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Das Salzburg Museum hat die Arbeiten Helene von Taussigs bereits 2002 gezeigt.
Salzburg - Jahrzehntelang lagerte der Restbestand des Schaffens von Helene von Taussig unbeachtet im Keller des Salzburger Künstlerhauses. Vor etwa 20 Jahren übergab Wilhelm Kaufmann die 19 Ölgemälde dem Salzburger Museum. Nun werden die Kunstwerke an die Verwandten der Malerin übergeben. Zuvor können zwei Wochen lang alle Gemälde noch einmal im Panorama Museum besichtigt werden.
Die gebürtige Wienerin Helene von Taussig wurde 1940 aus Salzburg vertrieben und 1942 im Konzentrationslager Izbica ermordet. Ein Teil ihrer Kunstwerke kam, vermutlich als man sie aus Salzburg vertrieb, ins Salzburger Künstlerhaus. Seit die Gemälde im Besitz des Salzburg Museums sind, wurden sie restauriert und ausstellungsfähig gemacht. Frühere Kontakte des Museums zu den erbberechtigten Nachkommen blieben ergebnislos. Erst die Großnichte der Künstlerin zeigte Interesse an den Gemälden der Großtante und leitete ein Restitutionsverfahren ein, dem zugestimmt wurde. Die Verwandten von Taussig leben mittlerweile weltweit verstreut. Die Erbberechtigung ist rechtlich aber eindeutig.
Es wurde ein Testament der Künstlerin gefunden, in dem sie ihren gesamten Besitz an ihre beiden Nichten, die bereits verstorben sind, vermacht. Die Erbberechtigten müssen sich nun nach bundesgesetzlichen Vorschriften einigen, wer die Gemälde übernimmt. Etwa 70 Verwandte aus der ganzen Welt werden einander am Samstag in Salzburg treffen und die Ausstellung der 19 Bilder im Panorama Museum besuchen.
Aktive Provenienzforschung
Der Restitutionsfall Helene von Taussig soll aber nicht der einzige des Salzburg Museums bleiben. In den nächsten zwei Jahren soll aktive Provenienzforschung betrieben werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche arisierte Kunstwerke an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Allerdings war nicht der gesamte Bestand auffindbar. Bisher wurden Bilder nur im Zuge eines Restitutionsantrags zurückgegeben, nun durchforstet das Salzburg Museum selbst die Bestände nach bedenklichen Werken. Für das Forschungsprojekt wurde die anerkannte Expertin Susanne Rolinek engagiert, die sich in den letzten sieben Jahren mit der Provenienzforschung im Museum der Moderne befasste. (Stefanie Ruep / DER STANDARD, Printausgabe, 22.7.2011)
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