Korruptionsvorwurf: Valencias Ministerpräsident tritt zurück

20. Juli 2011, 20:21

Camps tritt zurück, um das Ansehen von Oppositionsführer Rajoy mit Blick auf die Parlamentswahlen 2012 nicht unnötig zu schädigen

Valencia - Francisco Camps, konservativer Ministerpräsident der spanischen Mittelmeerregion Valencia, ist wegen Korruptionsvorwürfen am Mittwoch von seinem Amt zurückgetreten. Camps steht unter Verdacht, sich jahrelang von einem Unternehmerring luxuriöse Maßanzüge geschenkt haben zu lassen. Diesen Vorwurf wies Camps noch vor den Regionalwahlen Mitte Mai zurück, bei denen er erneut für seine konservative Volkspartei (PP) die absolute Mehrheit in der Autonomie Valencia holte.

Am Mittwoch gestand Camps seine Schuld ein und kündigte an, die voraussichtliche Geldstrafe zu übernehmen, um ein öffentliches Gerichtsverfahren zu vermeiden. "Es ist ein persönliches und politisches Opfer, damit Mariano Rajoy der nächste Ministerpräsident werden und die PP in Spanien regieren kann", erklärte Camps die Beweggründe für seinen Rücktritt. Im kommenden Frühjahr finden in Spanien Parlamentswahlen statt. Der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy gilt dabei als Favorit gegenüber dem sozialistischen Gegenkandidaten Alfredo Perez Rubalcaba.

Rubalcaba war bis vor zwei Wochen noch Innenminister, Regierungssprecher und stellvertretender Ministerpräsidenten und wird von der Bevölkerung weitgehend mitverantwortlich für die wirtschaftliche Krise im Lande gemacht. Dennoch lastet seit Monaten der "Fall Gürtel", in dem auch Francisco Camps involviert zu sein scheint, auf dem Ansehen der konservativen Opposition. Es handelt sich um den größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Volkspartei, der bereits mehreren Dutzend PP-Politikern und Bürgermeistern den Kopf kostete. Sie sollen vom Unternehmer Francisco Correra und seinem Firmennetz jahrelang illegal Geschenke, Geld und Gefälligkeiten angenommen und als Gegenzug den Firmen Correras öffentliche Aufträge verschafft zu haben.

Besonders aktiv bei der Bestechung von Regionalpolitikern scheint dabei Correras Mann in Valencia, Alvaro Perez, alias "Der Schnurrbart", gewesen zu sein. Neben privaten Geschenken an valencianische PP-Bürgermeister und Politiker sollen insgesamt auch sechs valencianische Baufirmen mit fast 200.000 Euro illegal verschiedene Wahlkampfauftritte von Camps Partido Popular bezahlt haben. Sogar Schwarzgeld soll in die Kassen der valencianischen PP-Zentrale geflossen sein, vermutet der Richter des Obersten Gerichtshofes. Selbst beim Papstbesuch 2006 in Valencia hatte das korrupte Firmennetz seine Finger anscheinend im Spiel und verdiente kräftig mit. (APA)

HeNeAr
00
21.7.2011, 12:46
Correa nicht Correra

Der Mann heißt Correa, was auf spanisch Gürtel bedeutet. Deshalb auch der deutsche Deckname für die Operation. "Caso Gürtel"

Menahem Zitzesbeisser
00
21.7.2011, 11:15
Und die spanischen Mediensprecher

sind nach wie vor unfähig, das Wort Gürtel richtig auszusprechen;-))

na ja,...wenn´s so is.
10
21.7.2011, 18:03
Wie sollten

auch, im spanischen gibst kein ü und man muss ja nicht unbedingt des deutschen mächtig sein. es ist ebenso für deutschsprachige schwierig das spanische j, ñ, oder z richtig auszusprechen.

na ja,...wenn´s so is.
10
20.7.2011, 22:06
in falle camps

geht es nicht um jahrelange geschenke sondern exakt um drei Anzüge, und bisher ist nichts bewiesen.
Aber trotzdem finde ich sein verhalten elegant, da er ja gerade erst bei den regionalwahlen haushoch gewonnen hatte.

Birgit Weiss
32
20.7.2011, 22:21
*schenkelklopf*

DAS ist wirklich der Kommentar des Tages, das Verhalten Camps sei "elegant": so einen Sesselkleber bei solchen Korruptionsvorwürfen gäbe es in Ö (bei aller Sesselkleberei) nicht!!! die "Anzüge" in der Causa Gürtel sind doch nur die Spitze des Eisbergs, in der Comunitat Valenciana gibt es etliche andere bekannte und weniger bekannte "Umstände", für die der Präsident - wenn nicht direkt, durchaus mit- verantwortlich ist: Formel 1, Papstbesuch, Ciutat de Ciencies (Calatrava), etc. pp.

Heute ist ein wichtiger Tag für Valencia!

na ja,...wenn´s so is.
00
21.7.2011, 12:44
vorwürfe? was ist das?

nichts als behauptungen die bisher weder erwiesen noch
verurteilt wurden. so lange man in einen Rechtsstaat lebt glaube ich, ist man unschuldig... denn ,..behaupten kann jeder was, aber beweisen ist was anderes und so lange nennt man es verleumdung
auf jedem fall hat er wesentlich eleganter als der psoe
senator Casimiro Curbelo benommen. vom adalusen chavez und seiner korrupten familie ganz zu
schweigen.

na ja,...wenn´s so is.
00
21.7.2011, 12:54
auch ist die schreibweise

" Camps steht unter Verdacht, sich jahrelang von einem Unternehmerring luxuriöse Maßanzüge geschenkt haben zu lassen",.... eindeutug tendenzieös und von der wahrheit entfenrt.
und wie die valencianos in den letzten wahlen bestätigten haben, wollen sie ihn weiter in der regierung.

na ja,...wenn´s so is.
00
21.7.2011, 12:32
vorwürfe? was ist das?

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