Arzneimittel

Die Wahrheit über Antibiotika

21. Juli 2011, 12:56
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    foto: apa

    Vor 80 Jahren entdeckte der Bakteriologe Alexander Fleming  Penizillin - und damit das erste Antibiotikum.

Antibiotika sind potente Medikamente und wesentlich besser als ihr Ruf

Regensburg - „Alles, bloß keine Antibiotika." Diesen Satz bekommen Ärzte oft zu hören, wenn sie Patienten Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen verschreiben. Bei vielen Menschen herrschen weitgehend unbegründete Vorurteile gegen diese Medikamente, meldet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt.

Antibakteriellen Wirkstoffe sind keine Erfindung des Menschen, sondern werden von Pflanzen, Pilzen und Bakterien selbst hergestellt. Durch Zufall entdeckt der Mediziner Alexander Fleming 1928 in einem Laborversuch bakterienabtötende Wirkung eines Stoffwechselproduktes des Schimmelpilzes Penicillinum notatum und legte damit den Grundstein zur Bekämpfung vieler gefährlicher Krankheiten.

Penicillin gibt es auch heute noch - und viele abgewandelte Formen, die im Kampf gegen die mutierenden Infektionserreger entwickelt wurden. Mittlerweile stehen auch eine Reihe anderer Antibiotika zur Verfügung. Nach ihrem chemischen Aufbau sind sie in verschiedene Klassen unterteilt. Jedes Antibiotikum besitzt sein eigenes Wirkungsspektrum, daher ist der gezielte Einsatz Voraussetzung für den Therapieerfolg.

Irrtümer rund um Antibiotika:

1. Antibiotika sind besonders gefährlich.

Antibiotika sind nicht mehr oder weniger gefährlich als viele andere Medikamente. Im Allgemeinen sind sie gut verträglich und nebenwirkungsarm. Primär machen sie eine schnelle und wirkungsvolle Behandlung bakterieller Infektionen möglich. 

2. Antibiotika zerstören die Darmflora.

Die Darmflora wird unter Antibiotikaherapie tatsächlich beeinflusst, indem sie verschieden Darmkeime vorübergehend verdrängt. Damit kann eine Veränderung der Stuhlkonsistenz einher gehen. Bei abgeschlossener Behandlung baut der Organismus die ursprüngliche Darmflora jedoch in aller Regel wieder auf.

3. Antibiotika sollte man absetzen, sobald es wieder besser geht.

Antibiotika sollten nur in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Die Symptomfreiheit ist kein Hinweis darauf, dass die bakterielle Infektion völlig abgeklungen ist, daher kann ein frühzeitiges Absetzen der Therapie zu einem Rückfall führen. Außerdem kann es die Entwicklung von Resistenzen fördern.

4. Antibiotika schädigen das Immunsystem.

Das ist falsch. Im Gegenteil, Antibiotika, die das Wachstum bakterieller Erreger eindämmen, helfen dem Immunsystem, die Infektion zu bekämpfen. Insbesondere bei älteren Personen oder vorausgegangenen Infektionen dienen Antibiotika als Unterstützung für das geschwächte menschliches Immunsystem.

5. Antibiotika kann man aufheben und bei Bedarf wieder verwenden. 

Ein gefährlicher Irrtum. Antibiotika sind zur Selbstmedikation nicht bestimmt. Nur ein Arzt kann beurteilen, ob ein Antibiotikum benötigt wird und welches Präparat für den jeweiligen Krankheitserreger geeignet ist. Angebrochene Packungen werden von Apotheken entsorgt.

6. Antibiotika werden zu früh verordnet. 

Experten sehen den Gesamtverbrauch an Antibiotika weltweit kritisch. Im internationalen Vergleich weist Österreich einen niedrigen Verbrauch auf, die Resistenzlage ist daher hierzulande relativ günstig. Bestimmte Substanzen, wie Fluorchinolone und Oral-Cephalosporine der dritten Generation, werden jedoch zu häufig eingesetzt. Experten fordern den kritischen Einsatz dieser potenten Medikamente. (red)

