Präsident gewinnt Verleumdungsprozess gegen Journalisten

21. Juli 2011, 17:59

Correa wurde in "El Universo" als "Diktator" bezeichnet

Quito - Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat einen von ihm angestrengten Verleumdungsprozess gegen vier Journalisten gewonnen. Ein Gericht in der Stadt Guayaquil verurteilte am Mittwoch drei Leitungsmitglieder und einen früheren Leitartikler der auflagenstarken Zeitung "El Universo" zu jeweils drei Jahren Haft. Außerdem müssen sie umgerechnet 21 Millionen Euro, die Zeitung weitere sieben Millionen Euro zahlen. Correa hatte im März Klage gegen das Blatt eingereicht, nachdem er in einem Leitartikel als "Diktator" bezeichnet worden war und ihm "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen worden waren.

Der Artikel bezog sich auf einen vom linksgerichteten Präsidenten im September 2010 angeordneten Angriff auf ein Krankenhaus in der Hauptstadt Quito. Er war dort von meuternden Polizisten, die gegen Gehaltskürzungen demonstrierten, stundenlang festgehalten worden, bis ihn regierungstreue Soldatren befreiten. Bei dem von Correa als "Putschversuch" bezeichneten Vorfall waren in der Nähe des Gebäudes fünf Menschen getötet worden.

Correa regiert Ecuador seit Jänner 2007. Bei Neuwahlen 2009 wurde der Sozialist für vier Jahre wiedergewählt. Die politische Lage in dem 14-Millionen-Einwohner-Land ist seit langem instabil. In den vergangenen 13 Jahren wurde Ecuador von acht verschiedenen Präsidenten regiert. (APA)

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