Runderneuerung

Waschmaschinen-Tuning in Wien-Penzing

20. Juli 2011, 18:44
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    foto: david-freihsl

    Anton Turina in seiner Werkstatt im Wiener Reparatur- und Servicezentrum.

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    Mithilfe seiner Entwicklung können ehemalige Arbeitslose in diesem Betrieb alte Waschmaschinen nicht nur instand setzen - sondern künftig auch deren Energiebilanz verbessern.

Neue Methode im Reparatur- und Servicezentrum, mit der alte Waschmaschinen deutlich weniger Wasser verbrauchen und von Energieklasse D auf A verbessert werden können

Wien - "Ich bin einer, der nicht aufhören kann", lächelt Anton Turina. 67 Jahre ist er alt und hat "bis zur regulären Pension gearbeitet" - und darauf ist er stolz. Denn als er vor zwölf Jahren zum Reparatur- und Servicezenter (R.U.S.Z.) in Wien-Penzing kam, war er Langzeitarbeitsloser mit wenig Perspektiven am Arbeitsmarkt.

In der Pension ist Turina zwar - aber nicht im "Ruhestand": "Aufgehört hab ich nicht." Denn im R.U.S.Z. waren seine Qualifikationen, die er sich früher unter anderem in der Entwicklungsabteilung eines Elektronikkonzerns erworben hatte, höchst willkommen. Auch privat hatte er "immer nur geforscht und entwickelt - Patente sind mein Leben".

Also entwickelte Turina inzwischen als "Direktor für Forschung und Entwicklung" im R.U.S.Z. ein vollkommen neuartiges "Waschmaschinentuning", mit dem Altgeräte auf Energieklasse A "aufgepimpt" werden. Welche Energieklasse die Altgeräte haben, wenn sie angeliefert werden? "Ahhh: D", winkt Turina lachend ab.

Maschinen im Labor

Drei Jahre hatte er an dem Tuningkonzept getüftelt. Vor einem Jahr begann die intensive Phase, als das Projekt dann auch vom Klimafonds gefördert wurde. Ein regelrechtes Labor wurde im Reparaturzentrum eingerichtet: In einer konstant auf 23 Grad klimatisierten Kammer stehen drei Waschmaschinen - zwei Altgeräte und ein neues Referenzmodell.

Alle Abläufe werden streng nach Norm durchgeführt - das Einlaufwasser muss exakt 15 Grad haben, alle Waschvorgänge müssen präzis durchgeführt werden - und auf der anderen Seite der Versuchskammer werden alle Daten automatisch im Computer aufgezeichnet und dann analysiert.

Der Endbericht zum Tuningprojekt wird gerade fertiggestellt - die Ergebnisse liegen allerdings schon jetzt vor: Turina ist es gelungen, den Wasserverbrauch eines Altgeräts von 100 auf 70 Liter pro Waschgang zu reduzieren. Und den Energieverbrauch um 15 Prozent zu reduzieren.

Besser als ein neues Gerät

Ein Test wird nun noch durchgeführt: "Wir wollen wissen, ob die alte Maschine nach dem Tuning nun gleich gut wie ein neues Gerät reinigt - wir vermuten, dass sie sogar besser wäscht", hofft R.U.S.Z.-Chef Sepp Eisenriegler.

Anschließend kann das serielle Tuning im Reparaturzentrum starten - die verbesserten Altgeräte werden dann zwar mit einem Zuschlag verkauft, aber immer noch rund die Hälfte eines Neugeräts kosten. Aber auch jene, die sich von ihrem Altgerät noch gar nicht trennen wollen, können künftig ihre Maschine auf einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch tunen lassen.

In Summe fügt sich das Tuningprogramm bestens in das ökologische- und soziale Nachhaltigkeitskonzept des R.U.S.Z.: Altgeräte wandern nicht in den Schredder, sondern werden von ehemaligen Langzeitarbeitslosen nicht nur instand gesetzt - sondern sogar verbessert. Kunden mit einem Mobilpass bekommen beim Kauf überdies einen Abschlag von 20 Prozent. Ein doppelter Vorteil: Menschen, die sich ein Neugerät nicht leisten können, bekommen hier nicht nur ein billiges Gerät, sonder auch eines, das im Betrieb deutlich günstiger ist.

Rettung vor dem Schredder

Die Altgeräte bezieht das R.U.S.Z. übrigens unter anderem über die Aktion "Spenden Sie Ihre alte Waschmaschine", die vor einem Jahr gestartet wurde. "Es hatte sich nämlich gezeigt, dass lediglich 20 Prozent der Elektrogroßgeräte bei den kommunalen Sammelstellen abgegeben werden", erläutert Eisenriegler. "Das heißt aber umgekehrt, dass etwa 80 Prozent der Altgeräte über den Elektrohandel zurückgehen - und damit zu einem großen Teil einfach im Schredder landen."

