Correa wurde in "El Universo" als "Diktator" bezeichnet
Quito - Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat
einen von ihm angestrengten Verleumdungsprozess gegen vier
Journalisten gewonnen. Ein Gericht in der Stadt Guayaquil verurteilte
am Mittwoch drei Leitungsmitglieder und einen früheren Leitartikler
der auflagenstarken Zeitung "El Universo" zu jeweils drei Jahren
Haft. Außerdem müssen sie umgerechnet 21 Millionen Euro, die Zeitung
weitere sieben Millionen Euro zahlen. Correa hatte im März Klage
gegen das Blatt eingereicht, nachdem er in einem Leitartikel als
"Diktator" bezeichnet worden war und ihm "Verbrechen gegen die
Menschlichkeit" vorgeworfen worden waren.
Der Artikel bezog sich auf einen vom linksgerichteten
Präsidenten
im September 2010 angeordneten Angriff auf ein Krankenhaus in der
Hauptstadt Quito. Er war dort von meuternden Polizisten, die gegen
Gehaltskürzungen demonstrierten, stundenlang festgehalten worden, bis
ihn regierungstreue Soldatren befreiten. Bei dem von Correa als
"Putschversuch" bezeichneten Vorfall waren in der Nähe des Gebäudes
fünf Menschen getötet worden.
Correa regiert Ecuador seit Jänner 2007. Bei Neuwahlen 2009
wurde
der Sozialist für vier Jahre wiedergewählt. Die politische Lage in
dem 14-Millionen-Einwohner-Land ist seit langem instabil. In den
vergangenen 13 Jahren wurde Ecuador von acht verschiedenen
Präsidenten regiert. (APA)