Somalia oder Äthiopien sagen könnte?
Das Cliché der armen Inder aus den Slums stimmt leider immer noch, aber nur noch für eine Minderheit...

Wicked Vienna
01
22.7.2011, 15:25

Indien ist vielleicht ein Land der (neu)Reichen....

Scrutinizor
01
22.7.2011, 14:12
Spendet wieder nur der Westen?

Ich habe gerade Al Jazeera durchsucht.
http://www.google.com/search?hl... azeera.net und keine einzige Seite mit Spendenaufrufen gefunden.

Ich würde erwarten, dass auch ein paar Petrodollars für Somalia gehen. Weiß irgendwer, ob die islamische Welt Solidarität zeigt?

P.S. Ich spende per quartalsweiser Einzugsermächtigung an MSF und AI.

smeexseus ...
 
00
23.7.2011, 00:38

schau mal auf http://www.islamicrelief.de/

oder zitat roteskreuz
""Ein erster Schritt der humanitären Hilfe ist die Ausweitung der Ernährungsprogramme und der medizinischen Hilfe durch das IKRK und den Somalischen Roten Halbmond""

deine fragen lassen tief blicken ..

Scrutinizor
00
25.7.2011, 08:51
...tief blicken

...lassen tief blicken
...in meine Erwartungshaltung, dass alle, die genug haben, mit den Ärmsten teilen,
... in meine Hoffnung, dass Schiiten und Sunniten ihre Differenzen angesichts der Katastrophe vergessen, und einfach helfen.

klouda
20
22.7.2011, 13:46
all inclusive

Und jetzt stellen Sie sich die all inclusiv Ferienclubs, Hotels in Kenia am Strand vor. Das Gleiches in der Dominikanischen Rep.- Haiti ist auf der gleichen Insel.
Mann kann kein all incl. mit guten Gewissen buchen!

sociovation
21
22.7.2011, 10:51
Lächerliche 8 Milliarden Euro

braucht es, und das Ärgste ist einmal eingedämmt.
Es ist eine Riesensauerei, dass dieses Geld nicht innerhalb einer Woche aufgestellt werden kann.

R.M. S.
22
22.7.2011, 11:43

Wie hoch darf man Ihre steuern erhöhen um den Betrag aufzubringen?

Auf wieviel können sie verzichten, €100, €200, €300 im monat?

Auch wenn es hart klingt, aber das ich meiner Familie ein Dach über den Kopf und Essen auf den Tisch bringen kann ist mir wichtiger als die Menschen in Afrika.

Wenn sie Spenden wollen und können dann finde ich es gut - aber nicht jeder hat was zum verschenken.

Grisu der kleine Drache
02
22.7.2011, 12:52

In den reichen Ländern lebt 1 Mrd. Menschen. Hier geht es also um 8 €/Kopf, nicht um 300€ monatlich.

Oder anders: Es geht darum, wenigen Millionen Menschen billigste Nahrungsmittel (Getreide, Gemüse ... - keine Trüffel oder Kaviar) zu schenken, damit sie nicht verhungern oder massive Gesundheitsschäden davontragen. Und das soll für unzumutbar teuer sein?!?

Wicked Vienna
00
22.7.2011, 15:24

Danke !

Thud!
24
22.7.2011, 10:44

Falls sie für Somalia spenden wollen empfehle ich:

Ärzte ohne Grenzen
http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/

Und das Intenationale Komitee vom Roten Kreuz http://www.icrc.org/eng/donat... /index.jsp

Bei beiden Organisationen ist Neutralität gegeben, und die Spenden versickern nicht in dubiosen Kanälen.

sociovation
32
22.7.2011, 11:43
Keine dubiosen Kanäle beim Roten Kreuz?

Sie glauben offenbar noch ans Christkind...

Thud!
21
22.7.2011, 11:53

Beim Internationalen Komitee nicht, nein.

General Cornwell
35
22.7.2011, 09:56
Die Marktwirtschaft ist das einzige, das

dauerhaft Hunger bekämpfen kann.

Siehe Deutschland nach dem Weltkrieg, siehe Osteuropa, siehe China, siehe Brasilien.

Wicked Vienna
00
22.7.2011, 15:23

Autsch

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