Im ersten Jahr der Sammelaktion konnten rund 1000 alte Haushaltsgeräte gesammelt werden - großteils Waschmaschinen. Die Wiederverkaufsrate stieg in dem Aktionsjahr von 28 auf 39 Prozent - gleichzeitig konnte der Anteil der "Ersatzteilspender" von 19 auf 48 Prozent gesteigert werden. Vor allem der Motor, die Laugenpumpe und der Programmwahlschalter sind als Ersatzteile für die Instandsetzung begehrt.

Anton Turina denkt indes noch immer nicht an Ruhestand und hat bereits das nächste Projekt im Auge: "Eine Fotovoltaikanlage und eine solare Warmwasseraufbereitung für das R.U.S.Z. - das möcht ich noch erleben." (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 125
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bm.koger
 
01
21.7.2011, 19:05
meine wama ist 19 jahre alt

hat damals 2500S gekostet und tut immer noch das, was sie soll: wäsche waschen. sie schleudert nicht so toll, ist aber wurscht, da wäsche im freien getrocknet wird. natürlich wäre eine neue maschine energieeffizienter - aber die produktion einer neuen kostet ja auch jede menge energie. und tatsache ist, die neuen maschinen haben eine kürzere lebensdauer als die alten, bei meiner freundin bricht dauernd die elektronik zusammen und der plastiktürknopf reißt ab. also energieeffizienz hin oder her - die bleibt bei mir, bis sie den geist aufgibt

Lang lebe Hütteldorf
00
21.7.2011, 17:36

"pimp my eudora" - hat Potential für eine Sendung auf MTV

immer schön freundlich
01
21.7.2011, 14:49

in modernen waschmaschinen wird zum großteil zu wenig wasser verwendet. ich kippe jetzt immer das wasser mit der gießkanne in die waschmittellade dazu, damit die wäsche genug wasser bekommt.

Der junge Jim Kirk
00
21.7.2011, 16:29

Wieso wissen sie wieviel wasser die wäsche benötigt?

nino808
00
21.7.2011, 15:30

oder sie haben zuviel wäsche reingeladen

The_new_number_2
00
21.7.2011, 15:59

Nein, die entnommene Wassermenge wird meist automatisch an die Wäschemenge angepasst. Trotzdem stimme ich dem OP zu; tendeziell arbeiten moderne WM mit etwas zu wenig Wasser. Bei bestimmten Wäschearten gebe ich auch Wasser zu.

KammerlExperte
01
21.7.2011, 18:14
Und wie wirkt sich das auf den Reinigungsgrad aus?

Wenn die Wäsche genau so sauber rauskommt ist es
doch egal ob die Wassermenge wie bei alten Maschinen
ist. Viel schlimmer finde ich wenn einem die Werbung
verspricht bei 30Grad so sauber wie bei 60Grad zu
waschen. Willkommen ihr Micro-Macro Tierchen ;-).

So wie bei Miele nur mehr die Profimaschinen ihre
alte Quali in sich tragen und ansonsten eine halb so
Teure genau so lange und gut wäscht. Gilt auch
für sonstige Standardhaushaltsgeräte von Schiele.

rubinek
12
21.7.2011, 13:51
So gut sind die bei R.U.S.Z auch wieder nicht.

Meine WaMa (Zanussi glaub ich war das, aber so eine ganz kleine und teure) hat die TÜr nicht mehr aufgemacht, Wäsche war noch drin.

Ich hab sie zu RUSZ gebracht mit dem Wunsch eines Kostenvoranschlages der mich 35 EUR gekostet hat.

Ergebnis: Keilriemen gerissen. Reparatur zahlt sich nicht aus. Wäsche wieder bekommen. WaMa dort gelassen. 35 EUR weg.

Das nächste mal: WaMa zum Sperrmüllplatz fahren, Hammer mitnehmen und Sichtfenster der Tür einschlagen. Wäsche rausnehmen, WaMa dortlassen.

(PS: Ich bin mir sicher die von RUSZ haben die WaMa repariert und um 200 EUR weiterverkauft, womit ich die 35 EUR als besch... empfinde)

Flosip
00
28.7.2011, 00:36

Komische Diagnose?! Keilriemen kann schnell getauscht werden (vl. 10min arbeit) und die Türe kann man normalerweise mit einem kleinen Zughebel beim Flusssieb an der Vorderseite händisch öffnen...

