Hacker-Gruppe Anonymous: Wir haben die NATO gehackt

21. Juli 2011, 16:06
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Vertrauliche NATO-Dokumente im Netz aufgetaucht - mögliche Rache für NATOs Drohung, die Gruppe zu "infiltrieren"

Am Donnerstag um 14 Uhr (MEZ) schickte die Hackertruppe Anonymous über ihren Twitter-Account eine Nachricht ins Netz, wonach sie auf einem GB großen Datendokument der NATO sitzen. "Das meiste davon können wir nicht veröffentlichen, das wäre verantwortungslos. Aber Oh, NATO...", so der Tweet.

NATO-Restricted-PDF

Fünf Minuten später folgte ein Tweet mit Verlinkung auf ein PDF-Hostingportal, auf dem ein Restricted-Dokument der NATO aus dem Jahr 2007 zu finden ist. Das veröffentlichte Memorandum beinhaltet Informationen zur Hilfeleistung bei der Ausgliederung der Balkanstaaten. Der Angriff auf ein internationales Organ folgt einer Reihe von Denial-of-Service-Attacken durch Anonymous und LulzSec, die bereits das Netzwerk des US-Senat und die offizielle Internetseite der CIA geknackt haben.

"Infiltriert" und "verfolgt"

Bereits im Juni hatte Anonymous der NATO angedroht, "sich nicht mit ihnen anzulegen". Vorausgegangen war diesen Drohungen ein Bericht der NATO, wonach sich mit verstärkten Cyberattacken auch die Maßnahmen gegen die Aktivistengruppe verschärfen sollte. Damit erhöhe sich demzufolge die Wahrscheinlichkeit, dass die Gruppe "infiltriert und die Kriminellen verfolgt" werden - der Webstandard berichtete.

"Inakzeptables Chaos"

Ein weiterer Tweet ließ nicht lange auf sich warten. Gemeinsam mit LulzSec veröffentlichte Anonymous ein Statement und richtete sich dabei direkt an das FBI. Einem npr-Bericht zufolge möchte das FBI der Hackergruppe "eine Nachricht zu schicken, dass dieses Chaos im Internet inakzeptabel ist". Was sie wiederum nicht akzeptieren wollen, äußern die Aktivisten in ihrem Statement, sind "Regierungen, die ihre Bürger anlügen und Angst und Terror verbreiten, um sie unter Kontrolle zu haben und sie Stück für Stück ihrer Freiheit zu berauben." 

Man habe keine Angst mehr und verfolge weiterhin die "Mission, diesen Menschen zu helfen" und nichts könne sie davon abhalten. Die NATO hat sich noch nicht dazu geäußert. (ez, derStandard.at, 21. Juli 2011)

  • Erneuter Schlag gegen eine internationale Behörde.
    foto: screenshot

    Erneuter Schlag gegen eine internationale Behörde.

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