CBRE: Transaktionsvolumen in Europa, Nahost und Afrika ging im zweiten Quartal um zwölf Prozent zurück - Österreich aber stark im Plus
Die Renditen und Mietpreise für gewerbliche Spitzenimmobilien in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) haben sich im zweiten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal kaum verändert. Die Mietpreise für Einzelhandelsflächen stiegen durchschnittlich um 1,7 Prozent, die Zunahme sei in erster Linie auf Anstiege in den wirtschaftlich gefestigten Kernmärkte Deutschland und Frankreich zurückzuführen, heißt es in einer Marktanalyse von CB Richard Ellis (CBRE).
Nachfrage rückläufig
Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ist allerdings deutlich verblasst. Das Transaktionsvolumen in der Region EMEA sank gegenüber dem Vorquartal um durchschnittlich zwölf Prozent auf 24,985 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 betrug der Rückgang drei Prozent.
Den EMEA-Schnitt deutlich gesenkt hat die auffallend schwache Entwicklung des Büro- und Geschäftsflächenmarktes in Großbritannien, wo das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal gegenüber dem ersten um rund 40 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro einbrach. Gegenüber dem Vorjahresquartal erreichte das Minus 34 Prozent. In Osteuropa (CEE) gab das Transaktionsvolumen um nur ein Prozent auf 2,6 Mrd. Euro nach.
Anstieg in Österreich und Nordeuropa
Österreich stemmte sich allerdings mit einem Zuwachs von 50 Prozent auf 300 Millionen Euro gegenüber dem ersten Quartal gegen den allgemein rückläufigen Trend.
Einen kräftigen Anstieg wies auch Nordeuropa aus - das Transaktionsvolumen stieg hier zwischen April und Juni gegenüber dem ersten Quartal um 33 Prozent. In Deutschland gab es einen Zuwachs von 2 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro.
Vor dem Hintergrund staatlicher Sparmaßnahmen wenig überraschend negativ war die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien auf der iberischen Halbinsel - in Spanien und Portugal ging das Transaktionsvolumen gegenüber dem ersten Quartal um 47 Prozent auf 359 Mio. Euro zurück. In Italien verringerte sich das Volumen um 37 Prozent auf 681 Mio. Euro.
"Unsicherheiten bleiben"
CBRE-Österreich-Chef Andreas Ridder sieht mit den aktuellen Zahlen "den Trend einer schrittweisen, allgemeinen Erholung der europäischen Immobilienmärkte untermauert. Zwar sind im Durchschnitt der untersuchten Märkte aufgrund der weiterhin vorhandenen Unsicherheiten über den zukünftigen Ausgang der europäischen Staatsschuldenkrise große Veränderungen bei Mieten und Renditen ausgeblieben, dennoch registrieren wir eine zunehmende Fokussierung der Investoren auf die wirtschaftlich stärkeren Volkswirtschaften in Nordeuropa, Deutschland und Zentral- und Osteuropa."
Ridder rechnet deshalb mit steigenden Mieten und sinkenden Renditen, "die nicht zuletzt auch durch mögliche höhere Zinsen und Renditen von Staatsanleihen bedingt sind und einen Einfluss auf die internationalen Investmentströme haben". In den wirtschaftlich schwächeren Ländern sei aber eher mit einer umgekehrten Entwicklung zu rechnen. (red/APA)