Mülltonnenboxen als offene Bibliothek

20. Juli 2011, 19:39
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Waschbeton und Plexiglas, dafür kein Bibliothekar

Salzburg - Eine Bibliothek im Freien, ohne Bibliothekar, ohne fixe Öffnungszeiten; jeder kann sich im Garten vor dem Salzburger Künstlerhaus Bücher ausleihen. Zwei ehemalige Waschbeton-Mülltonnenboxen mit Plexiglastüren beherbergen die frei entlehnbaren Bücher der offenen Bibliothek. Nur ein Schild informiert darüber, dass sich jeder Bücher für eine begrenzte Zeit ausleihen kann. Die Bücher stammen aus einer Sammelaktion, die in der Nachbarschaft durchgeführt wurde. Auch während der Ausstellung können Bücher, die nicht mehr gebraucht werden, in die Bibliothek gestellt oder beim Künstlerhaus abgegeben werden. 1991 eröffnete das Künstlerduo "Clegg and Gutmann" die erste offene Bibliothek in Graz. Die Installation verstehen sie als "Modell für eine direkte demokratische Institution".

In Salzburg läuft die offene Bibliothek bis Ende September, für die Dauer der Gruppenausstellung Sens and Sensibility, die sich der Verbindung von Literatur und bildender Kunst widmet. Während der Ausstellung wird zudem jeden Tag ein Polaroid der offenen Bibliothek zur Ausstellung hinzugefügt, das den Zustand der Bibliothek und die tägliche Anzahl der Bücher dokumentieren soll. Auch Verluste werden als Teil der Installation angesehen, da nicht auszuschließen ist, dass Bücher nicht mehr zurückgegeben werden. (ruep, DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2011)

  • Freie Bücher aus der Mülltonnenbox
    foto: salzburger kunstverein

    Freie Bücher aus der Mülltonnenbox

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