Der junge Jim Kirk
00
21.7.2011, 16:31

Na wenn sie sie um 200 euro weiterverkauft haben hat sich die reparatur ja gelohnt. Versteh die kritik jetzt nicht. Wär dir die Reparatur 150 euro wert gewesen?

KammerlExperte
00
21.7.2011, 18:16
Bitte noch einmal und genau lesen ;-).

spacedakini
00
21.7.2011, 14:33

Splitter in der Wäsche???

ManDi77
03
21.7.2011, 14:32

Alle Waschmaschinen haben einen Notfallsöffner für die Tür (siehe Bedienungsanleitung). Ein Hammer ist also in so einem Fall nicht notwendig.

Habe auch letztes Jahr meine 6 Jahre alte Siemenswaschmaschine entsorgt da der Motor einen Lagerschaden hatte und mir eine neue gekauft. Bei einer 1000 € teuren Miele zahlt sich eine Reperatur ja aus aber nicht bei einer billigen Maschine.

Andererseits haben meine Eltern so eine teure 17 Jahre alte Miele und die gehört eigentlich schon wegen ihrer Energieverschwendung entsorgt.

cecotto
01
21.7.2011, 15:34

"Andererseits haben meine Eltern so eine teure 17 Jahre alte Miele und die gehört eigentlich schon wegen ihrer Energieverschwendung entsorgt."

und eine neue WaMa produzieren kostet keine energie?

Der junge Jim Kirk
00
21.7.2011, 16:32

Na wenn die wieder 10-15 jahre hält kannst dir ja ausrechen wieviel du an energie im täglichen betrieb sparts und ob es sich rechnet.

hr. schwabala
20
21.7.2011, 13:15
TOP meinte ich !

ach noch was für die ewigen nörgler hier:
scheinbar hat der mensch in wien zuviel geld ....
wie wärs mit einer spende an ute bock oder ans neunerhaus ?

hr. schwabala
11
21.7.2011, 13:09
meine WAMA von ZANUSSI

ist jetzt 11 jahre alt. ich hab sie bei R.U.S.Z. reparieren lassen, weil sie sich nicht mehr aufwärmte. und hab noch einen aquastopp einbauen lassen und des alles grad mal für 90 euro. die kommentare sind so überflüssig wie ein kropf. ich bin der meinung, die menschen, die dort arbeiten machen ihren job absolut perfekt.
wer will sich eine WAMA kaufen, die mehr als 700 euro (und soviel muss ma ca. rechnen) kostet und nach 5 jahren den geist aufgibt.
ich hab meine WAMA deshalb retten wollen, weil sie man sie von OBEN bedienen kann und nicht, wie bei allen anderen an der seite/unten.
und ich brauch keine lange gebrauchsanweisung studieren, wie des werkl funktioniert, sie ist im grunde selbst die funktion an sich.

die R.U.S.Z. - leute sind to

F.S.K
00
21.7.2011, 18:32

warum sollte die über 700 kosten?
auch toplader gibt es ab ca 300 zb von bauknecht

Der junge Jim Kirk
00
21.7.2011, 16:35

Top qualität die maschine. da fliegt schon alles durch die gegend und die dreht sich noch immer. hut ab vor dem qualitätsmanagement.

EquinoxOmega
00
21.7.2011, 12:27
„Mehr Power!“

dabu dabu
56
21.7.2011, 10:43

2 meiner freunde haben an seinem "langzeitarbeitslosenprogrmm" teilgenommen, das heisst sie haben so lange fuer ihn gearbeitet, bis er sie ordentlich anstellen haette sollen, ist aber nix draus geworden, weil herr turina, kuendigt sie und holt sich neue, gefoerderte mitarbeiter. ist nicht wirklich fair !

dasderfnedwahrsein
36
21.7.2011, 11:33

Hr Turina stellt keine Leute ein oder kündigt sie!! Bitte zuerst informieren bevor so ein Blödsinn gepostet wird.
Und dieses Projekt ist nunmal befristet auf 6-12 Monate um den Wiedereinstieg ins Berufsleben für Langzeitarbeitslose zu erleichtern. Ziel ist nicht die Fix-Anstellung! Alles in allem ein gelungenes Projekt!! Wirtschaftlich, Arbeitslosentechnisch und ÖkologiscH!

dabu dabu
00
21.7.2011, 21:27

auch wenn das ein beschränktes langzeitarbeitslosen programm ist, die menschen die dort arbeiten haben erwartungen und man verpricht ihnen eine anstellung.

uncle sam3
141
21.7.2011, 10:08
für waschmaschinen-tuning

gibt es auch ein anderes wort: pfuschen.

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