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12 Postings
krokokater
 
30
23.7.2011, 21:59
In dem Buch "Zukunftsmacher"

einer Sammlung von Aufsätzen junger Forscher fand sich in einem Beitrag über Gehirnforschung der lapidare Satz, dass es seit über 50 Jahren bekannt ist, dass Antiobiotika in geringen Dosen den Gedächtnisverlust beschleunigen. Und zu den geringen Dosen kommt man recht einfach über die Ernährung (Massentierhaltung u. a. auch von Fisch, Obst - Behandlung von Obstbäumen mit Antibiotika) Weiß da einer der Forum - Experten darüber mehr?

hirn mit zwei eiern
00
22.11.2011, 14:47

selbstbefriedigung führt ja auch zu rückenmarkschwund.

DARÜBER SOLLTEST MAL NACHDENKEN!

Got Your Noes!
00
28.7.2011, 20:24

in ihrer spucke sind auch antibiotika.

. Diogenes
00
27.7.2011, 13:47
Das ist ähh...

was wollte ich jetzt sagen?

birka
00
27.7.2011, 10:08

Man kann nicht alle Antibiotika über einen Kamm scheren, schließlich haben die unterschiedlichste Wirkmechanismen. Außerdem waren vor 50 Jahren viele der heute benutzten Antibiotika noch nicht mal in der Entwicklung!

Bonair
00
24.7.2011, 10:56
dass Antiobiotika in geringen Dosen den Gedächtnisverlust beschleunigen

Das würde ich eher Benzodiazepinen zutrauen.

Aber was meinen Sie mit "den Gedächtnisverlust beschleunigen"? Ist ein Gedächtnisverlust für Sie ein physiologischer Vorgang?

Was die Behandlung mit Antibiotika bei Lebensmitteln angeht: Obst waschen, Fleisch braten.
Außerdem müssten Sie zwecks konsequenter Meidung viele Speisen von Ihrem Speiseplan streichen. Zwiebeln produzieren nämlich nicht gerade wenig an Antiobiotika.

Dr Don Tango
01
25.7.2011, 16:53

jetzt hab ich meine antwort vergessen!

bouncing
00
22.7.2011, 21:35

wem dieser artikel etwas seltsam vorkommt, sei angehalten den schwung an berichten in der navigation rechts durchzulesen...

Lilith Boessse
 
12
21.7.2011, 20:12
"3. Antibiotika sollte man absetzen, sobald es wieder besser geht."

blödsinn - der irrtum existiert nicht!

anyway: was jetzt? hier werden wirkungsweisen von antibiotika beschrieben, arten, und was man tun bzw. nicht tun soll.

die derzeitige (und schon seit langem andauernde) diskussion geht darum, dass sich resistenzen bilden können. und das wird ja nicht (mehr) bestritten. und dass das in manchen fällen SEHR ungünstig sein kann, auch nicht mehr.

oder?

Personifizierte Unscheinbarkeit
21
21.7.2011, 19:13

Und die, teils lethalen, im Beipackzetterl erwähnten Risken stehen da nur, damit einen nicht fad wird. Aber des betrifft eh nur schwer Kranke und ganz Alte Menschen, das zählt ja nicht.
Das die Franzosen durch extrem hohen Antibiotikakonsum alle mindestens 120 Jahre alt werden, ist ja auch schon längst Tatsache.

Bonair
28
21.7.2011, 20:54
Schon mal darüber gewundert wieso jedes Medikament 50+ Nebenwirkungen hat?

Beipackzettel sind heutzutage in der Regel nicht mehr als eine juristische Absicherung der Medikamentenhersteller. Wirklich alles, was im Rahmen der Zulassungsstudien und des Postmarketings auftritt, kommt da rein. Meist sind es Einzelfälle, die bei genauer Betrachtung (die aufgrund diverser Umstände allerdings meist unmöglich ist) auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Antibiotika sind keineswegs die großen Menschheitskiller. Wenn Sie jede Nebenwirkung im Beipackzettel auf die Goldwaage legen, brauchen Sie sowieso keine Medikamente mehr zu kaufen.

Personifizierte Unscheinbarkeit
10
22.7.2011, 05:13

Es geht auch nicht um "die Antibiotka", sondern um diesen Artikel hier. Das jedoch scheint Ihnen irgendwie entgangen zu sein.

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